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Berufstätig im Alter



Erfahrung trifft Innovation
Margareta Ferraro und Nachwuchskraft Marina Scheiffele (Foto: Daimler)

Im Jahre 2030 werden in Deutschland etwa 28 Millionen Menschen leben, die über 65 Jahre alt sind. Die Lebenserwartung ist dabei sehr hoch. Umso wichtiger ist es, dass die Menschen ihr Leben auch im Ruhestand so lange wie möglich aktiv gestalten. Dafür gibt es zahlreiche Möglichkeiten, die gesunde Ernährung, Bewegung und geistige Herausforderungen beinhalten. Eine Tatsache, die damit direkt im Zusammenhang steht, ist auch das Arbeiten nach der Rente. Einige deutsche Großunternehmen reagieren rechtzeitig auf den demografischen Wandel und fördern einen gesunden Start in das Rentenalter – und andere … holen sich ihre „Ehemaligen“ einfach wieder ins Boot.

Dieter Schone ist 63 Jahre alt. Seit 49 Jahren arbeitet der Angestellte bei der Deutschen Bahn. Dort  nutzt er das neue Modell der besonderen Teilzeit im Alter für Arbeitnehmer ab 60 Jahren, die mindestens seit 20 Jahren im Betrieb sind und seit zehn Jahren in Wechselschichtdienst, Nachtarbeit oder Rufbereitschaft arbeiten. Der Fahrdienstleiter reduziert seine Regelarbeitszeit auf 81 Prozent und „gewinnt“ damit 45 Regenerationsschichten, bei teilweisem Entgeltausgleich auf 87,5 Prozent. Diese 45 zusätzlichen freien Tage können entweder im Block, zusätzlich zu den Urlaubstagen, oder in Form einer wöchentlichen Reduzierung der Arbeitstage genutzt werden. Auch ein Ansparen der freien Tage über ein sogenanntes Langzeitkonto ist möglich.

Der „Fastrentner“ Dieter Schone hat sich für das Blockmodell entschieden und wird sich den kompletten Mai und September frei nehmen. Der Erholungseffekt bei mehreren Wochen am Stück ist deutlich höher, als bei einem Teilzeitmodell, bei dem die tägliche Arbeitszeit reduziert wird. „Gerade im Alter merkt man, dass man lange im Schichtdienst gearbeitet hat“, so Schone. Die freie Zeit verbringt er am liebsten mit seiner Frau und seinen Enkelkindern im hauseigenen Garten. Aber auch auf geplante Wanderurlaube freut er sich. Die Aussicht auf mehr Freizeit wirkt sich positiv auf seine Motivation aus und er ist gleichzeitig froh, dass er sich mehr auf berufsfremde Lebensbereiche konzentrieren kann, die mit dem Eintritt ins Rentenalter zur Hauptsache werden. Das Ausscheiden aus dem Berufsleben ist für viele Menschen ein einschneidendes Erlebnis und oft wissen die ehemals Aktiven plötzlich nichts mit sich anzufangen. Nicht selten mündet das in einer Depression. Der finanzielle Aspekt spielt für Dieter Schone eine untergeordnete Rolle – die neu-gewonnene Freizeit, die er bei der Obstzucht inmitten seiner Familie verbringen kann, bedeutet für Ihn wahre Lebensqualität. Neben Dieter Schone berichtet die Deutsche Bahn von vielen zufriedenen Mitarbeitern, die das Modell der besonderen Teilzeit im Alter seit Mitte des vergangenen Jahres nutzen können.

Wende in der Arbeitswelt

Spätestens seit die Otto Group 2012  die Pensionärs Firma „Senior Experts“ gegründet hat, sind die Themen Demografischer Wandel und Fachkräftemangel stärker in das Bewusstsein der Arbeitgeber und –nehmer gerückt. Unternehmen können so bestehende oder absehbare Lücken im Arbeitsprozess füllen. Und auch für den pensionierten Experten bringt eine Rückkehr in das Berufsleben viele Vorteile.

Entgegen der Annahme, dass mit dem Berufsleben ab 65 endgültig Schichtende sei, bringt die Bundesagentur für Arbeit ganz andere Zahlen auf den Tisch: So soll jeder zehnte 65-69-jährige noch erwerbstätig sein. Insgesamt werden circa zehn Prozent des Haushaltseinkommens erarbeitet. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig und definitiv nicht nur durch finanzielle Gründe zu besiegeln. Altersarmut ist selbstverständlich ein ernstes Problem und betrifft hauptsächlich allein lebende Rentner. In vielen Fällen ist so nicht nur der Verlust des Lebenspartners eine Belastung, auch die begrenzten ökonomischen Ressourcen können den Lebensabend deutlich erschweren. Oftmals mangelt es auch an sozialer Unterstützung: Es drohen Einsamkeit und Depression. Der „plötzliche“ Freiraum nach der Berentung kann Bedürfnis und Herausforderung zugleich sein und eine rechtzeitige aktive Alltagsgestaltung gelingt nicht jedem immer auf Anhieb. In diesen Fällen kann ein Nebenerwerb zur gesetzlichen Rente finanzielle Erleichterung schaffen und zudem aus der sozialen Isolation befreien. Die Hauptmotivation für eine Weiterführung oder Rückkehr ins Berufsleben ist jedoch Spaß an der Arbeit. Das Bedürfnis, sich geistig und körperlich fit zu halten und ebenso das Gefühl, weiterhin von der Gesellschaft gebraucht zu werden und sein Wissen weiterzugeben.

Karriere als Senior bei Daimler

Eine der Firmen, die das Potential Ihrer langjährigen Mitarbeiter nicht nur in der Ehemaligengalerie belassen möchte, ist die Daimler AG. Seit Mai 2013 läuft das Programm Space Cowboys. In dem gleichnamigen Film mit und von Clint Eastwood sollen Senior Experts bei Daimler mit ihrem umfangreichen Expertenwissen in verschiedenen Bereichen „aushelfen“. Seit Mai 2013 kehren Mitarbeiter im Ruhestand für befristete Projekte ins Unternehmen zurück. Bereits 350 potentielle Senior Experts haben sich bisher für die Initiative gemeldet, 70 davon sind oder waren bereits im Einsatz. Der Know-how-Transfer zwischen langjähriger Erfahrung und innovativen Nachwuchskräften ist für alle Beteiligten von Vorteil. So genießt es die 66-jährige Margareta Ferraro, ihre fundierten Kenntnisse im Vertrieb an die 39 Jahre jüngere Julia Marina Scheiffele weiterzugeben. Die große Wertschätzung, die die Senior Experts dabei erhalten, ist ein wichtiger Aspekt für das eigene Selbstwertgefühl. Zudem hält der Job die „neuen-alten“ Mitarbeiter geistig und körperlich fit. Impuls und Inspiration bringen Motivation und Freude in den Arbeitsalltag und unterstützen so die langfristige Leistungsfähigkeit der Belegschaft.

Space Cowboys und das Teilzeitmodell der Deutschen Bahn sind sehr erfolgreich. Es ist zu erwarten, dass sich der Trend weiterhin durchsetzt und ein fester Bestandteil der Personalpolitik vieler Unternehmen wird.

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