• Überblick
    • HNO
    • Haut
    • Herz & Kreislauf
    • Muskulatur
    • Magen & Darm
    • Nervensystem
    • Diabetes
    • Rücken & Gelenke
    • Zähne
    • Atemwege
    • Allergien
    • Autoimmunerkrankungen
    • Schmerzen
    • Überblick
    • Schwangerschaft & Geburt
    • Frauengesundheit
    • Männergesundheit
    • Kindergesundheit
    • Sexualität
    • Überblick
    • Homöopathie
    • Heilpflanzen
    • Hausmittel
    • Therapien
    • Überblick
    • Pflege
    • Arzt & Medikamente
    • Erste Hilfe
    • Gesellschaftliches
    • Berufsbilder
    • Überblick
    • Psyche
    • Sport
    • Wellness
    • Ernährung
    • Sucht

Abstinenz auf Zeit: Sind Alkoholpausen sinnvoll?



Vorübergehende Abstinenz: Wasser statt Cocktails
Vorübergehende Abstinenz: Wasser statt Cocktails

Dem Alkohol zeitweise entsagen: eine gesundheitsfördernde Maßnahme oder irreführende Selbsttäuschung? Was man bei Abstinenz auf Zeit beachten muss.

Der Alkohol ist in unserer Gesellschaft nicht nur akzeptiert und leicht zugänglich, sondern auch fest in unserem Alltag verankert: Ein Wein zum Essen, das eine oder andere Bier nach Feierabend, Sekt und Hochprozentiges auf jeder Party. Und immer gibt es einen Anlass anzustoßen. Doch während die einen den maßvollen Umgang mit Alkohol gut im Griff haben, rutschen andere unbemerkt in eine gefährliche Abhängigkeit rein. Um diese zu verhindern sowie weitere Gesundheitsrisiken zu vermeiden, setzen manche auf Abstinenz – zumindest auf Zeit. Doch was bringt es? Und was sollte man dabei beachten?

Abstinenz auf Zeit: Was sagen die Mediziner?

Den Alkoholkonsum gering zu halten und zumindest zeitweise Abstinenz zu üben, finden viele Mediziner sinnvoll. „Es gibt grundsätzlich keinen sicheren Alkoholkonsum. Auch schon geringe Mengen Alkohol erhöhen das Risiko für Zellschäden an der Leber. Fest steht: Je höher der Konsum, umso schädlicher“, verdeutlicht Georg Poppele, Sprecher des Arbeitskreises Qualifizierter Entzug in der Inneren Medizin des Berufsverbandes Deutscher Internisten.

Das weiß auch Michaela Goecke, Leiterin des BZgA-Referats Suchtprävention. Sie betont: „Mit dem Alkoholkonsum steigen die Risiken für mehr als 200 verschiedene Krankheiten, insbesondere Herzkreislauf- und Krebserkrankungen.“ Bei Frauen erhöht sich insbesondere die Wahrscheinlichkeit, am Brustkrebsrisiko zu erkranken, für Männer an Krebs im Mund, Rachenraum und im Darm.

Zeitweise Abstinenz: Wie lange sollte pausiert werden?

Beschließt man also, seinem Körper etwas Gutes zu tun und auf Alkohol zu verzichten, stellt sich die Frage: für wie lange? Poppele zufolge helfen dem Immunsystem bereits zwei bis vier Wochen Abstinenz, um sich zu erholen. Durch zwei Monate absoluter Enthaltsamkeit können sich sogar nachweisbare Schäden an der Leber wie alkoholbedingte Entzündungen oder eine Fettleber zurückbilden, sagt der Experte.


Vorteile des Alkoholverzichts

Die Folgen der Abstinenz dürften laut Goecke gerade diejenigen spüren, die größere Mengen Alkohol als empfohlen konsumieren. Gewichtsreduktion gehöre zu möglichen Effekten: zum einen weil Alkohol oft kalorienreich ist, zum anderen weil er Heißhunger auslösen kann.


Weitere Effekte sind Prof. Dr. Falk Kiefer zufolge psychologischer Natur. Der ärztliche Direktor der Klinik für Abhängiges Verhalten und Suchtmedizin am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim betont, dass die Abstinenz die eigene Abhängigkeit erst so richtig bewusst machen und zum Nachdenken bewegen kann. „Viele Menschen unterschätzen die Macht der Gewohnheit. Der langsame Übergang zu einem riskanten Konsum wird oft nicht erkannt.“ Kiefer sagt, dass die meisten die Abhängigkeit erst spüren, wenn sie aufgrund körperlicher oder sozialer Probleme ihr Trinkverhalten ändern wollen, es aber nicht mehr können.

Schein-Abstinenz: Selbsttäuschung als Risiko

Doch während der zeitweise Verzicht auf Alkohol den Körper entlasten oder sogar die eigene Abhängigkeit vor Augen führen kann, erlaubt er manchmal auch trügerische Schlussfolgerungen. So täuschen sich mit der kurzzeitigen Schein-Abstinenz manche Abhängige nur sich selbst, weiß Popelle. Laut ihm lässt es sich gerade im frühen Stadium der Sucht immer wieder beobachten, dass der gelungene Verzicht als Beweis dafür angesehen wird, kein Problem mit Alkohol zu haben. "Anschließend trinken sie jedoch weiter und rutschen dann in eine Abhängigkeit."

Davor warnt auch Kiefer: „Wer sich einen Monat seine Abstinenzfähigkeit beweist und anschließend umso mehr trinkt und den Verzicht nachholt, tut sich keinen Gefallen“. Dagegen sei es besser, regelmäßig auf Alkohol zu verzichten: mindestens an zwei Tagen die Woche.

Wie geht Abstinenz auf Zeit?

Dem Alkohol zu entsagen fällt manchen Menschen schwer, selbst auf Zeit. Goecke setzt da auf Belohnung: „Wenn man erfolgreich eine Zeit lang verzichtet hat, kann man sich ruhig belohnen, zum Beispiel mit einem Kinobesuch.“ Auch wenn man sich beschäftigt hält, eine Kleinigkeit erledigt oder sich ablenkt, gehe die Lust auf Alkohol oft schnell vorüber. Schwieriger wird es da bei vielen gesellschaftlichen Anlässen, bei denen Alkohol konsumiert wird. Meiden muss man diese jedoch nicht unbedingt. In diesen Fällen rät Goecke dazu, die eigene Position in Form eines freundlichen aber bestimmten Neins zu Alkohol deutlich zu machen und sich stattdessen für eine alkoholfreie Variante zu entscheiden. 

 

(kq, dpa/tmn)

Weitere themen

  • Körper
  • Mensch
  • Alternativmedizin
  • Versorgung
  • Leben
  • Mode
  • Schönheit
  • Genuss
  • Reisen
  • Technik
  • Bauen
  • Einrichten
  • Umzug
  • Garten
  • Mobilität
  • Recht
  • Geld
  • Behörden
  • Versicherungen
  • Steuern
  • Lebensweg
  • Freizeit
  • Arbeit
  • Bildung
  • Soziales
TOP SUCHBEGRIFFE