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Blutspenden ist für Schwule nach wie vor verboten



Bunt spenden statt Verschwendung dringend benötigten Bluts.
Bunt spenden statt Verschwendung dringend benötigten Bluts.

Sicherheit beim Blut hängt vom Lebensstil und nicht von der sexuellen Orientierung der Spender ab. Die Petition "Bunt Spenden" fordert eine Gesetzesänderung und bald entscheidet auch der Europäische Gerichtshof.

Blutspenden sind immer knapp und besonders in der Urlaubszeit geht die Zahl jener zurück, die von ihrem Blut etwas abgeben, um anderen zu helfen. Es gibt dennoch Gründe, weshalb Menschen trotz ihrer Bereitschaft zum Blutspenden davon ausgeschlossen werden. Zum Beispiel, wenn sie zu jung oder zu alt sind - unter 18 oder über 68 Jahren - oder noch nicht genügend Zeit seit der letzten Blutspende verstrichen ist. Weniger als 50 Kilogramm dürfen Spender oder Spenderinnen ebenfalls nicht wiegen.

Temporär kein Blut spenden

Kurzfristig ausgeschlossen werden Personen beispielsweise nach Infekten und kleinen Operationen oder einer Behandlung an den Zähnen. Dann ist das Spenden eine Woche lang nicht erlaubt. Im Anschluss an Erkrankungen mit Fieber, Impfungen oder schwerwiegende Infektionskrankheiten erhöht sich das Verbot auf vier Wochen. 

Nach einer größeren Operation oder einer Magen-Darm-Spiegelung sind Menschen vier Monate lang vom Blutspenden ausgeschlossen. Ebenso nachdem sie tätowiert wurden oder sich piercen ließen. Urlaub in einem Malariagebiet macht eine Blutspende bis zu sechs Monate danach unmöglich.

Dauerhaft ausgeschlossen vom Blutspenden

Wenn Menschen neurologische Erkrankungen haben oder mit Hepatitis (B / C) oder HIV infiziert sind, wird ihre Blutspende nicht akzeptiert. Auch eine Krebserkrankung macht das Blutspenden unmöglich, sowie chronische oder schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Menschen, die süchtig sind nach Medikamenten, Alkohol oder Drogen sind, dürfen ebenfalls kein Blut spenden.

Darüber hinaus gibt es Personen aus Risikogruppen, die besonders gefährdet sind, Krankheiten wie Hepatitis oder HIV zu übertragen und deshalb vom Blutspenden ausgeschlossen sind. Dazu gehören männliche und weibliche Prostituierte und Drogenabhängige. Aber auch Männer, die Sexualverkehr mit Männern haben - also Homosexuelle und Bisexuelle. Letzere ganz ungeachtet dessen, ob sie ständig wechselnde Geschlechtspartner haben, sicher verhüten, monogam leben oder sexuell womöglich gar nicht aktiv sind.

Bunt Spenden

Petition "Bunt Spenden"Grundlagen für diesen Ausschluss sind das Transfusionsgesetz und von der Bundesärztekammer geltend gemachten Richtlinien zur Gewinnung von Blut und Blutbestandteilen sowie zur Anwendung von Blutprodukten. Weil dies nicht nur wichtige Spenden ausschließt, sondern auch Menschen diskriminiert, gibt es seit geraumer Zeit eine Online-Petition. Unter dem Motto "Bunt Spenden" fordern der Lesben- und Schwulenverband Deutschland sowie der Christopher Street Day e.V., das Sexualverhalten und nicht die sexuelle Orientierung bei einem Ausschluss vom Blutspenden zu berücksichtigen.

Die EU-Kommission hat sich dazu schon vor drei Jahren positioniert: Im EU-Recht ist der in den meisten Ländern Europas bestehende Ausschluss von homosexuellen Männern bei Blutspenden nicht begründet. Die Kommission betonte sogar, dass eine Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung nach der EU-Grundrechtecharta verboten ist.

"Die bestehende Regelung, wonach Männer, die Sex mit Männern haben, grundsätzlich von einer lebensrettenden Blutspende ausgeschlossen werden, muss aufgehoben werden." so die Forderung der Petition. Sobald 50.000 Unterschriften beisammen sind, möchte sich das Bündnis damit ans Bundesgesundheitsministerium und die Bundesärztekammer wenden.

Die Blutspende vor dem Europäischen Gerichtshof

In Australien, Großbritannien und Schweden wurde das Verbot bereits aufgehoben und auch in Österreich, Spanien und Polen findet keine Unterscheidung mehr statt: die sexuelle Orientierung der Spender spielt keine Rolle mehr. Weil ein homosexueller Franzose vor kurzem geklagt hat, weil seine Blutspende abgelehnt worden war, entscheidet in den nächsten Monaten der Europäische Gerichtshof. Einige Gutachter in diesem Fall unterstützen die Rechte sexueller Männer beim Blutspenden.

Paolo Mengozzi, Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof, bezeichnet den grundsätzlichen Ausschluss homo- und bisexueller Männer vom Blutspenden als unzulässige indirekte Diskriminierung. Auch er fordert das risikoreiche Verhalten als alleiniges Ausschlusskriterium.

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