• Überblick
    • Notarielles
    • Rechtsberatung
    • Verbraucherschutz
    • Überblick
    • Börse
    • Finanzierung
    • Fremdwährung
    • Geldanlage
    • Zahlungsverkehr
    • Überblick
    • Ämter
    • Botschaften
    • Politik
    • Polizei & Feuerwehr
    • Überblick
    • Altersvorsorge
    • Haftpflicht
    • Hausratversicherung
    • Rechtsschutz
    • Unfallversicherung
    • Überblick
    • Erbschaftssteuer
    • Lohnsteuer
    • Steuererklärung
    • Verbrauchsteuer

Plötzlich Chefin? So bezahlen Sie trotz Reform keine Erbschaftssteuer



Für Erben und Erbinnen von Firmen gelten nun strengere Nachweispflichten.
Für Erben und Erbinnen von Firmen gelten nun strengere Nachweispflichten.

Wer ein Unternehmen erbt und es fortführt, zahlt oft keinen Cent Steuern. Daran ändert auch die Anfang Juli beschlossene Erbschaftsteuerreform nichts. Allerdings ist die Unternehmensnachfolge jetzt mit mehr Aufwand verbunden.

Ob Unternehmenserben Steuern zahlen müssen, hängt vor allem davon ab, ob sie den Betrieb und die Zahl der Beschäftigten aufrecht erhalten. Als Grundsatz gilt: Entscheiden sich die neuen Firmeninhaber für eine vollständige Befreiung von der Erbschaftsteuer, müssen sie den Betrieb mindestens sieben Jahre lang weiterführen. Eine Befreiung in Höhe von 85 Prozent gibt es, wenn die Erben sich für mindestens fünf Jahre festlegen.

Mehr Bürokratie für die Unternehmensnachfolger

Die Erbschaftsteuerreform sieht allerdings strengere Nachweispflichten für die Firmenchefs vor. Bisher konnte ein kleiner Betrieb mit höchstens 20 Beschäftigten übernommen werden, ohne dass die Behörden die Lohnsumme – und damit den weitgehenden Erhalt der Arbeitsplätze – überprüften. In Zukunft soll das nur noch für ganz kleine Unternehmen gelten, die maximal drei Angestellte (Auszubildende nicht miteingerechnet) haben.

Hat ein Unternehmen vier bis zehn Mitarbeiter, muss der Inhaber bei fünf Jahren Betriebsfortführung für diese fünf Jahre eine Lohnsumme von insgesamt 250 Prozent des Ausgangsjahres nachweisen. Bei sieben Jahren sind es 500 Prozent, um der Erbschaftsteuer komplett zu entgehen. Bei Betrieben zwischen elf bis 15 Mitarbeitern liegen die Lohnsummen-Grenzen bei 300 und 565 Prozent.

Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Verschärfungen betreffen nur wenige ErbenHintergrund der neuen Regelung: Das Bundesverfassungsgericht hatte Ende 2014 die bisherigen Steuervorteile für Unternehmenserben teilweise für grundgesetzwidrig erklärt und gekippt (Urteil vom 17. Dezember 2014, Aktenzeichen: 1 BvL 21/12). Für eine wirksame Neuregelung hat der Gesetzgeber Zeit bis zum 30. Juni 2016. Neben den Regelungen zur Lohnsumme hatten die Karlsruher Richter vor allem kritisiert, dass auch Unternehmen in den Genuss der Steuervergünstigungen kommen, die eine Förderung nicht benötigen. Das Verfassungsgericht hatte unter anderem gefordert, dass bei größeren Unternehmen Firmenerben nur dann verschont bleiben dürften, wenn sie in einer "Bedürfnisprüfung" nachweisen können, dass sie die Steuer finanziell nicht verkraften.

Die Richter hatten außerdem beanstandet, dass die bisherigen Regelungen zur Erbschaftsteuer eine Abgabenverschonung schon dann ermöglichen, wenn das Betriebsvermögen einen Verwaltungsvermögenanteil von bis zu 50 Prozent erreicht. Der neue Gesetzentwurf sieht vor, dass künftig nur das „begünstigte Vermögen“ verschont werden kann. Dazu zählen die Vermögenswerte, die ihrem Hauptzweck nach einer gewerblichen, freiberuflichen oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit dienen.

Verschärfungen betreffen nur wenige Erben

Nach der Entscheidung aus Karlsruhe war eine stärkere Besteuerung vieler großer Unternehmen erwartet worden. Darauf konnte die Koalition sich allerdings nicht verständigen. Die beschlossenen Verschärfungen betreffen nur wenige Unternehmen mit sehr großen Betriebsvermögen.

Wenn die Erbschaftsteuerreform in Kraft ist, soll beim Erwerb von Firmen mit einem begünstigen Vermögen von mehr als 26 Millionen Euro (bei Familienunternehmen mehr als 52 Millionen) ein Wahlrecht zwischen einer sogenannten „Verschonungsbedarfsprüfung“ oder einem „besonderen Verschonungsabschlag“ gelten.

Bei der Verschonungsbedarfsprüfung muss der Firmenerbe nachweisen, dass er nicht in der Lage ist, die Steuerschuld aus seinem Privatvermögen zu bezahlen. Reicht sein Vermögen nicht, wird die Erbschaftsteuer insoweit erlassen.

Will der Unternehmenschef seine private Finanzlage nicht offenlegen, kann er stattdessen das Verschonungsabschlagsmodell beantragen und so auf eine Steuerbegünstigung hoffen.

Dann gibt es eine Teilverschonung, die mit zunehmendem Vermögen schrittweise abnimmt. Entscheidend ist vor allem, wie stark das jeweilige Betriebsvermögen die Schwellenwerte von 26 Millionen Euro beziehungsweise 52 Millionen Euro übersteigt. Je mehr dies der Fall ist, desto mehr Erbschaftsteuer fällt an. Die Grenze liegt bei einem Verschonungsabschlag von 20 Prozent auf die Steuerschuld bei fünfjähriger Betriebsfortführung und 35 Prozent bei siebenjähriger Fortführung. Diese Grenze ist allerdings erst bei einem Betriebsvermögen im Wert von 116 bzw. 142 Millionen Euro erreicht.

Weitere themen

  • Körper
  • Mensch
  • Alternativmedizin
  • Versorgung
  • Leben
  • Mode
  • Schönheit
  • Genuss
  • Reisen
  • Technik
  • Bauen
  • Einrichten
  • Umzug
  • Garten
  • Mobilität
  • Recht
  • Geld
  • Behörden
  • Versicherungen
  • Steuern
  • Lebensweg
  • Freizeit
  • Arbeit
  • Bildung
  • Soziales
TOP SUCHBEGRIFFE