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Vorteilhafte Erbschaft: Hohe Steuerfreibeträge trotz Wohnsitz im Ausland



Die unbeschränkte Steuerpflicht gilt noch fünf Jahre nach dem Weggang aus Deutschland.
Die unbeschränkte Steuerpflicht gilt noch fünf Jahre nach dem Weggang aus Deutschland.

Wenn ein Deutscher, der im Ausland gelebt hat, stirbt, stellt sich die Frage, welches Erbschaftsteuerrecht zur Anwendung kommt. Oft besteht nur eine beschränkte Steuerpflicht im Heimatland. Das Finanzgericht Düsseldorf hat jetzt klargestellt, dass im Erbfall trotzdem die hohen deutschen Freibeträge gelten.

Bedeutendes Urteil nach Erbschaft in der Schweiz

In dem Fall, den die Richter entschieden haben, ging es um eine aus Deutschland stammende Frau, die mit ihrem Ehemann in der Schweiz gelebt hatte. Als sie starb, erbte er das gesamte Vermögen, darunter Eigentumsanteile an vier Wohnungen in Deutschland. Als das Finanzamt die Erbschaftsteuer festsetzte, rechnete es allerdings nur einen Steuerfreibetrag von 2000 Euro an – statt der in Deutschland eigentlich geltenden 500 000 Euro. Begründung: Der hohe Freibetrag müsse um den Teil gekürzt werden, der auf das nicht von der Steuerpflicht erfasste Vermögen im Ausland entfällt. Das sei nötig, um eine ungerechtfertigte Besserstellung des Erben zu vermeiden.

Die Düsseldorfer Richter kassierten diesen Steuerbescheid und verwiesen auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs. Die EU-Richter hatten entschieden, dass es nicht gegen den Grundsatz der Gleichbehandlung verstößt, wenn im Ausland lebende Steuerpflichtige den vollen Freibetrag bekommen – auch wenn der in Deutschland besteuerte Nachlass nur ein Teil der gesamten Erbschaft ausmacht. Dem Kläger aus der Schweiz steht also der volle Freibetrag von 500 000 Euro zu.  

Wie der Staat Auswanderer besteuert

Als Grundsatz gilt: Wer seinen „gewöhnlichen Aufenthalt“ im Ausland hat, ist in Deutschland nur beschränkt steuerpflichtig. Entscheidend ist, grob gesagt, ob jemand sich die meiste Zeit des Jahres im In- oder Ausland aufhält.

Entscheidend ist, in welchem Land man sich am meisten aufhält.Allerdings gilt die unbeschränkte Steuerpflicht noch fünf Jahre nach dem Wegzug aus Deutschland – zumindest, was die Erbschaft- und Schenkungssteuer angeht.

Die Frist kann sich sogar auf zehn Jahre verlängern, zum Beispiel, wenn für das neue Domizil extra ein Niedrigsteuerland ausgesucht wurde.


Doppelbesteuerung vermeiden

Dazu kommt, dass es für die Besteuerung nach deutschem Recht genügt, wenn der Erbe (bzw. Beschenkte) in Deutschland lebt. Wer also in Berlin wohnt und den Opa in Spanien beerbt, muss grundsätzlich seine Erbschaft mit dem deutschen Finanzamt abrechnen.

Doppelbesteuerungsabkommen verhindern, dass zusätzlich der Staat, in dem der Erblasser gelebt hat, Abgaben erhebt. Deutschland hat solche Abkommen aber bisher nur mit Frankreich, Dänemark, Griechenland, Schweden, der Schweiz und den USA geschlossen. Es kann also durchaus sein, dass die Finca in Spanien doppelt besteuert wird. In der Praxis verhindern auch das meist die hohen deutschen Freibeträge: Kinder und Enkel des Erblassers zahlen erst Erbschaftsteuer, wenn ihr Anteil am Nachlass im Wert über 400 000 Euro liegt.

Einkommen und Renten im Ausland

Auch der deutschen Einkommensteuer entgehen viele Auswanderer nicht. Wer hierzulande Einkünfte hat, zum Beispiel aus der Vermietung einer Wohnung, muss dieses Einkommen auch im Inland versteuern.

Rentner im Ausland müssen jeden Euro ihrer Rente versteuern.Problematisch ist aber vor allem die Situation vieler Rentner im Ausland. Das Finanzamt Neubrandenburg, das die Besteuerung der deutschen Auslandsrenten verantwortet, erfasst alle, die eine Rente aus Deutschland beziehen. Laut Vereinigte Lohnsteuerhilfe e.V. (VLH) werden diese Auslandsrentner nun sukzessive aufgefordert, eine Steuererklärung für jedes Jahr ab 2005 einzureichen. So will es das Alterseinkünftegesetz.

Kein Freibetrag für Auslandsrentner

Wer Post aus Neubrandenburg bekommen hat, muss mit einer Steuernachzahlung rechnen – selbst bei einer kleinen Rente. Denn Senioren, die in Deutschland nur beschränkt steuerpflichtig sind, haben einen großen Nachteil: Ihnen steht kein steuerlicher Grundfreibetrag zu.

Eigentlich darf ein allein lebender Rentner in Deutschland generell 8652 Euro im Jahr steuerfrei einnehmen, also 721 Euro im Monat. Doppelt so viel steht verheirateten Rentnern zu. Wer im Ausland lebt, muss aber jeden Euro Rente, den er bekommt, auch versteuern. Der Lohnsteuerhilfeverein VLH rät daher vielen Rentnern, beim Finanzamt einen Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht zu stellen, um vom Grundfreibetrag zu profitieren. Rentner, die im Ausland leben, sollten sich auf jeden Fall von einem Steuerfachmann beraten lassen. 

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