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Gesetzliche Erbfolge und Pflichtteil: Schluss mit schrecklichem Erbstreit!



Oft ist nicht nur der Verlust eines geliebten Menschen für die Hinterbliebenen eine Belastung.
Oft ist nicht nur der Verlust eines geliebten Menschen für die Hinterbliebenen eine Belastung.

"Versteht Ihr Euch noch oder habt Ihr schon geerbt?" Eine Erbschaft führt häufig zu heftigem Streit in der Familie. Dabei muss das nicht sein, denn es gibt klare gesetzliche Regeln zur Aufteilung des Erbes.

Sterben und Erben bringen viel Kummer, sagt ein deutsches Sprichwort, und das zu Recht: Eine Erbschaft hat schon so manche Familie zerrüttet. Dabei gibt es doch klare gesetzliche Regeln. Wer sie kennt, ist gegen Neid, Gier und Argwohn gewappnet – und braucht erst gar nicht zu streiten: Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge, mit Testament bekommen durch den sogenannten Pflichtteil auch diejenigen nahen Angehörigen etwas vom Kuchen ab, die der Erblasser nicht bedacht hat. Wie sieht das im Detail aus?


Ohne Testament greift die gesetzliche Erbfolge

Hat der Verstorbene kein Testament verfasst, greift die gesetzliche Erbfolge. Sie ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verankert und regelt, wer Anspruch auf das Erbe hat und wie viel die Berechtigten bekommen. Desweiteren bestimmt das BGB, dass mehrere gesetzliche Erben eine Erbengemeinschaft bilden und neben dem Vermögen auch die Schulden des Verstorbenen übernehmen müssen.

Gesetzliche Erbfolge: Erben erster Ordnung

Bei der Aufteilung des Erbes sind zuerst Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder (egal, ob ehelich, unehelich, adoptiert oder gerade unterwegs) dran. Auch Enkel gehören wie Kinder zu den Erben erster Ordnung, kommen jedoch bei der Verteilung des Vermögens erst an die Reihe, wenn ihre Eltern vor der Oma oder dem Opa gestorben sind.

Gesetzliche Erbfolge: Erben zweiter Ordnung

Die Eltern des Verstorbenen sind Erben zweiter Ordnung. Sie stehen hinter den Abkömmlingen, wie das Gesetz Kinder und Enkel nennt, zurück. Vom Nachlass bekommen sie nur etwas ab, wenn ihr Kind keinen eigenen Nachwuchs hat. Bei kinderlosen Paaren erben die Eltern gemeinsam mit dem überlebenden Ehemann oder der Ehefrau.

Gesetzliche Erbfolge: Ohne Trauschein geht der Lebenspartner leer aus

Bei Paaren ohne Trauschein erhält der überlebende Partner nach der gesetzlichen Erbfolge nichts vom Vermögen des Verstorbenen. „Lebensgefährten gelten als Nicht-Angehörige“, erläutert die Anwältin Susanne Reinhardt aus Wiesbaden.

Gesetzliche Erbfolge: Aufteilung des Vermögens

Wie viel der hinterbliebene Ehe- und Lebenspartner vom Vermögen erhält, hängt vom Güterstand ab und davon, ob Kinder da sind:

In der Zugewinngemeinschaft steht dem Partner die Hälfte des Nachlasses zu (ein Viertel durch die gesetzliche Erbfolge, ein zweites Viertel für die Zugewinngemeinschaft). Den Kindern steht gemeinsam die andere Hälfte zu. Sie müssen untereinander teilen – bei dreien bekäme jeder ein Drittel der Hälfte.

Bei Gütertrennung erben der Partner und die Kinder jeweils zu gleichen Teilen. Bei zwei Kindern würde jeder ein Drittel des Vermögens erhalten. Ab drei Kindern bekommt der Elternteil ein Viertel. Im seltenen Fall der Gütergemeinschaft geht nur ein Viertel des Erbes an den Partner, drei Viertel gehen an die Kinder, die teilen müssen.

Ohne Kinder erbt der Ehepartner in der Zugewinngemeinschaft drei Viertel des Nachlasses, bei Gütertrennung mindestens die Hälfte und bei Gütergemeinschaft die Hälfte.

Mit Testament greift der Pflichtteil: Wer berechtigt ist

Mit Testament greift der Pflichtteil.Hat der Verstorbene ein Testament verfasst, dann kommt der Pflichtteil ins Spiel. Er regelt, dass auch die nahen Angehörigen, die der Schreiber nicht bedacht hat, etwas vom Kuchen abbekommen. Pflichtteilberechtigt sind allerdings nur der Ehepartner, die Abkömmlinge und die Eltern. Letztere jedoch nur, wenn keine Abkömmlinge da sind. Stief- und Schwiegerkinder sowie Geschwister erhalten gar keinen Pflichtteil. Berechtigte haben drei Jahre Zeit, ihren Anspruch auf den Pflichtteil geltend zu machen.

Pflichtteil: Wer wie viel bekommt

Die Höhe des Pflichtteils entspricht der Hälfte des gesetzlichen Erbteils (siehe weiter oben). Dem nicht im Testament bedachten Ehepartner stünde bei einer Zugewinngemeinschaft und zwei Kindern also trotzdem ein Viertel des Erbes zu. Diese 25 Prozent des Vermögens müssten die laut Testament alleinerbenden Kinder an die Mutter oder den Vater ausbezahlen.

Den Pflichtteil entziehen, kann der Erblasser nur in sehr seltenen Fällen: Beispielsweise, wenn jemand dem Erblasser, seinem Partner oder seinem Kind nach dem Leben trachtet. Oder bei böswilliger Verletzung der Unterhaltspflicht.

(udm, dpa/tmn)

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