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Babys fühlen Schmerzen stärker als ihre Eltern



Nicht nur die Babyfüße reagieren viermal so schmerzempfindlich wie unsere Füße.
Nicht nur die Babyfüße reagieren viermal so schmerzempfindlich wie unsere Füße.

Jahrzehntelang wurde von einer Schmerzunempfindlichkeit Neugeborener ausgegangen. Eine britische Studie konnte nun beweisen, dass Säuglinge Schmerzen sogar stärker empfinden als Erwachsene.

Traurig aber wahr: noch immer gehen viele Ärzte davon aus, dass Säuglinge kein Schmerzempfinden hätten. Das bedeutet im Klinikalltag, dass ein Großteil der Neugeborenen bei medizinischen Eingriffen keine Schmerzmittel erhält.

Medizinische Eingriffe ohne Schmerzmittel

Im Jahr 1872 entdeckte der Hirnforscher  Paul Emil Flechsig, dass die Nervenzellen von Säuglingen noch nicht völlig funktionstüchtig sind. Eine der Schlussfolgerungen daraus war, dass das Schmerzempfinden der Kleinsten nur rudimentär vorhanden sei. Die beobachteten Reaktionen auf mechanische Schmerzreize wurden lediglich als Reflexe interpretiert. Somit wurden und werden noch immer Tests, Impfungen, Blutentnahmen und bis Ende der 1980er sogar schwere Operationen ohne Analgesie durchgeführt. Kuscheln, Füttern und Zuckerwasser gelten als Beruhigungsmittel.

1987 entdeckten Wissenschaftler, dass sich die Stressreaktionen bei Säuglingen während Operationen verringerten, wenn ihnen Schmerzmittel verabreicht wurden. Das erhöhte die Erfolgsrate der Eingriffe sehr. Nur deshalb bekommen Babys seitdem bei chirurgischen Eingriffen Schmerzstiller.

Schmerz bei Babys erstmals messebar

Problem war bisher auch, dass Schmerz nur schwer messbar ist und Säuglinge nicht befragt werden können. Eltern beteuern jedoch, dass sie das Schreien ihrer Kinder nach Kategorien wie Hunger und Müdigkeit unterscheiden können. Sie haben wohl nie daran gezweifelt, dass auch Schmerz dazu gehört.

Säuglinge müssen besonders sorgsam vor Schmerzen beschützt werden. Eine Möglichkeit der Schmerzmessung ist die funktionelle Magnetresonanztherapie (fMRT), doch dafür ist absolutes Stillhalten erforderlich: Unmöglich bei Säuglingen. Es sei denn, sie schlafen – dachte sich die Kinderärztin Dr. Rebeccah Slater und führte an der Universität von Oxford eine Studie mit 10 schlafenden Neugeborenen durch. Demgegenüber standen 10 Erwachsene.

Beiden Probandengruppen wurde mit einer Art Bleistift in die Ferse gepiekt. So leicht, dass die Babys nicht aufwachten.

Babys reagieren sehr sensibel auf Schmerzen

Die Messung ergab, dass bei den Säuglingen durch den Reiz die gleichen Hirnregionen aktiviert wurden wie bei den Erwachsenen. Nicht nur das: Obwohl die Intensität des Reizes bei den Säuglingen viermal geringer ausfiel als bei den ausgewachsenen Testpersonen, war das Hirnsignal gleich stark. Das bedeutet somit, dass Neugeborene entgegen der bisherigen Annahme sehr wohl schmerzempfindlich sind und das sogar noch weitaus stärker als Erwachsene. Zwar lassen die Unterschiede in den Aktivitätsmustern vermuten, dass Säuglinge anders auf Schmerz reagieren als Erwachsene, doch das ändert nichts an der Tatsache.

Dr. Slater plädiert demnach dringend für neue Leitlinien in den Klinken, damit ein angepasster Umgang mit Schmerzmitteln bei Babys erfolgen kann. 

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