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Einspruch: Wenn Steuerberater oder Lohnsteuerhilfe Fehler machen



Die Steuererklärung bringt dem durchschnittlichen Bundesbürger ca. 820€.
Die Steuererklärung bringt dem durchschnittlichen Bundesbürger ca. 820€.

Viele Steuerzahler bekommen im ersten Jahresquartal Post vom Finanzamt: Der Steuerbescheid ist da. Wer denkt, dass der Steuerberater oder die Lohnsteuerhilfe nicht alles rausgeholt hat, sollte schnell aktiv werden.

Der Steuerbescheid ist nicht immer ein Grund zur Freude. Oft gibt es weniger Geld zurück als erwartet. Wer seine Steuererklärung nicht selbst gemacht hat, bekommt den Bescheid spätestens im Frühjahr. Denn wenn ein Steuerberater oder der Lohnsteuerhilfeverein die Erklärung übernommen hat, ist Abgabefrist am 31. Dezember statt am 31. Mai.

Steuerzahler, die Fehler im Bescheid oder der abgegebenen Steuererklärung vermuten, sollten schnell aktiv werden. Der Einspruch muss spätestens einen Monat nach Bekanntgabe des Bescheids beim Finanzamt sein. Wenn`s schnell gehen muss, ist der Einspruch auch ohne Begründung wirksam. Die Gründe müssen allerdings zeitnah nachgereicht werden.


Fehler korrigieren

Die Steuerzahler können nicht nur Fehler des Finanzamts beanstanden, sondern auch eigene korrigieren: Zahlendreher, vergessene Angaben und Belege, eine noch nicht berücksichtigte Rechtsänderung und so weiter.Allerdings erkennen Laien oft nicht, wo genau der Bescheid seine Schwächen und Mängel hat. Auf jeden Fall sollte der Steuerberater oder Verein, der die Erklärung gemacht hat, das Ergebnis mitprüfen.

Schadenersatz vom Steuerberater

Nicht jeder Fehler lässt sich im Nachhinein ausmerzen. Das gilt zum Beispiel, wenn der Steuerberater eine Frist verpasst hat. Oder wenn er einen Einspruch fehlerhafterweise zurückgenommen hat. Ein Beispiel aus den Akten des Bundesgerichtshofs: Ein Steuerberater hatte für seinen Mandanten die Kosten einer doppelten Haushaltsführung in der Steuererklärung geltend gemacht. Allerdings hatte der Mandant seinen Ersthaushalt aus privaten Gründen nicht mehr dort, wo er beruflich tätig war. Das Finanzamt lehnte den Kostenabzug deshalb mit Verweis auf die übliche Rechtsprechung ab. Der Berater legte auf Wunsch seines Mandanten Einspruch ein. Als das Amt ihm den Hinweis gab, dass sich an der Ablehnung nichts ändern werde, nahm der Steuerexperte den Einspruch zurück – ohne das mit seinem Mandanten zu besprechen.

Der Bundesgerichtshof sah schon allein darin eine Pflichtverletzung: Ein Steuerberater darf nur auf Weisung seines Mandanten tätig werden. Er braucht generell dessen Zustimmung (Az. IX ZR 199/13).

Womit der Steuerberater vor der Einspruchsrücknahme nicht gerechnet hatte: Kurz danach änderte der Bundesfinanzhof seine strenge Linie in Sachen doppelte Haushaltsführung. Das heißt: Der Einspruch hätte doch Erfolg gehabt. Der Steuerberater musste seinem Mandanten den Schaden in Höhe von 1100 Euro ersetzen.

Schlichtung statt Gerichtsprozess

Der Kläger hatte in dem Fall vier Jahre gebraucht, bis der Streit vor dem Bundesgerichtshof endgültig geklärt war. Gemessen am Streitwert von 1100 Euro ist ein solcher Gerichtsprozess zu lange und zu teuer. Sinnvoller wäre es gewesen, zuerst eine außergerichtliche Klärung zu versuchen.

Nach dem Steuerberatungsgesetz sind die Kammern verpflichtet, bei Auseinandersetzungen zwischen Steuerberatern und ihren Auftraggebern zu vermitteln. Beide Parteien müssen mit diesem Schlichtungsversuch einverstanden sein. Meistens fallen keine oder kaum Kosten an. Um möglichst unabhängig zu vermitteln, sind, je nach Steuerberaterkammer, mindestens zwei Schlichter mit einem Fall beschäftigt: Ein Mitglied der Kammer und ein externer Rechtsanwalt.

Lohnsteuerhilfevereine haften

Auch für die Lohnsteuerhilfevereine setzt das Steuerberatungsgesetz Regeln fest. Sie müssen ihre Hilfeleistung „sachgemäß, gewissenhaft und verschwiegen“ ausüben. Sie sind verpflichtet umfassend zu beraten und alle relevanten Fristen zu beachten. Die Vereine haben grundsätzlich für eine Falschberatung ihrer Mitarbeiter geradezustehen. Um die Steuerpflichtigen im Ernstfall entschädigen zu können, muss außerdem jeder Verein eine Haftpflichtversicherung nachweisen. 

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