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Bei Schlaganfall keine Zeit verlieren



Wählen Sie bei einem Schlaganfall die 112
Wählen Sie die Notrufnummer 112, wenn der Verdacht auf einen Schlaganfall besteht. (Foto: clipdealer)

Dr. med. Paul Sparenberg, Oberarzt am Unfallkrankenhaus Berlin, erklärt im Interview das richtige Vorgehen bei einem Schlaganfall.

TB GUIDE: Weshalb ist ein Schlaganfall so gefährlich?
Der Schlaganfall ist die dritthäufigste Todesursache und die häufigste Ursache für eine Behinderung im Erwachsenenalter. Doch nicht nur die akute Erkrankung ist bedrohlich, auch die Folgeschäden können dramatisch sein. Wird das Gehirn nur kurze Zeit nicht mit Blut versorgt, können weitreichende Schädigungen auftreten, die eine lange Rehabilitation mit Krankengymnastik oder Logopädie erfordern. Eine dennoch bleibende Behinderung und der damit verbundene Verlust der Arbeitsfähigkeit oder eine ständige Pflegebedürftigkeit sind nicht nur für Patienten und Angehörige eine schwere Belastung, sondern auch ein nicht zu unterschätzender wirtschaftlicher Aspekt.

Das heißt bei Verdacht auf einen Schlaganfall schnellstmöglich ins Krankenhaus?
Ja, doch sollte dies immer mit dem Rettungswagen und nicht selbstständig erfolgen. Nur über den Notruf der Feuerwehr 112 kann eine schnelle ärztliche Versorgung gewährleistet und eine weitere Schädigung des Gehirns verhindert werden. Es ist erwiesen, dass die Zeit beim Schlaganfall von entscheidender Bedeutung ist. Bereits im Rettungswagen werden entsprechende Maßnahmen eingeleitet und erste Basisuntersuchungen durchgeführt, welche die weitere Versorgung im Krankenhaus erleichtern.

Eindrückliche Anzeichen für einen Schlaganfall

Welche Symptome deuten auf einen Schlaganfall hin?
Während der Betroffene selbst häufig einseitige Schwäche, Gefühls- und Sehstörungen bemerkt, sind die Anzeichen für das Umfeld oft noch eindrücklicher: Neben plötzlich auftretendem, einseitig hängendem Mundwinkel bestehen häufig auch Sprach- oder Sprechstörungen. Plötzlich einsetzender, stärkster Kopfschmerz und Schwindel können ebenfalls Schlaganfall-Symptome sein. Obwohl sie nur flüchtig auftreten und sich vollständig zurückbilden können, müssen sie als Frühsymptome eines Schlaganfalls gewertet und in einem geeigneten Krankenhaus unverzüglich abgeklärt werden!

Können neben dem Notruf 112 noch weitere Erste-Hilfe-Maßnahmen getroffen werden?
Auf keinen Fall selbst Medikamente verabreichen, da diese blutverdünnend und somit bei einem blutigen Schlaganfall lebensgefährdend sein oder die weiteren therapeutischen Möglichkeiten erheblich beeinträchtigen können. Der Patient sollte zudem bis zum Eintreffen des Rettungswagens halbsitzend oder liegend gelagert werden und bei Bewusstlosigkeit in die stabile Seitenlage gebracht werden, da es auch zu Erbrechen kommen kann.

Ist jeder Schlaganfall gleich?
Nein. In erster Linie wird zwischen dem ischämischen Schlaganfall – einer Gehirnschädigung durch eine Minderversorgung mit Blut beispielsweise durch Verengung oder Verschluss einer hirnversorgenden Schlagader – und dem hämorrghischen Schlaganfall mit einer Einblutung in das Gehirn (beispielsweise durch Zerreißen einer Schlagader im Gehirn oder eines Aneurysmas) unterschieden. Eine mit 20 bis 25 Prozent häufige Ursache des ischämischen Schlaganfalls ist das sogenannte Vorhofflimmern. Bei jungen Betroffenen kann hingegen oftmals ein Einriss der Gefäßinnenwand Grund für einen Schlaganfall sein.

Akut-Versorgung bei einem Schlaganfall

Neben dem Unfallkrankenhaus Berlin verfügen auch andere Kliniken über sogenannte Stroke Units. Worum handelt es sich dabei?
Stroke Units sind speziell eingerichtete Überwachungsstationen zur Akut-Versorgung von Schlaganfall-Patienten, die auch von der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft zertifiziert werden. Neben der schnellen Diagnostik und der daraus resultierenden Behandlungsform sind die spezialisierte Betreuung, Pflege und Beobachtung durch besonders geschultes und in der Schlaganfall-Versorgung erfahrenes ärztliches, pflegerisches und therapeutisches Personal ausschlaggebend. Somit wird neben der unmittelbaren medizinischen Behandlung des Schlaganfalls und seiner Ursachen auch frühestmöglich mit gezielter rehabilitativer Beübung begonnen, um Komplikationen vorzubeugen und die Sekundärprävention zu stärken.

Gibt es bestimmte Risikogruppen und wie kann vorgebeugt werden?
Nachgewiesene Risikofaktoren sind Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes. Ferner steigt das Risiko mit zunehmendem Lebensalter. Um das Risiko zu minimieren, ist neben einer konsequenten medikamentösen Behandlung von Ursachen-Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes auch ein normales Körpergewicht sowie regelmäßiger Ausdauersport zu empfehlen.

Dieses Interview finden Sie auch im neuen TB GUIDE Gesundheit & Medizin. Dort erhalten Sie Tipps für ein gesundes Herz und können testen, ob bei Ihnen ein Herzinfarktrisiko besteht.
Darüber hinaus finden Sie in dem Buch Ratgeberinformationen zu Themen wie Diabetes oder Burn-out ebenso wie Tipps zu Wellness, Körperpflege und Kosmetik. 
Der TB GUIDE Gesundheit & Medizin ist kostenlos erhältlich. Sie können ihn unter der Telefon-Nr. 0800 / 386 334 36 bestellen.

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