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Leitzinssenkung: In Norwegen und Japan Wirkung verfehlt



Der Wechselkurs von Euro zur norwegischen Krone liegt etwa bei 1 zu 9,4.
Der Wechselkurs von Euro zur norwegischen Krone liegt etwa bei 1 zu 9,4.

Den Notenbanken laufen die Strategien aus dem Ruder: Die Leitzinssenkung in Norwegen und Japan führte statt zur Ab- zur Aufwertung von Krone und Yen. Auch in Europa verfehlt die Niedrigzinspolitik den beabsichtigten Wirtschaftsaufschwung.

Die Instrumente der Notenbanken verfehlen zusehends ihre Wirkung. In Japan und in Norwegen werteten Krone und Yen trotz einer Senkung des Leitzinses auf statt ab. Der Wirtschaftslehre zufolge hätte genau das Gegenteil eintreten müssen, also eine Schwächung der Währung. Denn niedrige Zinsen führen normalerweise zu weniger Kapitalanlagen und schwächen das Interesse ausländischer Investoren. Dadurch würde der Wechselkurs gegenüber Fremdwährungen sinken. Und in Europa? Da sucht EZB-Chef Mario Draghi nach der Senkung des Leitzinses auf historische null Prozent weiterhin nach einem geeigneten Werkzeug, um die Wirtschaft im Euro-Raum anzukurbeln.

Norwegen: Geldpolitisches Instrument verspielt

Der Chef der norwegischen Zentralbank (Norges Bank) Øystein Olsen hat Mitte März den Leitzins auf 0,5 Prozent gesenkt. Das Kalkül war laut Handelsblatt: Die Schwächung der heimischen Währung – das sollte der vom gesunkenen Ölpreis gebeutelten Wirtschaft des Landes helfen, am Weltmarkt wettbewerbsfähiger zu werden. Schließlich würde der in fremde Währungen umgerechnete Preis ihrer Waren günstiger werden. Doch bei der Norwegischen Krone hat dieses geldpolitische Instrument seine Wirkung komplett verfehlt. Statt abzuwerten, verteuerte sie sich gegenüber dem Euro direkt um ein Prozent – ein für den Devisenhandel hoher Wert.

Japan: Yen legt nach Leitzinssenkung um acht Prozent zu

Norwegische KroneDas Beispiel Norwegens zeige „die Hilflosigkeit“, vor der Notenbanker nach einer Phase lang anhaltender Niedrigzinsen stünden, schreibt das Handelsblatt. Das konnte man auch in Japan beobachten: Die dortige Notenbank habe die Zinsen zu Jahresbeginn in den Negativbereich gedrückt – mit gleichem unerwarteten Resultat: Der Yen habe statt ab- gegenüber dem Dollar acht Prozent aufgewertet und sei damit gegenüber der US-Währung so stark wie seit Oktober 2014 nicht mehr.

Leitzinsänderung: Nicht mehr als Steuerknüppel tauglich?

Die Kapitalmärkte reagieren nicht mehr vorhersehbar, sondern verhalten sich offensichtlich konträr zur bislang geltenden Wirtschaftslehre. Über die Gründe konnte selbst der norwegische Notenbankchef in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg nur Vermutungen anstellen. Wahrscheinlich sei die insgesamt angespannte Wirtschaftslage verantwortlich, die Finanzmärkte reagierten nervös auf Nachrichten. Handelsblatt-Redakteur Matthias Streit erklärt es sich so: Wenn nur eine Notenbank die Leitzinsen senke und eine Währungsabwertung erreiche, sei das erst einmal gut für die Exportprodukte ihrer Wirtschaft. Würden aber mehrere Notenbanken das Gleiche machen, ebbe der positive Effekt ab.

Europa: EZB spekuliert über Geldregen

Allmählich gehen den Notenbankern die Ideen aus, das lässt sich auch in Europa beobachten. Der EZB-Chef konnte mit der Leitzinssenkung auf null Prozent vor gut drei Wochen keinen erkennbaren Aufschwung der Wirtschaft bewirken. Ratlosigkeit macht sich unter den sogenannten Währungshütern breit, der altbewährte Werkzeugkasten scheint ausgedient zu haben. Auf der Suche nach funktionierenden Instrumenten reizen sie möglicherweise ihre Möglichkeiten zur sehr aus: Vor zwei Wochen hat sich Mario Draghi dazu hinreißen lassen, in einer Pressekonferenz das sogenannte Helikopter-Geld als „interessantes Konzept“ zu bezeichnen. Im übertragenen Sinne würde es nach dieser Idee Geldscheine auf die Bürger herabregnen, die sie direkt ausgeben und damit die Inflation ankurbeln könnten.  


Bernd Wittowski bezeichnet in der Börsenzeitung schon allein das ernsthafte Diskutieren über ein Helikopter-Geld als „kriminell“. Längst sei der Euro wertlos, nämlich in dem Sinn, dass er mit der faktischen Abschaffung des Zinses und von dessen Steuerungsfunktion keinen Preis mehr habe. Eine Notenbank, die zu allem Überfluss sinnbildlich noch Geld aus dem Hubschrauber aufs Volk werfe, hüte ihre Währung nicht, sondern „verachtet sie und tut ihr Gewalt an“. Das sei nicht nur „komplett krank“, das sei „geldpolitische Despotie“, ereifert sich der Fachredakteur. 

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