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Shoppen im Ausland: Die Verbrauchsteuer und ihre Tücken



Für Zigaretten ist die Verbrauchsteuer hoch - und die steuerfreie Einfuhrmenge niedrig.
Für Zigaretten ist die Verbrauchsteuer hoch - und die steuerfreie Einfuhrmenge niedrig.

Ob Kaffee-, Bier- oder auch Tabaksteuer – am Konsum einiger Produkte verdient der Staat kräftig mit. Bei Einkäufen im Ausland können diese Verbrauchsteuern zum Problem werden.  Worauf Sie achten sollten.

Verbrauchsteuern spülen der Finanzverwaltung eine Menge Geld in die Kasse: Allein 2014 waren es rund 66 Milliarden Euro. Dabei dürfte den meisten Steuerzahlern gar nicht auffallen, dass sie zur Kasse gebeten werden. Denn Verbrauchsteuern erhebt das Finanzamt aus Gründen der Zweckmäßigkeit direkt beim Hersteller bzw. Händler. Der schlägt die Kosten in der Regel auf den Preis für Endabnehmer auf. Die wichtigste Verbrauchsteuer ist die Mehrwertsteuer. Dazu kommt eine Extra-Abgabe für bestimmte Produkte wie Lebens- und Genussmittel, aber auch Mineralöl und Strom.

Hohe Abgabe für Zigaretten, keine für Wein

Die Höhe der Verbrauchsteuer kann, je nach Ware, sehr unterschiedlich ausfallen. Beispiel: Bei Röstkaffee liegt die Steuer bei 2,19 Euro pro Kilogramm, bei löslichem Kaffee sind es sogar 4,78 Euro. Besonders teuer ist der Konsum von Tabakwaren. Von einer Packung Zigaretten gehen insgesamt drei Viertel des Preises als Steuern und Abgaben an den Fiskus.

Für Wein wird  keine zusätzliche Verbrauchsteuer fällig – für Sekt bzw. Schaumwein, Spirituosen und Bier dagegen schon. Die Höhe der Biersteuer zum Beispiel bemisst sich nach dessen Stammwürze. Beim Kauf einer 0,5 Liter-Flasche Weizenbier gehen fünf Cent an den Staat.

Der Zoll kontrolliert

Grundsätzlich gilt das sogenannte „Bestimmungslandprinzip“. Das heißt, ob eine Verbrauchsteuer anfällt und wie hoch diese ist, hängt von dem Land ab, in dem die Ware konsumiert wird bzw. werden soll. Das gilt auch innerhalb der Europäischen Union. Zuständig für die Kontrolle ist der Zoll.

Ausnahmen für den Eigenbedarf

Für den Otto-Normal-Steuerzahler wird das zum Beispiel dann wichtig, wenn er aus dem Ausland verbrauchsteuerpflichtige Produkte mit nach Hause bringt. Innerhalb Europas gibt es allerdings recht großzügige Steuerfreigrenzen: Zum Beispiel darf der Verbraucher bis zu 10 Liter Spirituosen steuerfrei mit nach Hause bringen. Bei Schaumwein, wie Sekt oder Champagner, sind es 60 Liter. Für Zigaretten gilt eine Höchstmenge von 800 Stück. Von diesen Freimengen kann allerdings nur profitieren, wer die Ware selbst transportiert (also nicht etwa per Post verschickt) und wer sie auch selbst konsumiert (und nicht gewerblich vertreibt).

Freimengen gelten nicht überall

Manche Einkäufe aus dem Ausland müssen dem Zoll gemeldet werden.Was viele Urlauber nicht wissen: Innerhalb der Europäischen Union gibt es einige Regionen, in denen die EU-Freimengen nicht gelten. Dazu zählen unter anderem die Kanarischen Inseln, die britischen Kanalinseln sowie die französischen Überseedepartements wie Martinique und Guadeloupe. 

Für Einkäufe von dort gelten die gleichen Freimengen wie für Waren aus Nicht-EU-Staaten. Die Einfuhrgrenzen sind vergleichsweise streng. Beispiel Spirituosen: Bei einem Alkoholgehalt von maximal 22 Volumenprozent können zwei Liter steuerfrei eingeführt werden. Bei über 22 Volumenprozent ist es nur ein Liter. Wer Zigaretten mitbringen will, sollte sich an die Freigrenze von maximal 200 Stück halten. Voraussetzung ist auch hier, dass der Betreffende die Ware selbst nach Deutschland transportiert und nur für den Eigenbedarf nutzt.  

Überschreiten Mitbringsel, zum Beispiel aus Teneriffa, die genannten Freimengen, müssen sie nach der Ankunft in Deutschland beim Zoll angemeldet werden. Für Reisende, die das nicht tun und bei einer Kontrolle erwischt werden, kann es teuer werden.

Geschenkpäckchen aus Amerika

Wer aus dem Ausland Geschenke bekommt oder dahin verschickt, muss sich an etwas andere Regeln halten. Hier spielt vor allem der Warenwert eine Rolle. Kommt beispielsweise von einem Freund aus den USA ein Päckchen mit einem Gesamtwert von nicht mehr als 45 Euro,  bleibt der Empfänger generell von Zoll und Steuer verschont. Allerdings gelten für verbrauchsteuerpflichtige Waren auch hier Freimengen, an die man sich halten sollte.  Vor dem Zoll in jedem Fall sicher sind zum Beispiel ein Liter Schaumwein oder 500 Gramm Kaffee.

Liegt der Wert des Pakets über 45 und bis 700 Euro, sieht es anders aus. Dann wird generell ein pauschaler Abgabensatz von 17,5% fällig. Dazu kommen, je nach Ware, noch die Verbrauchsteuern.  

Zoll und Steuer beim Online-Shopping

Auch für das Online-Shopping und den Versand der Bestellung aus dem Ausland gibt es klare Vorgaben. Die Annahme, dass solche Einkäufe innerhalb der EU generell steuer- und zollfrei sind, ist falsch. Denn die Geschäfte sind gewerblich und unterliegen der deutschen Verbrauchsteuer. Allerdings ist für die Entrichtung der Verkäufer zuständig. Wer unsicher ist, ob dieser die Ware ordentlich versteuert, sollte sich das von ihm schriftlich bestätigen lassen.


Wer in einem Nicht-EU-Land eingekauft hat, kommt am Zoll meist nicht vorbei. Ob und welche Einfuhrabgaben anfallen, hängt auch da vom Wert der Sendung ab. Liegt der nicht über 22 Euro, fallen in der Regel keine Extra-Abgaben an. Ausgenommen sind Produkte wie Alkohol, Tabakwaren, Kaffee oder auch Parfum.

Liegt der Wert der Sendung über 22 Euro, wird generell die Einfuhrumsatzsteuer in Höhe von 19 Prozent bzw. 7 Prozent fällig. Diese wird allerdings nur erhoben, wenn sie über fünf Euro liegt. Bei einem Warenwert von mehr als 150 Euro kommen in der Regel noch Abgaben nach dem Zolltarif dazu.

Wichtig ist auf jeden Fall, bei der Zollinhaltserklärung ehrlich zu sein. Denn der Zoll kontrolliert die Postsendungen stichprobenartig, das Brief- und Postgeheimnis gilt für ihn nicht.  

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