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So wird die Erbschaftsteuer nicht zur Falle: Steuerbefreiung für Eigenheim-Erben



Mit ein paar Kniffen umgehen Sie die überhöhte Erbschaftsteuer.
Mit ein paar Kniffen umgehen Sie die überhöhte Erbschaftsteuer.

Werden Immobilien geschickt vererbt, zahlen die meisten Erben kaum oder keine Steuern.

In der Entscheidung des Bundesfinanzhofs ging es um das Eigenheim eines Vaters, der seine zwei Kinder als Erben eingesetzt hatte. Der Mann hatte eine Wohnung in dem Zweifamilienhaus selbst bewohnt, die andere war vermietet. Nach seinem Tod, Ende 2010, wollte der Sohn die Wohnung des Vaters selbst nutzen. Er zog aber erst Ende 2011 ein. Als im März 2012 die Erbauseinandersetzung, also die Aufteilung des Nachlasses zwischen den Erben, beendet war, bekam der Mann auch die andere Hälfte des Eigenheims zugesprochen.

Das Finanzamt wollte allerdings die Steuerbefreiung für die nicht vermietete Wohnung nur entsprechend dem Erbteil, also zur Hälfte, akzeptieren. Der Bundesfinanzhof lehnte das in einem im September 2015 veröffentlichten Urteil ab (Az. II R 39/13).

Die Richter stellten klar, dass dem Kläger die Steuerbefreiung für die selbstgenutzte Wohnung zustehe, weil er ca. ein Jahr nach dem Erbfall, und damit „innerhalb angemessener Zeit“, eingezogen sei. Eine Frist von einem halben Jahr bis zum Umzug hält der Bundesfinanzhof für zu kurz. Dauert es bis zur Selbstnutzung länger, müssen die Erben allerdings erklären, warum das der Fall ist. Auch dass die Erbauseinandersetzung erst im März 2012 stattfand, also knapp eineinhalb Jahre nach dem Erbfall, darf nach Ansicht der Richter keine Rolle spielen.

Freibeträge ausschöpfen

Ein Großteil der Eigenheim-Erben muss sich aber gar nicht erst mit dem Finanzamt auseinandersetzen. Denn für nahe Angehörige, vor allem Ehepartner und Kinder, sind die steuerlichen Freibeträge hoch: Ehepartner zahlen keine Erbschaftsteuer, wenn der Gesamtwert ihres Erbes 500 000 Euro nicht übersteigt. Wer Mutter oder Vater beerbt, bleibt bis zu einer Grenze von 400 000 Euro von der Steuer verschont.

Ganz anders aber sieht es zum Beispiel bei unverheirateten Paaren aus. Der Steuerfreibetrag liegt dann nur bei 20 000 Euro. Das Gleiche gilt, wenn Verwandte wie Geschwister, Neffen oder Nichten erben. Gehören in solchen Fällen ein Haus oder eine Wohnung zum Nachlass, kann die Erbschaftsteuer zur großen finanziellen Belastung werden. Soll laut Testament beispielsweise die Lebensgefährtin des Verstorbenen eine Immobilie im Wert von 400 000 Euro erhalten, gilt für sie Steuerklasse III – die ungünstigste. Nach Abzug des Freibetrags besteuert das Finanzamt den Nachlass dann generell mit 30 Prozent.

Auf Umwegen vererben

Eine Möglichkeit, um in solchen Fällen weniger oder gar keine Erbschaftsteuer zu zahlen, ist die testamentarische Bestimmung eines Vorerben. Beispiel: Eine 40-jährige Frau, die selbst keine Kinder hat, möchte ihre Eigentumswohnung im Wert von 200 000 Euro an ihre zwei Nichten vererben. Da diesen beiden aber nur der niedrige Freibetrag von 20 000 Euro zusteht, rechnet es sich, wenn die Frau zunächst ihre eigenen Eltern als Erben einsetzt. Denn von ihnen kann jeder einen Steuerfreibetrag von 100 000 Euro ausschöpfen.

Um sicherzustellen, dass nach dem Tod der Eltern die Nichten erben, sollte die Erblasserin in ihrem Testament festlegen, dass diese Nacherben der Wohnung sein sollen. Da die beiden dann steuerrechtlich als Erben ihrer Großeltern gelten, steht ihnen der deutlich bessere Freibetrag von je 200 000 Euro zu.

Rechtzeitig schenken

Rechtzeitig schenken erspart hohe Steuern.Auch wer Vermögenswerte schon zu Lebzeiten weitergibt, zum Beispiel an seine Kinder oder Enkel, kann die Steuerlast senken. Beliebte Konstellationen: Eltern, die mehr zu vererben haben als vom Freibetrag ihrer Kinder gedeckt ist, schenken diesen zu Lebzeiten Wertvolles wie Kunst, Schmuck – oder auch ihr Eigenheim. Ein sogenannter Nießbrauch sichert den Eltern dann das Recht, lebenslang in dem Haus zu wohnen oder auch Miete einzunehmen.

Ein weiterer Vorteil: Der Nießbrauch senkt den Wert der Immobilie – und damit auch die spätere Erbschaftsteuer der Kinder. Nachteil: Die Immobilie wird erst einmal so gut wie unverkäuflich. Außerdem müssen mögliche Streitpunkte, zum Beispiel, wer die Kosten für Reparatur- oder Renovierungsarbeiten tragen soll, gründlich geregelt werden.

Natürlich sind auch große Schenkungen nicht abgabenfrei: Grundsätzlich gelten die gleichen Freibeträge und Steuersätze wie im Erbfall. Allerdings kann der Schenkungsfreibetrag alle zehn Jahre neu genutzt werden. Was über zehn Jahre vor dem Tod des Erblassers verschenkt wurde, darf das Finanzamt außerdem bei der Ermittlung der Erbschaftsteuer nicht berücksichtigen.

Beispiel: Ein Vater möchte seinem einzigen Kind neben seinem Haus auch sein weiteres Eigentum vermachen, das alles in allem rund 300 000 Euro wert ist. Elf Jahre vor seinem Tod überschreibt er der Tochter sein Eigenheim im Wert von rund 400 000 Euro und lässt für sich im Grundbuch einen Nießbrauch eintragen. Die Tochter hat einen Schenkungsfreibetrag von 400 000 Euro, das Finanzamt geht also leer aus. Als der Erbfall eintritt, kann sie noch einmal den vollen Freibetrag nutzen – und zahlt keine Erbschaftsteuer. 

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