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Beschwerden nach dem Essen können auf Histaminintoleranz hindeuten



Rund 820.000 Deutsche leiden unter einer Histaminose.
Rund 820.000 Deutsche leiden unter einer Histaminose.

Magen-Darm-Probleme und Hautreaktionen nach dem Essen sind nicht immer auf eine Allergie zurückzuführen. In manchen Fällen steckt eine Histaminunverträglichkeit hinter den Beschwerden.

Die sogenannte Histaminose meint eine Unverträglichkeit von histaminhaltigen Nahrungsmitteln beziehungsweise die Unfähigkeit, das aufgenommene Histamin abzubauen. Die Reaktionen des Körpers ähneln denen einer allergischen Reaktion. Daher zählt die Histaminintoleranz auch zu den Pseudoallergien.

Eine Histaminunverträglichkeit betrifft ca. 1-3 Prozent der Bevölkerung. Aufgrund der Variabilität der Symptome ist die Dunkelziffer jedoch vermutlich sehr hoch. Nur in wenigen Fällen ist die Histaminose angeboren. 80 Prozent der Betroffenen sind Frauen mittleren Alters. Möglicherweise, weil ihr Östrogenspiegel mit Einsetzen der Wechseljahre abfällt.

Vielfältige Symptome der Histaminintoleranz

Bei rund der Hälfte aller Betroffenen machen sich die Anzeichen wenige Stunden nach dem Verzehr histaminhaltiger bzw. histaminfreisetzender Nahrung bemerkbar. Bei vielen treten die Symptome bereits nach wenigen Minuten auf. Einige bemerken die Unverträglichkeit erst in den nächsten Tagen. Mehrere Bereiche des Körpers können betroffen sein: Der Verdauungstrakt, die Haut und Schleimhaut sowie Atemwege, das Herz-Kreislauf-System, das Nervensystem oder der Hormonhaushalt.

Am charakteristischsten ist der sogenannte Flush – eine plötzliche Hautrötung in Gesicht und Dekolleté – oft auch mit Hitzeempfinden sowie Juckreiz und Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfall, Übelkeit und Erbrechen.

Weitere mögliche Symptome: Sodbrennen, Herzrasen bzw. Herzrhythmusstörungen, Schwindel, laufende Nase oder Schnupfen, nächtliches Schwitzen, chronischer Husten, trockene Lippen und Augen, Ekzeme, Kopfschmerzen und Migräne, Depressionen, starke Menstruationsbeschwerden, Mundwinkelrisse etc.

Eine erweiterte Liste mit möglichen Symptomen finden Sie auf Spezialseiten. Unbehandelt kann eine Histaminintoleranz zu chronischen Beschwerden führen.

Unterschied zwischen Allergie und Histaminintoleranz

Das Hormon Histamin ist ein Botenstoff, der besonders bei Entzündungsreaktionen eine Rolle spielt. Bei einer Allergie wird als Reaktion auf zum Beispiel Pollen überdurchschnittlich viel Histamin ausgeschüttet, was zu den bekannten Beschwerden führt. Bei der Unverträglichkeit ist der Körper nicht in der Lage, zugeführtes Histamin in der Nahrung, abzubauen. Normalerweise geschieht dies durch das Enzym Diaminoxidase (DAO), welches unter anderem im Dünndarm produziert wird. Ebenso ist das Enzym N-Methyl-Transferase (HNMT) in Leber, Haut oder Atemwegen dafür zuständig. Bei Histaminose ist entweder die Aktivität der Enzyme eingeschränkt oder es wird zu wenig produziert: Es kommt zum Histaminüberschuss.

Histaminhaltige Lebensmittel lösen allergische Reaktion aus

Ganz oben auf der Liste steht verdorbener Fisch. Histamin ist demnach Ursache einer Fischvergiftung. Weitere starke Histaminträger: Rotwein, Sekt/Champagner und Bier. Alkohol ist generell gefährlich, da sein Abbauprodukt Acetaldehyd die Durchlässigkeit der Darmwand erhöht und so noch mehr Histamine in die Blutbahn gelangen.

Auch Hartkäse, Sauerkraut, Sojaprodukte, Weizenprodukte, konservierte Lebensmittel (Dosenfisch), Wurst etc. sind problematisch.

Plötzlicher Juckreiz nach dem Essen kan auf Histaminose hindeuten.Zudem gibt es sogenannte biogene Amine, die ähnliche wie Histamin wirken. Sie sind beispielsweise in Kakao, Zitrusfrüchten oder Hülsenfrüchten enthalten.

Manche biogene Amine können in Körperzellen gespeichertes Histamin freisetzen: sogenannte Histaminliberatoren wie Erdbeeren, tropische Früchte, Tomaten oder Meeresfrüchte. Genau Angaben zu allen Lebensmitteln finden Sie hier.

Zahlreiche Medikamente können ebenso zu einer Histaminose führen. Beispielweise Diazepam (Valium), Metronidazol (Antibiotikum), Lorcainid (gegen Herzrythmusstörungen).

Umfangreicher Heilungsprozess bei Histaminose

Häufig tritt eine Histaminose in Folge einer Darmerkrankung oder nach einer Antibiotikatherapie auf. Auch eine ungesunde Ernährung durch viel Zucker und Fertigprodukte kann die Darmschleimhaut schädigen. Hier kann eine Darmsanierung sehr hilfreich sein.

Im Falle einer vorliegenden Histaminintoleranz kann es unter seltenen Umständen zu lebensbedrohlichen Zuständen kommen, daher ist eine Behandlung ratsam. Leider ist die Diagnose nicht sehr einfach. Sinnvoll ist es, zunächst ein Ernährungstagebuch über mehrere Wochen zu führen und die körperlichen Reaktionen zu verzeichnen: treten diese bis zu 4 Stunden nach dem Lebensmittelkonsum auf, ist eine Unverträglichkeit relativ sicher.

Der behandelnde Arzt bzw. die Ärztin kann dies durch einen Blut-, Urin- und Stuhltest bestätigen. Danach erfolgt eine histaminlose Diät. Fühlen sich die Betroffenen besser, werden histaminhaltige Lebensmittel ausgetestet und langsam wieder in den Speiseplan integriert. Sobald eine langfristige Ernährungsumstellung erfolgt ist, sollten die Patienten histaminhaltige Nahrung wieder vollständig vertragen. Ein Provokationstest unter ärztlicher Aufsicht wird dies aufzeigen.

In Notfällen können Antihistaminika oder das Enzym DAO in Kapselform die Beschwerden abmildern. DAO benötigt für den Abbau von Histamin das Vitamin B6 sowie Kupfer. Beides kann in Form von frischen Lebensmitteln gegessen werden. Da diese jedoch oft auch histaminhaltig sind, können die Stoffe auch durch Nahrungsergänzungsmittel zugeführt werden. Gleiches gilt für Vitamin C., Magnesium und Zink.

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