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4 Schritte zur Pflegestufe



Bereiten Sie sich auf den Gutachter vor, der über die Pflegestufe entscheidet. (Illustration: Lobulo)
Bereiten Sie sich auf den Gutachter vor, der über die Pflegestufe entscheidet. (Illustration: Lobulo)

Pflegebedürftigkeit ist eine Lebenssituation, die sich niemand aussucht. Aber wenn man dann doch betroffen ist, muss sie irgendwie bewältigt werden. So meistern Sie die ersten Hürden.

Die Feststellung der Pflegestufe ist häufig eine Herausforderung für Menschen, die pflegebedürftig werden oder einen nahen Angehörigen zu Hause pflegen und nun Leistungen aus der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen möchten. Dies ist jedoch die Voraussetzung, um zumindest die finanzielle Mehrbelastung, die eine Pflege von Angehörigen immer bedeutet, etwas zu entschärfen. Aber: Wie funktioniert das? Welche Voraussetzungen muss man erfüllen? Was bedeutet Pflege eigentlich genau? Hier der Weg in vier Schritten.

Schritt 1: Die gute Vorbereitung

Was Sie unter dem Begriff „Pflege“ verstehen, ist möglicherweise etwas ganz anderes als das, was der Gesetzgeber damit meint. Aber für die Beanspruchung von Leistungen aus der Pflegekasse zählt nur das. Ein weit verbreiteter Irrtum ist beispielsweise, dass die Feststellung der Pflegestufe – und damit die Höhe der Leistungen, die Sie erhalten – von der Schwere der Erkrankung abhängt. Dem ist nicht so! Nach den Regeln des Gesetzgebers ist nur entscheidend, wie viel Zeit für die Pflege benötigt wird. Zur „Pflege“ im Verständnis der Pflegekasse gehören erstens Körperpflege (Duschen, Baden, Zahnpflege, Kämmen, Rasieren), Hilfe bei der Ernährung (mundgerechtes Zubereiten, „Füttern“) und Hilfe beim morgendlichen Aufstehen, dem Zu-Bett-Gehen und der dafür benötigte Aufwand für das An- und Auskleiden. Nur dies ist für die Bemessung der Pflegestufe wichtig.

Gut informiert zu sein ist zunächst die wichtigste Vorbereitung, bevor ein Antrag gestellt wird. Die Pflegekasse ist verpflichtet, Pflegebedürftige und Angehörige zu beraten. Weitere Informationen erhalten Sie bei den so genannten „amtlichen Pflegestützpunkten“, die trägerneutrale, umfassende und wohnortnahe Beratungen anbieten. Wo der nächstgelegene Pflegestützpunkt für Ihren Ort ist, erfahren Sie bei Ihrer Stadtverwaltung.

Antragsteller zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit ist übrigens immer der Pflegebedürftige selbst. Aus diesem Grund sollten Angehörige sich rechtzeitig um eine Vollmacht für den Fall bemühen, dass der Pflegebedürftige nicht mehr selbst aktiv werden kann.

Schritt 2: Antragstellung und die Vorbereitung auf den Besuch des Gutachters

Zunächst die Fakten: Der Antrag kann formlos, sollte aber schriftlich bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Leistungen der Pflegekasse sind unabhängig vom Einkommen.

Der nächste Schritt ist der Hausbesuch eines Gutachters des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK).

Die eigene Hilfebedürftigkeit einer fremden Person in einer Art Prüfung zur Schau stellen zu müssen, wird von den allermeisten Menschen als entwürdigend empfunden. Kein Mensch möchte zeigen, was er nicht (mehr) kann. So ist es nur allzu sehr nachvollziehbar, wenn Angehörige ihre Pflegebedürftigkeit abstreiten und während der Begutachtung – möglicherweise beflügelt durch die emotionale Stresssituation – auf einmal viel mehr können als im alltäglichen Leben. Insbesondere beim Thema „Inkontinenz“ muss eine extrem hohe Schamschwelle überwunden werden, sich – und anderen – diese Schwäche einzugestehen. Doch gerade Inkontinenz bedeutet auch aus Sicht der Pflegekasse einen hohen pflegerischen Mehraufwand, der bei der Beurteilung berücksichtigt wird.

Weil diese Situation für den Angehörigen und den Pflegebedürftigen so schwierig ist, wird empfohlen, sie so emotionsfrei es nur geht im Vorfeld zu besprechen, und sie am besten sogar in einem Rollenspiel zu üben. Denken Sie daran: Es ist weder im Sinne des Angehörigen, noch im Sinne des Pflegebedürftigen, wenn beim Gutachter ein realitätsfernes Bild entsteht, das dann zur Grundlage des Gutachtens wird.

Schritt 3: Bescheid und die Möglichkeit zum Widerspruch

Nach der Antragstellung muss der Bescheid spätestens nach fünf Wochen erfolgen. Deckt sich das Ergebnis mit Ihrer Einschätzung, ist diese Hürde überwunden. Sie erhalten die Ihnen zustehenden Leistungen und können sich wieder voll und ganz auf die konkrete Pflege konzentrieren.

Sollte in der Beurteilung jedoch ein geringerer Pflegeaufwand festgestellt werden, als tatsächlich erbracht wird, haben Sie die Möglichkeit Widerspruch einzulegen. Da Sie ein Recht auf Akteneinsicht haben, muss Ihnen die Behörde Einsicht in alle Unterlagen geben, die für das Verfahren relevant sind. Die wichtigste Unterlage ist dabei das Gutachten selbst, denn hier können Sie überprüfen, ob die Situation richtig erfasst und bewertet wurde.

Tipp: Nehmen Sie Hilfe in Anspruch, zum Beispiel bei einem Pflegedienst, bei der Beratungsstelle am Pflegestützpunkt (siehe Schritt 1) oder bei anderen Betroffenen in Ihrem Umfeld. Kommen Sie nach der sorgfältigen Prüfung immer noch zu der Einschätzung, dass die Pflegebedürftigkeit unzutreffend beurteilt wurde, legen Sie Widerspruch ein. In der Rechtsbehelfsbelehrung des Bescheides erfahren Sie, an wen der Widerspruch gesendet und welche Frist eingehalten werden muss. Ist die Frist für die Erstellung der Widerspruchsbegründung zu knapp, legen Sie zunächst nur formlos Widerspruch ein, den Sie so formulieren können: „Gegen den Bescheid vom (xy), Aktenzeichen xy, lege ich Widerspruch ein. Die Begründung wird nachgereicht.“ Beachten Sie: Auch der Widerspruch muss vom Pflegebedürftigen selbst eingelegt werden.

Anschließend erfolgt eine weitere Begutachtung durch einen anderen Gutachter. Da die Erfolgsaussichten bei einem Widerspruch recht gut sind, sollten Sie die Mühe nicht scheuen.

Schritt 4: Leistungsansprüche geltend machen

Pflegebedürftig? Informieren Sie sich, welche Sachleistungen Ihnen zustehen.Um alle Illusionen zu vermeiden: Die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind nur als „Ergänzung“ einer ehrenamtlichen Pflege vorgesehen. Für eine Vollversorgung reichen sie nicht aus. Grundsätzlich gibt es Pflegegeld und Sachleistungen. Das Pflegegeld wird dem Pflegebedürftigen ausgezahlt.

Darüber hinaus können folgende Sachleistungen in Anspruch genommen werden:

Ansprüche auf Pflegesachleistungen für häusliche Pflege
Pflegesachleistungen können für die Hilfe durch einen ambulanten Pflegedienst (auch in Kombination mit dem Pflegegeld) eingesetzt werden.

Pflegehilfsmittel
Grundsätzlich werden unter dem Begriff Pflegehilfsmittel Geräte und Sachmittel verstanden, die zur häuslichen Pflege notwendig sind, sie erleichtern und dazu beitragen, dem Pflegebedürftigen eine selbstständige Lebensführung zu ermöglichen.

Ersatzpflege
Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer Ersatzpflege. Ab dem 1. Januar 2015 ist eine Ersatzpflege bis zu 6 Wochen pro Kalenderjahr möglich.

Teilstationäre Leistungen der Tages-/Nachtpflege
Unter Tages- und Nachtpflege (teilstationäre Versorgung) versteht man die zeitweise Betreuung im Tagesverlauf in einer Pflegeeinrichtung.

Kurzzeitpflege
Viele Pflegebedürftige sind nur für eine begrenzte Zeit auf vollstationäre Pflege angewiesen, insbesondere zur Bewältigung von Krisensituationen bei der häuslichen Pflege oder übergangsweise im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt. Für sie gibt es die Kurzzeitpflege in entsprechenden stationären Einrichtungen.

Zusätzliche Leistungen für Pflegebedürftige in ambulant betreuten Wohngruppen
Neue Wohnformen, unter anderem Senioren-Wohngemeinschaften sowie Pflege-Wohn-Gemeinschaften, bieten die Möglichkeit, zusammen mit Frauen und Männern in derselben Lebenssituation zu leben und Unterstützung zu erhalten – ohne auf Privatsphäre und Eigenständigkeit zu verzichten.

Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen
Wenn ein Pflegebedürftiger oder jemand, der in seiner Alltagskompetenz dauerhaft erheblich eingeschränkt ist, zu Hause gepflegt und betreut wird, kann es hilfreich sein, das Wohnumfeld an die besonderen Belange des Pflege- oder Betreuungsbedürftigen individuell anzupassen.

Leistungen bei vollstationärer Pflege
Durch Leistungen der vollstationären Pflege werden Pflegebedürftige, die zum Beispiel in einem Pflegeheim leben, unterstützt.

Zusätzliche Betreuungs- (und Entlastungs-)Leistungen
Den Betreuungsbetrag erhalten Versicherte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (psychisch kranke, behinderte oder demenziell erkrankte Menschen). Es wird je nach Betreuungsbedarf ein Grundbetrag oder ein erhöhter Betrag gewährt.

Welche Leistungen in welcher Höhe erbracht werden, richtet sich nach der jeweiligen Pflegestufe.

Mehr Ratgeber-Infos zum Thema "Pflege" finden Sie auch im neuen TB GUIDE Gesundheit & Medizin für Berlin. Kostenlos erhältlich in mehr als 300 Apotheken - oder bequem bestellen unter 0800/386 334 36.

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