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Anosmie: Riechen in Schwarz-Weiß



Einem Leben ohne Geruch fehlt die Farbe.
Einem Leben ohne Geruch fehlt die Farbe.

Der plötzliche Verlust des Geruchssinns betrifft mit fünf Prozent der Bevölkerung weitaus mehr Menschen als gedacht. Anosmie tritt häufig bei älteren Menschen auf, aber auch Jüngere leiden unter der vorübergehenden oder lebenslänglichen Einschränkung.

"Als Kinder haben wir manchmal fantasiert, auf welchen Sinn wir verzichten würden, stünden wir jemals vor der Wahl. Hören oder Sehen - darum ging es dann, nicht um den Geruchs- und damit den Geschmackssinn." Der Betroffene Christian Löer bringt es in seinem Artikel Ein Leben ohne Geruchssinn auf den Punkt: Der Geruchssinn wird im Gegenzug zum Sehen, Hören oder Tasten stark unterschätzt, dabei spielt er für unsere Lebensqualität und sogar für unser Überleben eine entscheidende Rolle.

Nicht nur für Tiere ist der Geruch bedeutsam, um sich vor giftiger Nahrung oder Gefahr vor Feinden zu schützen. Auch wir erkennen dank unserer 30 Millionen Riechzellen in der Nase den Fäulnisgeruch von verdorbenem Essen. Wir werden aufmerksam, wenn es nach austretendem Gas oder Benzin riecht. Der Geruch von Qualm warnt uns vor Brandgefahr.

Angst vor Geselligkeit ohne Geruchssinn

Zudem sind emotionale und soziale Komponenten mit unserem Geruchssinn verbunden. So weckt ein bestimmter Duft, zum Beispiel der frischer Waffeln, positive Kindheitserinnerungen. Oder das Bouquet von Rosen erinnert an die erste Liebe. Schließlich können Menschen mindestens zehntausend Gerüche unterscheiden und Tausende davon im Gedächtnis speichern.

Gegenüber unseren Mitmenschen können wir uns höflich verhalten, indem wir auf ihren Geruchssinn Rücksicht nehmen. Dazu gehört der Verzicht auf Knoblauch oder übertriebenes Parfümieren, das Vermeiden von Körpergeruch sowie regelmäßiges Lüften.

Fehlt uns der Geruchssinn, wird auch diese Rücksichtnahme schwieriger. Dadurch steigt die Unsicherheit bei den Betroffenen massiv an. Das Verhalten gegenüber den Mitmenschen verändert sich, viele von Anosmie Betroffene ziehen sich zurück, aus Angst zurückgewiesen zu werden. Häufig werden sie durch die Isolation depressiv und benötigen professionelle Hilfe.

Anosmie ist kein Gourmet

Nicht zuletzt ist der Geruchssinn auch beim Essen sehr bedeutsam. Zwar kann nach wie vor unterschieden werden, ob etwas süß, salzig, bitter oder herzhaft schmeckt, denn diese Reize werden in der Mundhöhle und auf der Zunge empfangen. Jedoch können Aromen nur durch den Geruchssinn wahrgenommen werden. Pasta mit Tomatensauce wird von Anosmie-Betroffenen zwar von Nudeln mit Zucker und Zimt geschmacklich unterschieden, doch die Aromen von sonnengereiften Tomaten, frischen Kräutern oder unverwechselbarem Zimt bleiben verborgen. Essen schmeckt wie Pappe und wird zur reinen Notwendigkeit. Zahlreiche Betroffene verlieren die Lust am Essen und nehmen stark ab. Nicht auszudenken, wenn ein leidenschaftlicher Koch auf diese Weise eingeschränkt wird.

Die Gefahr einer Lebensmittelvergiftung ist für Menschen mit Anosmie stets erhöht. Umso wichtiger ist es, sich genau an die Mindesthaltbarkeitsangaben auf den Verpackungen zu halten und besondere Vorsicht bei sensiblen Lebensmitteln wie Fisch, Eier, Milch, Kartoffelsalat walten zu lassen. Wenn möglich, sollte vor dem Essen immer jemand Anderes riechen oder kosten.

Ursachen für einen defekten Geruchssinn

Menschen, die unter Anosmie leiden, haben entweder ein sehr vermindertes Riechvermögen oder sie haben den Geruchssinn komplett eingebüßt. Einen schwächeren Geruchssinn (Hyposmie) haben sogar 20 Prozent der Menschen. Meist sind diese bereits über 50 Jahre und älter. Grund dafür ist nicht das Absterben der Riechsinneszellen, sondern die verminderte Nachproduktion im Alter. Tatsächlich leiden circa 30 Prozent der über 80-jährigen unter Anosmie. Aber es kann auch jüngere Menschen treffen.

In sehr seltenen Fällen ist Anosmie erblich bedingt. Oft stecken eine schiefe Nasenscheidewand, Polypen oder eine Erkältung hinter dem Riechverlust. Eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung kann ebenfalls der Auslöser sein. Im Fall von Christian Löer hat eine verschleppte Erkältung zu einer Nasenspraysucht geführt, die ihn den Geruchssinn kostete.

Die Ursachen können auch im Gehirn liegen. So zum Beispiel, wenn das Riechzentrum bei einem Schädel-Hirn-Trauma beschädigt wird. Ein Hirntumor ist bei Anosmie leider auch nicht ausgeschlossen.

Neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson können ebenso eine Anosmie bedingen. Tatsächlich sind 95 Prozent der Parkinsonpatienten auch Anosmatiker.

Therapiemöglichkeiten

Bei einem Verlust des Riechvermögens ist der sofortige Gang zum HNO-Arzt ein Muss. Er wird zunächst eine Nasenspiegelung durchführen, um Veränderungen der Schleimhaut festzustellen. Ein Riechtest gibt weitere Aufschlüsse. Im Fall einer schiefen Nasenscheidewand oder von Polypen kann eine Operation mitunter hilfreich sein. Entzündungen werden mit Antibiotika behandelt. Die Chancen für das Zurückgewinnen des Geruchssinns stehen sehr gut.

Ein CT oder MRT klärt auf, ob die Ursachen im Gehirn liegen. Vielfach bewährt hat sich mittlerweile das tägliche Riechtraining. Es wird davon ausgegangen, dass die Therapie das Neubilden der Riechzellen antreibt. Somit kann Anosmie in vielen Fällen verbessert oder gar geheilt werden.

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