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Bei den Zähnen ist eine individuelle Therapie entscheidend



Kein Zähneklappern mehr vorm Zahnarztbesuch.
Kein Zähneklappern mehr vorm Zahnarztbesuch.

Die Zahnmedizin ist weit vorangeschritten: Zähne können länger erhalten werden, Karies ist weiter rückläufig und der Zahnarztbesuch durch modernste Technologie weniger traumatisch. Zwei Zahnärzte aus der Berliner Charité geben Tipps zur richtigen Behandlung.

Priv.- Doz. Dr. Frank Peter Strietzel, Oberarzt im Bereich Oralmedizin, zahnärztliche Röntgenologie und Chirurgie der Charité
Dr. Rene Tunjan, Institut für zahnärztliche Prothetik, Alterszahnmedizin und Funktionslehre der Charité

Wie gesund sind unsere Zähne?
Dr. Tunjan: Die aktuelle Gesundheitsstudie belegt, dass Karies weiter auf dem Rückgang ist. Zudem können Zähne immer länger erhalten werden. Durch frühzeitige Erkennung von Erkrankungen der Zähne und des Zahnfleisches müssen diese auch seltener gezogen werden. Doch selbst wenn es erforderlich ist, wurde im Bereich der Implantate und Prothetik viel erreicht, so dass sich in der individuellen Behandlung vieles zum Vorteil des Patienten verändert hat.

Worauf ist der Kariesrückgang zurückzuführen?
PD Dr. Strietzel: Zum einen hat die Wahrnehmung zahnärztlicher Vorsorgeuntersuchungen zugenommen, aber auch das Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung sind Indikatoren. So wird beispielsweise weniger Zucker konsumiert. Und auch Zahnpflegemittel sind heute weitaus besser.

Wann ist ein Zahnersatz notwendig?
PD Dr. Strietzel: Jeder Zahn wird so lange wie möglich erhalten, doch wenn beispielsweise die Zahnhartsubstanz zu stark zerstört ist oder die stabile Verankerung des Zahnes aufgrund von Erkrankungen des Parodonts, des Zahnhalteapparates, nicht mehr gegeben ist, ist der Verlust eines Zahnes oft unvermeidbar. Dann können verschiedene Verfahren des Zahnersatzes angewendet werden.

Dr. Tunjan: Ob eine Brücke oder ein Implantat erforderlich ist, hängt unter anderem davon ab wie viele und welche Zähne verloren gegangen sind. Sind einzelne oder mehrere Lücken in einem Kiefer vorhanden, können diese konventionell durch Brücken geschlossen werden. Hierbei ist das Beschleifen der lückenbegrenzenden Zähne notwendig, was mitunter einen erheblichen Zahnhartsubstanzverlust zur Folge hat. Alternativ können die Lücken durch Zahnimplantate ersetzt werden. Sind nur noch wenige Zähnen vorhanden, können Implantate zur Verankerung eines festsitzenden Zahnersatzes dienen oder einen kombiniert festsitzend herausnehmbaren Zahnersatz deutlich besser stabilisieren. Es müssen jedoch auch andere Kriterien berücksichtigt werden: so können bei älteren Menschen herausnehmbare Prothesen eine Erleichterung der Mundhygiene für den Patienten selbst oder pflegende Personen darstellen. Die Vielfalt der heute möglichen Therapien bedingt in jedem Fall eine individuelle Beratung der Patienten.

Wie wichtig ist gesundes Zahnfleisch?
PD Dr. Strietzel: Die Gesundheit des Zahnfleisches und des gesamten Zahnhalteapparates hat eine extrem wichtige Bedeutung - nicht nur für die Zähne. Es ist nachgewiesen, dass zwischen Erkrankungen des Zahnfleisches und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Diabetes ein Zusammenhang besteht. Wenn das Zahnfleisch schmerzt oder blutet, sollte unbedingt ein Zahnarzt aufgesucht werden. Nicht immer muss dies eine zahnmedizinische Ursache haben. So konnten beispielsweise auch Allgemeinerkrankungen wie Immunschwächen oder Bluterkrankungen diagnostiziert und frühzeitig einer fachärztlichen Behandlung zugeführt werden.

Dennoch geht nicht jeder gerne zum Zahnarzt.
PD Dr. Strietzel: Das ist richtig. Doch mit dem gestiegenen Gesundheitsbewusstsein werden auch die Vorsorgeuntersuchungen vermehrt wahrgenommen. Eine Angst vorm Zahnarzt ist heute unbegründet. Die Technologie der Schmerzausschaltung und der Behandlungsmöglichkeiten ist heute weitaus weniger traumatisch und auch die Anästhesie verträglicher sowie deren Einsatzmöglichkeiten variabler. Zudem gibt es alternative medizinische Behandlungsformen, beispielsweise unter Hypnose.

Was ist bei der Zahnpflege zu beachten?
Dr. Tunjan: Elektrische- oder Ultraschallzahnbürsten sind effektiver als Handzahnbürsten. Doch die Zahnzwischenräume werden meist nicht erreicht. Hier bleibt die Verwendung von Zahnseide oder Interdentalbürsten unverzichtbar. Zwei Mal täglich, nach dem Frühstück und vorm schlafen gehen, sollten Zähne drei Minuten geputzt werden. Zudem sollte zwei Mal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung durchgeführt werden.

Hat Bleaching auch einen zahnmedizinischen Nutzen?
Dr. Tunjan: Nein. Beim Bleaching handelt es sich um eine rein kosmetische Maßnahme. Es kann vereinzelt dadurch sogar zu vorübergehenden Überempfindlichkeiten kommen. In einzelnen Fällen, wie bei Verfärbungen nach einer Wurzelkanalbehandlung, ist ein Bleaching sinnvoll. Da es sich bei vielen Patienten um Genussmittelverfärbungen handelt, kann eine Aufhellung auch durch eine professionelle Zahnreinigung erreicht werden.

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