• Überblick
    • Notarielles
    • Rechtsberatung
    • Verbraucherschutz
    • Überblick
    • Börse
    • Finanzierung
    • Fremdwährung
    • Geldanlage
    • Zahlungsverkehr
    • Überblick
    • Ämter
    • Botschaften
    • Politik
    • Polizei & Feuerwehr
    • Überblick
    • Altersvorsorge
    • Haftpflicht
    • Hausratversicherung
    • Rechtsschutz
    • Unfallversicherung
    • Überblick
    • Erbschaftssteuer
    • Lohnsteuer
    • Steuererklärung
    • Verbrauchsteuer

Erben ohne Erbschaftssteuer



Kinder, Ehepartner und eingetragene Partner haben einen sehr hohen Freibetrag beim Erbe.
Kinder, Ehepartner und eingetragene Partner haben einen sehr hohen Freibetrag beim Erbe.

Nahe Angehörige zahlen oft keinen Cent an den Fiskus, wenn sie erben. Das gilt selbst dann, wenn es um größere Summen geht. Freibeträge können geschickt kombiniert werden.

Der Aufschrei war groß, als das Bundesverfassungsgericht im Dezember 2014 die Steuerprivilegien vieler Firmenerben für verfassungswidrig erklärte. Bisher kann die junge Generation in Familienunternehmen ein etliche Millionen schweres Firmenvermögen erben, ohne Erbschaftsteuer zu zahlen. Bis spätestens 30. Juni 2016 muss der Gesetzgeber die Regeln verschärft haben.

Das wird aber nur einen sehr kleinen – sehr reichen – Teil der Erbengeneration betreffen. Für die deutsche Durchschnittsfamilie bleibt alles beim Alten. Dabei kann auch sie ein Vermögen vererben, ohne den Fiskus daran zu beteiligen. In der Regel geht es allerdings um deutlich niedrigere Beträge als bei den Erben mittelständischer Unternehmen.

Hohe Freibeträge für Ehepartner und Kinder

Beispiel: Ein Ehepaar möchte sein Haus plus einige Vermögenswerte wie Schmuck, Möbel etc. an seine beiden Töchter vererben. Jedem Kind steht nach §16 Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuergesetz ein steuerlicher Freibetrag von 400 000 Euro zu. Das heißt: Nur wenn der Nachlass der Eltern einen Wert von mehr als 800 000 Euro hat, kann der Fiskus überhaupt Erbschaftsteuer verlangen.

Dieser hohe Freibetrag steht neben leiblichen Kindern auch Adoptiv- und Stiefkindern zu. Das Gleiche gilt für Enkelkinder, deren Eltern schon verstorben sind.

Einen noch höheren Freibetrag als die Nachkommen haben Ehepartner: Beerbt der eine den anderen, bleibt für ihn ein Nachlass im Wert von bis zu 500 000 Euro komplett steuerfrei. Das Gleiche gilt für gleichgeschlechtliche Paare mit eingetragener Lebenspartnerschaft.

Ohne Trauschein kann es teuer werden

Für Partner, die ohne Trauschein zusammenleben, kann das Erben teuer werden.Deutlich schlechter stehen diejenigen da, die ohne Trauschein zusammenleben:

Verstirbt einer von beiden, bekommt der andere nur den Freibetrag, der generell jedem zusteht, der erbt: 20 000 Euro.

Dazu kommt ein Extra-Freibetrag für Hausrat (Einrichtungsgegenstände etc.). Dieser liegt für Erben in der Steuerklasse III bei 12 000 Euro.

Hatte der Erblasser eine Immobilie oder Vermögen, kann die Erbschaft bei diesen relativ niedrigen Freibeträgen teuer werden. Beispiel: Eine Frau erbt von ihrem verstorbenen Lebensgefährten ein Haus im Wert von 400 000 Euro. Da zwischen beiden kein Verwandtschaftsverhältnis besteht, gilt für sie Steuerklasse III. Hier schlägt der Fiskus bei einem Nachlasswert von 400 000 mit einem Steuersatz von 30 Prozent zu. Das macht, nach Abzug des Freibetrags, eine Steuerschuld von 114 000 Euro.

Ein schwacher Trost ist da, dass das Finanzamt den Betrag auf Antrag stunden, also auf mehrere Jahre verteilen, kann. Die Erbin kann die geschuldete Summe über zehn Jahre verteilt und zinsfrei an den Staat zahlen, wenn sie anderenfalls zum Verkauf des Hauses gezwungen wäre.

Auch Geschwister, Neffen und Nichten, Schwiegereltern oder Schwiegerkinder haben nur den niedrigen Freibetrag von 20 000 Euro. Besser stehen Enkelkinder da, wenn Oma oder Opa ihnen etwas hinterlässt (200 000 Euro Freibetrag) sowie Eltern und Großeltern, wenn sie ihre Kinder oder Enkel beerben (100 000 Euro).

Freibeträge geschickt kombinieren

Innerhalb der Familie ist es aber oft möglich, die Erbfolge so zu gestalten, dass keine oder nur wenig Erbschaftsteuer fällig wird. Das zeigt dieser Beispielsfall: Ein 40-jähriger Single will seine beiden Neffen als Erben einsetzen. Jeder von beiden hat nur einen Freibetrag von 20 000 Euro. Ist das Vermögen höher, kann es sich deshalb lohnen, wenn zuerst die Eltern des 40-Jährigen erben. Denn Mutter und Vater haben zusammen einen Freibetrag von 200 000 Euro. Und sie können jedem Enkelkind steuerfrei 200 000 Euro übertragen. Das gilt übrigens nicht nur per Testament, sondern auch über eine Schenkung.

Steuer umgehen durch Schenkung

Ein wichtiges Instrument, mit dem sich die Erbschaftsteuer vermeiden oder zumindest senken lässt, ist die Schenkung zu Lebzeiten.

Schenken statt Vererben, ist eine Möglichkeit, Steuern zu sparen.Generell gilt: Erbschaften und Schenkungen werden steuerlich gleich behandelt. Vor allem gelten die gleichen Freibeträge. Alle zehn Jahre kann der Freibetrag neu ausgeschöpft werden. Hat also zum Beispiel eine Frau  ihrem Neffen 1994 ein Bild im Wert von 15 000 Euro geschenkt und schenkt ihm zehn Jahre später noch einmal ähnlich wertvolles Kunstwerk, kann er seinen Schenkungsfreibetrag von 20 000 Euro beide Male nutzen. Verstirbt seine Tante 2015, steht ihm auch die Erbschaft steuerfrei zu, soweit sie 20 000 Euro nicht übersteigt.

Allerdings können solche Schenkungen auch ungewollte erbrechtliche Folgen haben. Hat im Beispielsfall die Tante noch eine pflichtteilsberechtigte Tochter, der sie nichts hinterlassen möchte, können nicht nur die Erbschaft des Neffen, sondern schon die Schenkungen dazu führen, dass die Tochter Zahlungsansprüche geltend machen kann. Sinnvoll ist, sich in solchen Fällen nicht nur von einem Steuerberater, sondern auch von einem Fachanwalt für Erbrecht beraten zu lassen.

    Weitere themen

    • Körper
    • Mensch
    • Alternativmedizin
    • Versorgung
    • Leben
    • Mode
    • Schönheit
    • Genuss
    • Reisen
    • Technik
    • Bauen
    • Einrichten
    • Umzug
    • Garten
    • Mobilität
    • Recht
    • Geld
    • Behörden
    • Versicherungen
    • Steuern
    • Lebensweg
    • Freizeit
    • Arbeit
    • Bildung
    • Soziales
    TOP SUCHBEGRIFFE