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Bestattung eines Verstorbenen: Rechtliche Regelungen



Es gibt rechtliche Regelungen zur Bestattung eines Verstorbenen.
Es gibt rechtliche Regelungen zur Bestattung eines Verstorbenen.

Der Verlust eines Menschen trifft die Angehörigen meist arg. Entflammt dann auch noch Streit um die letzte Ruhestätte, wird’s doppelt hart. Wer darf über die Art und den Ort der Beerdigung entscheiden? Wer trägt die Kosten?

Hat der Verstorbene zu Lebzeiten keine konkreten Wünsche für seine Bestattung geäußert oder schriftlich festgehalten, müssen die Angehörigen entscheiden, wie und wo die Beerdigung abläuft. Einigen sie sich nicht, ist Zoff programmiert. „Niemand kann so heftig streiten wie Erben“, weiß Rechtsanwältin Stephanie Herzog, die in der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV) arbeitet. Doch wie sieht das rechtlich aus? Wer darf entscheiden, und wer muss alles organisieren?

Wer ist für die Beerdigung zuständig?

In der Regel sind die nächsten Angehörigen zuständig. Das wird in den Bestattungsgesetzen der einzelnen Bundesländer geregelt. Dort stehen meist die Ehepartner oder der eingetragene Lebensgefährte an erster Stelle, gefolgt von Kindern und Eltern. Das sogenannte Recht zur Totenfürsorge sei aber innerhalb der Familie nicht mit einer Pflicht zu verwechseln, erklärt die Anwältin Stephanie Herzog. Wolle der „erste Zuständige sich nicht kümmern, können das die nachrangigen Angehörigen übernehmen“. Findet sich niemand freiwillig, so hält die Gemeinde den vorrangig Bestattungspflichtigen an, die Beerdigung zu veranlassen oder übernimmt gegebenenfalls selbst eine Sozialbestattung.

Wer trägt die Kosten der Bestattung?

Grundsätzlich legt das Bürgerliche Gesetzbuch fest, dass die Erben aus dem Vermögen des Verstorbenen eine angemessene Bestattung bezahlen müssen. Sind es mehrere Erben, so verteilen sich die Kosten abhängig von der Größe des Erbteils. War der Verstorbene mittellos, müssen die Angehörigen die Beerdigungskosten aus der eigenen Tasche übernehmen. In Einzelfällen – wenn den Verpflichteten die Kosten unzumutbar sind – übernimmt diese in der Regel das zuständige Sozialamt.

Willen des Toten respektieren

Hat der Verstorbene konkrete Wünsche zur Bestattung geäußert, sind diese bindend. Habe er etwa eine anonyme Beerdigung gewollt, könne der Ehepartner ihn nicht einfach in einem Einzelgrab beerdigen, erklärt Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. Andere Angehörige könnten dagegen mit einer einstweiligen Verfügung vorgehen. Doch auch wenn das originäre Recht beim Verstorbenen liegt, sieht es laut Stephanie Herzog vom DAV in der Realität nicht selten anders aus. Wenn für alle Angehörigen klar sei, die Wünsche nicht nach dem Willen des Verstorbenen umzusetzen, änderten selbst dessen schriftlichen Bestimmungen nichts. Denn: „Wo kein Kläger ist, ist kein Richter“, so die Rechtsanwältin.

Eigenen Willen schützen: Vorsorgevertrag

Mit einem Vorsorgevertrag den eigenen Willen schützenWer sicher gehen möchte, dass seine Wünsche zur Beerdigung auch tatsächlich umgesetzt werden, der kann einen Vorsorgevertrag mit einem Bestatter schließen und diesen zudem im Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer als Bevollmächtigten für seine Bestattung eintragen. Allerdings muss man die Finanzierung des Begräbnisses über eine Sterbegeldversicherung, ein Treuhandkonto oder das Erbe absichern. Andernfalls könnten die Angehörigen doch entscheiden, ob sie alle Wünsche bezahlten, gibt Oliver Wirthmann vom Bundesverband der deutschen Bestatter zu bedenken. Grundsätzliche Festlegungen wie die Art der Beisetzung – also ob Feuer- oder Erdbestattung –  bleiben aber dem Geschäftsführer der Aetas Lebens- und Trauerkultur Florian Rauch zufolge für den Bestatter unverrückbar, wenn der Tote mit ihm einen Vertrag geschlossen hat.

Eigene Wünsche festlegen: Bestattungsverfügung

Eine andere Möglichkeit bietet die sogenannte Bestattungsverfügung. Diese sollte aber nicht Teil des Testaments sein, sondern ein separates Schriftstück, empfiehlt das Informationsportal Bestattungsplanung.de. Denn: Die Testamentseröffnung sei im Allgemeinen frühestens erst drei Wochen nach dem Eintreten des Todesfalls. Zu diesem Zeitpunkt hat die Beerdigung aber in der Regel längst stattgefunden. Die Bestattungsverfügung sollte man handschriftlich verfassen oder ein gedrucktes Dokument vom Notar beglaubigen lassen. Ein Muster dafür stellt unter anderem das Informationsportal zum Download zur Verfügung. Das Dokument sollte der Verfasser an einem für die Angehörigen sicher auffindbaren Ort hinterlegen oder einer Vertrauensperson geben. Im Idealfall „gibt man es dem Menschen, der alles organisieren soll, und setzt diesen als Bevollmächtigten für die Totenfürsorge ein“, empfiehlt die Rechtsanwältin Daniela Herzog.

(udm, dpa/tmn)

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