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Kfz-Versicherung: Saftige Zuschläge für Senioren



Ältere Verkehrsteilnehmer sind schneller überfordert.
Ältere Verkehrsteilnehmer sind schneller überfordert.

Krass: Auch wer ein Leben lang unfallfrei Auto gefahren ist, zahlt automatisch ab 60 für seine Kfz-Versicherung höhere Beiträge. Dürfen die Versicherungen das überhaupt?

Fast alle Kfz-Versicherungen brummen älteren Fahrern saftige Preisaufschläge auf. Das hat eine aktuelle Stichprobe der Stiftung Warentest ergeben. Demnach zahlen Menschen ab 60 höhere  Beiträge für ihre Autoversicherung. Erst steigen die Preise kaum wahrnehmbar, doch mit etwa 65 beträgt der Aufschlag gegenüber 55-Jährigen bereits acht Prozent. Ab 70 Jahren sind es gut 20 Prozent, ab 75 Jahren knapp 50 Prozent und ab 80 Jahren sage und schreibe 76 Prozent Mehrkosten.

Preisaufschläge trotz unfallfreier Jahre

Ob man sich stets tadellos mit seinem Wagen auf den Straßen bewegt hat oder nicht, spielt keine Rolle. Die Versicherungen nehmen hier keine Differenzierung vor. Die höheren Beitragssätze steigen mit zunehmendem Alter gnadenlos – also auch dann, wenn man seit Jahren oder gar Jahrzehnten unfallfrei Auto fährt und somit in einer sehr guten Schadenfreiheitsklasse eingestuft ist.

 

Was für ein Glückspilz!(Archiv)

Posted by Der Postillon on Donnerstag, 19. November 2015


Autoversicherer lehnen Senioren ab

Einige Versicherer nehmen der Untersuchung zufolge ältere Kunden in manchen Tarifen gar nicht erst an. So akzeptiere etwa der ADAC in seinem Tarif „Eco“ nur Menschen bis 69 Jahre. Gleiches gilt für die Prokundo in den Tarifen „Basis“, „Komfort“ sowie „Komfort-Plus.“ Erlaubt sei das nur in der Teil- und Vollkasko. In der Kfz-Haftpflicht herrsche Annahmezwang. In der Regel müssen laut Stiftung Warentest die Versicherer jedem Autobesitzer mindestens die gesetzlich vorgeschriebene Deckung geben. Rein rechtlich gesehen genüge es aber, wenn sie dafür nur einen Tarif anböten.

Diskriminieren Kfz-Versicherer ältere Menschen?

Aber sind die generellen Aufschläge für Senioren überhaupt rechtens? Betroffene fühlen sich diskriminiert. Laut geltendem Recht liegt jedoch kein Verstoß gegen das Diskriminierungsverbot vor. Denn in Paragraf 20 Antidiskriminierungsgesetz heißt es: „Eine Verletzung ist nicht gegeben, wenn für eine unterschiedliche Behandlung wegen des Alters ein sachlicher Grund vorliegt.“ Genau darauf berufen sich die Versicherer. Denn der Preisanstieg lasse sich durch die erhöhte Unfallhäufigkeit älterer Autofahrer belegen.

Einsparpotentiale: Wechseln oder auf jüngeren Fahrer versichern

Die Stiftung Warentest rät, verschiedene Versicherungsangebote miteinander zu vergleichen. Hierfür bietet das Verbrauchermagazin eine Analyse für fünf Euro an. Mit einem Wechsel ließe sich unter Umständen viel Geld sparen. In der Stichprobe waren für über 70-jährige Fahrer mehr als 150 Euro drin. Bei einem Verkauf des Autos oder nach einem Schaden können Kunden sofort die alte Police kündigen, sonst im Regelfall zum Jahresende. Finanziell kann es sich auch lohnen, das Auto auf einen jüngeren Partner oder nahen Verwandten zu versichern und trotzdem Halter und Fahrer zu bleiben. Desweiteren sollten Senioren, die bei der Versicherung angegebene Jahreskilometerleistung überprüfen: Stimmt die noch oder fährt man inzwischen deutlich weniger?

Senioren: Weniger schwere, aber mehr leichte Unfälle

Unterschiedliche Statistiken zeigen, dass Fahrer ab 65 Jahren zwar seltener in schwere Unfälle verwickelt sind, allerdings nehmen Blechschäden zu. Laut Daniel John von der Huk-Coburg seien etwa Parkrempler typisch. Häufigste Unfallursache bei älteren Menschen sind den Warentestern zufolge Vorfahrtsfehler mit 23 Prozent und falsches Abbiegen mit 22 Prozent – beides Situationen, in denen es darauf ankommt, sich auf mehrere mögliche Gefahrenquellen gleichzeitig zu konzentrieren.

Arbeitsspeicher wird ab 35 langsamer

Untersuchungen zeigen, dass Senioren komplexe Situationen nicht mehr so schnell überschauen wie jüngere. Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung beim Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat dafür eine schlüssige Erklärung: Bei älteren Menschen funktioniere das Gedächtnis zwar noch einwandfrei. Sie hätten einen großen Erfahrungsschatz sozusagen auf der Festplatte gespeichert, aber „ihr Arbeitsspeicher wird langsamer“. Wenn sie mehrere Aufgaben gleichzeitig lösen oder zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln sollen, hätten viele von ihnen Probleme. Dieser Prozess setze schon mit 35 Jahren unmerklich ein. Erst ab 75 Jahren machten sich die Abweichungen deutlich bemerkbar.

Gesundheitstest für ältere Autofahrer?

Bisher konnten wissenschaftliche Studien nicht belegen, dass Gesundheitschecks mehr Verkehrssicherheit bringen. In Dänemark ging etwa die Zahl der Unfälle von Senioren nach Einführung verpflichtender Tests nicht zurück – dafür erhöhte sich Stiftung Warentest zufolge aber die Zahl der bei Fahrradunfällen getöteten Rentner, weil viele aufs Rad umstiegen. Siegried Brockmann hat einen anderen Vorschlag, nämlich eine verpflichtende Testfahrt. Die stellt sich der GDV-Forscher so vor: Ein Sachverständiger solle, ähnlich wie beim Führerschein, den Fahrer im Wagen begleiten. Die daraus resultierenden Ergebnisse müssten vertraulich bleiben und keinerlei zwingende Folgen haben. Allerdings würde der Experte dem Senior offen und unabhängig seine Meinung sagen und ihn auf Defizite hinweisen, der seinerseits dann die – hoffentlich – richtigen Konsequenzen ziehen könne.

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