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Sturz bei Firmenlauf: Muss die Unfallversicherung zahlen?



Nicht jeder Wettlauf in der Firma ist sportlicher Natur
Nicht jeder Wettlauf in der Firma ist sportlicher Natur

Firmenevents wie Skiausflüge oder Marathonläufe sind mittlerweile gang und gäbe. Doch wer zahlt eigentlich, wenn ein Mitarbeiter sich dabei verletzt? Greift hier die gesetzliche Unfallversicherung?

Ob gemeinsames Skilaufen, Meditieren oder Laufen: Mit Firmenevents wollen Chefs den Teamgeist beziehungsweise den Gemeinschaftssinn ihrer Belegschaft stärken. Doch was ist, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin dabei zu Schaden kommt? Greift dann die gesetzliche Unfallversicherung, über die Angestellte während ihrer Arbeitszeit und auf dem Hin- und Rückweg versichert sind? Ja, entschied das Sozialgericht Detmold kürzlich (AZ: S 1 U 99/14). Allerdings komme es auf den Einzelfall an.

Unfall beim Firmenlauf

Im verhandelten Fall ging es um eine 48-jährige Angestellte, die nach der Teilnahme an einem Firmenlauf beim Überqueren der Straße stürzte und sich Verletzungen am Knie und im Gesicht zuzog. Da es sich um eine Betriebsveranstaltung gehandelt hatte, wollte die Verletzte Schadensersatzleistungen der gesetzlichen Unfallversicherung in Anspruch nehmen. Nachdem diese nicht zahlte, erhob die betroffene Frau Anklage.


Gesetzliche Unfallversicherung lehnt Anspruch ab

Die zuständige Berufsgenossenschaft betrachtete den Sturz nicht als Berufsunfall. Sie vertrat dem Urteil zufolge die Auffassung, dass es sich um eine rein sportliche Veranstaltung gehandelt hat, da nicht alle Mitarbeiter teilnehmen konnten. Ein Teil der Belegschaft sei aufgrund mangelnder Kondition oder aus gesundheits- und altersbedingten Einschränkungen nicht fähig gewesen, bei dem Firmenlauf mitzumachen. Deshalb sei ein solcher Event nicht dazu geeignet, den Gemeinschaftsgedanken in einem Unternehmen zu fördern. Das sei allerdings eine der Voraussetzungen für den gesetzlichen Versicherungsschutz. Außerdem sei die erforderliche Mindestbeteiligungsquote von 20 Prozent nicht erfüllt, da von 30.000 Beschäftigten insgesamt nur 1.200 Mitarbeiter an dem Lauf teilgenommen hätten.

Richter: Gemeinschaftsgedanke war im Vordergrund

Die Ansicht des Unfallversicherungsträgers teilten die Richter des Sozialgerichts Detmold nicht und entschieden: Die Teilnahme an dem Firmenlauf stand unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Eine feste Mindestbeteiligungsquote könne nicht gefordert werden. Vielmehr seien immer die konkreten Verhältnisse des Einzelfalls im Rahmen der anzustellenden Gesamtbetrachtung ausschlaggebend. Das Programm war nach Auffassung der Kammer so gestaltet, dass der Gemeinschaftsgedanke im Unternehmen im Vordergrund stand. Das gehe unter anderem von dem Flyer, mit dem der Arbeitgeber zur Teilnahme an dem Firmenlauf eingeladen hatte, hervor. Darin habe der Firmenchef ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Strecke von 6 km für jeden machbar sei. Und: Für diejenigen, die nicht mitlaufen wollten, habe es sogenannte Fan-Tickets gegeben, um als Zuschauer an der Rahmenveranstaltung teilnehmen zu können.

Sozialgericht: Vertrauensschutz gefragt

In der Urteilsbegründung heißt es weiter, der Versicherungsschutz müsse auch aus Vertrauensschutzgesichtspunkten bejaht werden. Denn die Beteiligungsquote könne zum Zeitpunkt der Anmeldung noch gar nicht feststehen. Auch das Argument des Unfallversicherungsträgers, dass Mitarbeiter wegen körperlicher Einschränkungen nicht hätten teilnehmen können, ließen die Richter nicht zu. „Eine engere Sichtweise verbietet sich“, weil es in jedem Unternehmen „(geh-)behinderte“ Mitarbeiter geben dürfte, die nicht in der Lage seien, auch nur wenige Meter zu gehen. Jeder Betriebsausflug, bei dem auch nur ein kleiner Spaziergang zum Programm gehöre, stünde dann nicht mehr unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung, stellten die Richter klar.

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