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Selbstständigkeit: Dann wird Umsatzsteuer fällig – auch bei Ebay-Verkäufen



Gratwanderung Umsatzsteuer: Zahlen oder nicht zahlen?
Gratwanderung Umsatzsteuer: Zahlen oder nicht zahlen?

Wer selbstständig ist, hat in der Regel Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer zu berechnen. Das musste auch eine Frau lernen, die via Ebay 140 Pelzmäntel verkauft hatte.

Vor Gericht gab die Klägerin an, bei den verkauften Mänteln handele es sich um eine „rein private Pelzmantelsammlung“. Der Verkauf dieser privaten Sammlung sei keine unternehmerische Tätigkeit. Die Pelze, so die Frau, hätten ihrer verstorbenen Schwiegermutter gehört. Auf die unterschiedliche Größe der Mäntel angesprochen, erklärte die Ebay-Verkäuferin, dass sich eine Kleidergröße „schon mal ändern“ könne.

Der Bundesfinanzhof, der den Fall in letzter Instanz zu entscheiden hat, hielt die Argumentation für wenig stichhaltig. In dem Urteil heißt es, dass bei unterschiedlichen Pelzarten, -marken, Konfektionsgrößen und  Ärmellängen, die um bis zu 10 Zentimeter voneinander abweichen, nicht ersichtlich sei, welches „Sammelthema“ die Besitzerin gehabt haben könnte. (Az. XI R 43/13)

Keine Sammlerin

Dazu kommt, so das Gericht, dass die Tätigkeit der Ebay-Verkäuferin nichts mit der eines privaten Sammlers zu tun hätte. Zum einen hatte die Frau nicht eigene, sondern fremde Pelzmäntel verkauft. Zum anderen sind Kleider in erster Linie Gebrauchsgegenstände und keine Sammlerstücke – anders als zum Beispiel Briefmarken oder Münzen.


Hohe Nachzahlung

Folge des Urteils: Die Frau muss Umsatzsteuer für die Verkäufe ans Finanzamt nachzahlen. Da sie an den Pelzen rund 90 000 Euro verdient hatte, macht das bei einem Steuersatz von 19 Prozent stolze 17 100 Euro. Dazu kommen die Kosten für den Rechtsstreit über mehrere Instanzen. Hätte die Frau ihren Kunden die Mehrwertsteuer gleich in Rechnung gestellt und die Umsatzsteuererklärung abgegeben, wäre ihr also viel Ärger erspart geblieben.

Wann Umsatzsteuer zu erheben ist

Selbstständige müssen für ihre Erlöse in der Regel nicht nur Einkommensteuer, sondern auch Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer ans Finanzamt zahlen. Der Unternehmer schlägt den Mehrwertsteuerbetrag auf seinen Umsatz auf und weist das auch in der Rechnung für den Kunden mit aus. Der Steuersatz liegt regulär bei 19, ermäßigt bei sieben Prozent. Der niedrigere Satz gilt zum Beispiel für Lebensmittel, mit einigen Ausnahmen, aber auch für medizinische Hilfsmittel wie Hörgeräte oder Bandagen.

Von der Umsatzsteuer befreit sind einige Dienstleistungen, zum Beispiel Heilbehandlungen, für die eine Verordnung vorliegt. Privatpatienten zahlen also für die Arztrechnung normalerweise keine Umsatzsteuer.

Kleinunternehmer sind befreit

Sogenannte Kleinunternehmer können, müssen aber keine Umsatzsteuer erheben. Voraussetzung ist, dass sie im ersten Jahr ihrer selbstständigen Tätigkeit maximal 17 500 Euro Einnahmen haben und im darauffolgenden Jahr voraussichtlich nicht mehr als 50 000 Euro.  

Ihnen bleibt die Umsatzsteuererklärung erspart. Das gilt auch für die sogenannte Umsatzsteuervoranmeldung, bei der das Finanzamt sich, meist monatlich, die eingenommene Steuersumme überweisen lässt.

Umsatzsteuer kann lukrativ sein

Kleinunternehmer sollten sich aber genau überlegen, ob sie wirklich auf die Erhebung der Umsatzsteuer verzichten wollen. Zwar haben sie etwas mehr bürokratischen Aufwand durch die Abrechnung mit dem Finanzamt. Aber sie können dann Umsatzsteuerbeträge, die sie selbst für betriebliche Anschaffungen oder Dienstleistungen gezahlt haben, bei der monatlichen Abrechnung mit dem Finanzamt abziehen.

Beispiel: Ein selbstständiger Grafiker hat in einem Monat 200 Euro Umsatzsteuer von seinen Kunden bezogen. Im selben Zeitraum hat er eine neue Druckerpatrone gekauft (40 Euro plus 19 Prozent Umsatzsteuer), ist berufsbedingt Taxi gefahren (30 Euro plus sieben Prozent) und hat sich mit einem Kunden zur Auftragsbesprechung im Restaurant getroffen (40 Euro plus sieben Prozent). Das mindert den Umsatzsteuerbetrag, den er in diesem Monat ans Finanzamt leisten muss, um rund zehn Euro.

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