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Am Datenschutz vorbeigefahren: Das Auto von heute weiß zu viel



Modernes Auto als Datensammler
Modernes Auto als Datensammler

Segen und Fluch zugleich: Die von modernen Autos erhobenen Daten tragen zur fehlerfreien Funktionsweise der Assistenzsysteme bei und erleichtern Diagnosen in der Werkstatt. Gleichzeitig verraten sie aber auch viel zu viel über den Fahrer.

„Ich weiß, was du während der letzten Fahrt getan hast. Und während aller anderen auch.“ Sätze, die Fahrzeughersteller über die Käufer ihrer Autos sagen könnten. Denn die Autos der neuen Generation wissen mehr über ihre Besitzer, als diesen lieb sein dürfte. Um eine reibungslose Funktionsweise der Assistenzsysteme zu ermöglichen und Fehler schnell ausfindig zu machen, erheben sie viele Daten. Und: Sie teilen diese großzügig mit den Autobauern. Ein besonderer Graus für Datenschützer dürfte aber die nachfolgende Verarbeitung des Datenguts sein, denn gerade sie ist alles andere als transparent. Ebenfalls undurchsichtig gestaltet sich momentan die Rechtslage. Worauf müssen Autofahrer also gefasst sein?


Datenspeicher Auto: Was wird erhoben?

Viele Sensoren sammeln Daten für verschiedene Assistenzsysteme und verarbeiten diese in Steuergeräten. Unvergessen bleibt jedes plötzliche Bremsen: Wenn der Gurtstraffer eingesetzt wird, erfolgt ein Eintrag in das Airbag-Steuergerät. Starke Beschleunigung wird von dem Motorsteuergerät in dem Fehlerspeicher vermerkt. Unmengen an Daten sammelt der Überholassistent, schließlich errechnet er mit Hilfe von Geschwindigkeit, dem Abstand anderer Autos, Fahrbahnmarkierungen und Lenkwinkel die angemessene Fahrweise. Einzelne Einträge, die jeder für sich nicht viel über den Autobesitzer aussagen mögen. In ihrer Gesamtheit aber entsteht der mobile Fingerabdruck des Fahrers.


Auto-Langzeittest: ADAC enthüllt

Auf viele erhobene Daten ist auch der ADAC bei seinem Langzeittest gestoßen. In diesem Rahmen überprüfte der Autoclub vier Autos verschiedener Hersteller. Dabei nahmen die beauftragten IT-Experten die Steuergeräte ins Visier. Ergebnis: Der Datenhunger der Autos ist enorm. Das Erschreckende daran ist aber nicht nur, dass Informationen erhoben werden. „Daten werden auch an den Hersteller gesendet“, sagt Arnulf Thiemel vom ADAC, der die Erhebung der Stichprobe betreut hat. GSM-Antenne und verbauter SIM-Karte sei Dank werden sie also mit reichlich Informationsstoff versorgt.

An diesem Punkt drängt sich die Frage auf, welche Daten gespeichert und weiterverwendet werden. Autokäufer, die bereits im Vorfeld wissen wollen, was sie dem Hersteller eventuell verraten, werden aber enttäuscht. „Sie haben im Moment keine Chance, Klarheit zu bekommen“, bestätigt Thiemel. Denn in dem Vertrag ist meistens nur festgehalten, dass Daten für Werkstätten und Hersteller erhoben werden, nicht aber wie damit verfahren wird.

Information? Fehlanzeige! Autohersteller lassen Kunden im Dunkeln

Doch was sind die Rechte und Pflichten der Hersteller? Daniela Mielchen vom Deutschen Anwaltverein für den Bereich Vernetztes Auto sagt: „Hersteller müssten Autokäufer allgemein mehr informieren, als sie es im Moment tun.“ Gleichzeitig weiß die Verkehrsrechtsanwältin, dass die Durchsetzung dieses Anspruchs durch viele Ausnahmen und Grauzonen erschwert wird. Das betrifft bereits Daten, die gesammelt werden. So ist bereits die Unterscheidung zwischen technischen Daten, die ohne Zustimmung erhoben werden können und persönlichen, bei denen es nicht geht, sehr schwer. Bein einem Unfall etwa können die technischen Werte Schlussfolgerungen über den Ablauf zulassen. Hier verschwimmen die Grenzen.


Zudem wollen Hersteller die gewonnen Daten nicht so leicht aus der Hand geben. So dürfen die Steuergeräte nur von ihnen ausgelesen werden, bestätigt auch Thiemel. Zum Teil liegt ihre Scheu, die Werte an externe Sachverständiger herauszugeben aber auch darin, dass Hersteller ihre Algorithmen schützen wollen, erklärt Mielchen.

Schutz vor Big-Brother-Auto

Die in modernen Autos eingesetzte Technik bietet viele Möglichkeiten der Datenerhebung und -verarbeitung. Damit diese nicht zu Lasten des Verbrauchers eingesetzt werden, liegt es beim Gesetzgeber, für Klarheit und Verbindlichkeit zu sorgen. Das findet auch Mielchen: „Es gibt zu viele Gummi-Paragrafen“. Die Lösung sieht sie in einer Reform des Datenschutzrechts. Den Anfang hat die EU bereits hingelegt, als das Europäische Parlament im April neue Datenschutzvorschriften beschloss. In diesen enthalten ist unter anderem das Recht auf Datenübertragung an andere Dienstleister. „Das würde die Daten letztlich für den Nutzer verfügbar machen“, erklärt die Verkehrsrechtsanwältin. Jedoch greifen die Regeln bis jetzt nicht in Deutschland, weil die EU-Staaten zwei Jahre Zeit für die Umsetzung der Richtlinien haben.

(kq, dpa/tmn)

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