• Überblick
    • HNO
    • Haut
    • Herz & Kreislauf
    • Muskulatur
    • Magen & Darm
    • Nervensystem
    • Diabetes
    • Rücken & Gelenke
    • Zähne
    • Atemwege
    • Allergien
    • Autoimmunerkrankungen
    • Schmerzen
    • Überblick
    • Schwangerschaft & Geburt
    • Frauengesundheit
    • Männergesundheit
    • Kindergesundheit
    • Sexualität
    • Überblick
    • Homöopathie
    • Heilpflanzen
    • Hausmittel
    • Therapien
    • Überblick
    • Pflege
    • Arzt & Medikamente
    • Erste Hilfe
    • Gesellschaftliches
    • Berufsbilder
    • Überblick
    • Psyche
    • Sport
    • Wellness
    • Ernährung
    • Sucht

Brustvergrößerung – ein Interview über Bedenken, Schmerzen und Spiegelfrieden



2014 waren 15,4 Prozent aller Schönheitsoperationen eine Brustvergrößerung.
2014 waren 15,4 Prozent aller Schönheitsoperationen eine Brustvergrößerung.

Dass Patienten stets Eigenverantwortung bei der Wahl und Beratungsintensität der Schönheitsklinik zeigen sollten, zeigt Mandy Brüggert, die sich vor und während ihrer Brustvergrößerung viel Zeit für die Entscheidung und Recherche ließ.

Trotz des Skandals um die mit gesundheitsschädlichen Industriesilikon gefüllten Brustimplantate, entscheiden sich noch immer viele Frauen für diesen Eingriff. Brustvergrößerungen sind die häufigste Schönheitsoperation in Deutschland. Meist handelt es sich um Frauen, die aufgrund von Schwangerschaft, starkem Gewichtsverlust oder einer Erkrankung sehr viel an Brustgewebe eingebüßt haben oder bereits seit frühester Jugend unter ihrem kleinen Busen leiden.

Mandy Brüggert ist eine von diesen Frauen. Vor rund sechs Monaten ließ sie die 30-jährige ihre Brüste mit Silikon vergrößern. Ihr Fazit: „Wer schön sein will, muss nicht zwangsläufig leiden – braucht jedoch nicht zu jammern, wenn er es tut.“

Wohlüberlegte Entscheidung zur Brustvergrößerung

TB GUIDE: Frau Brüggert, was war der Grund für die Brustvergrößerung?

M. B.: Vor rund 10 Jahren habe ich 30 kg an Gewicht verloren und infolgedessen auch gleich meine Oberweite. Ich habe lange Zeit versucht, mich daran zu gewöhnen, wollte letztlich jedoch nicht damit leben. Da konnte selbst mein Partner mit seinen Beteuerungen, dass alles wunderschön sei, nichts daran ändern.

TB GUIDE: Sie haben Ihren Eingriff in der Klinik M1 Med Beauty in Berlin durchführen lassen. Warum ausgerechnet dort?

M. B.: Vor circa einem Jahr habe ich mich im Internet über Kliniken in der Umgebung schlau gemacht und besonders auf Bewertungen anderer Patienten geachtet. Zuvor hatte ich auch mal in Richtung Polen geschaut, da es bis vor kurzem noch ein so großes Gefälle zwischen den Preisen in Deutschland und im Ausland gab. Mittlerweile bezahlt man auch in Deutschland zwischen 2.500 und 5.000 Euro und selbst die kann man in Raten finanzieren. Ich habe dann die 2-3 besten Ärzte rausgesucht, Termine gemacht und habe mich letztlich für M1 entschieden.

Bestmögliche Aufklärung vor der Brustvergrößerung

TB GUIDE: Schönheitschirurgen müssen ihre Patienten am Boden der Tatsachen halten: nur so wird der Patient am Ende wirklich zufrieden sein können. Trifft das auch auf Ihren Chirurgen zu?

M. B.: Auf jeden Fall. Mein Arzt war mir gleich sympathisch, weil er mir das Gefühl vermittelt hat, dass ich es aus seiner Sicht nicht machen müsste, aber er mir gerne hilft, wenn ich es möchte. Er hat mich zwar nach meinen Wunschvorstellungen gefragt, mir aber auch ganz klar von noch größeren Implantaten abgeraten, da diese nicht mit meinen restlichen Proportionen harmoniert hätten. Er riet mir auch zu tropfenförmigen Implantaten unter dem Brustmuskel, da es so auf lange Sicht nicht zu einem Hängebusen kommt. Zudem kann mit einem submuskulären Implantat ganz normal gestillt werden.

TB GUIDE: Hatten Sie keinerlei Bedenken, gerade in Bezug auf den medienwirksamen Implantate Skandal?

Heutige Implantate haben eine raue Oberfläche, um Abstoßungen zu vermeiden.M. B.: Die Frage nach den Implantaten war auch eine meiner ersten. Ich war zunächst etwas schockiert, als ich erfuhr, dass die Implantate aus Frankreich kommen, wie auch die besagten PIP-Implantate. Mein Arzt hat mich zwar beruhigt und erklärt, dass er diese schon immer verwendet. Dennoch hab ich selbst im Internet recherchiert und rausgefunden, dass mein Implantate-Hersteller schon seit 25 Jahren produziert, Marktführer in der USA ist und an viele deutsche Ärzte liefert.

Zudem habe ich nach der OP einen Implantate-Pass bekommen, der eine direkte Nachverfolgung ermöglicht. Schließlich habe ich laut Hersteller lebenslange Garantie. Wegen möglicher Komplikationen, z. B. einer Kapselfibrose, habe ich für ein Jahr eine Folgekostenversicherung abgeschlossen. Kostet mich 150 Euro und sichert für bis zu 25.000 Euro ab.

TB GUIDE: Gab es spezielle Vorbereitungen, um ein Gelingen der Brustvergrößerung zu garantieren?

M. B.: Auch hier hat mein Arzt mir freigestellt, was ich machen will, jedoch zum Ultraschall geraten. Den habe ich auch gemacht, um sicher zu stellen, dass ich nicht Brustkrebs habe. Meine Blutwerte und der Bluthochdruck wurden gecheckt, damit bei der Narkose alles problemlos verläuft. Ich wollte gerne noch ein MRT haben, um Krebs wirklich ausschließen zu können, aber die Kosten werden leider nicht von der Krankenkasse übernommen.

Schmerzen und Alltagseinschränkungen nach der Brustvergrößerung

TB GUIDE: Nach nur einer Stunde im Operationssaal hatten Sie es geschafft. Wie ging es danach weiter?

M. B.: Ich musste eine Nacht zur Beobachtung in der Klinik bleiben. Die erste Nachuntersuchung erfolgte eine Woche später. Ich war insgesamt für zwei Wochen arbeitsunfähig, was aber an meinem Beruf liegt: Der Brustmuskel darf in der ersten Zeit nicht beansprucht werden. Autofahren ging auch nicht.

Den medizinischen BH hab ich die ersten zwei Wochen ununterbrochen getragen. Dann dürfte ich mich alle zwei Tage wieder komplett duschen, jedoch nicht länger als 5 Minuten, um ein Aufweichen der Narben zu verhindern.

Nach sechs Wochen bin ich nun befreit vom Stütz-BH, darf allerdings noch für weitere vier Monate keine Bügel-BHs tragen, den Brustmuskel nicht trainieren und auf dem Bauch schlafen. Laufen gehen oder ähnlicher Sport ist aber erlaubt.

TB GUIDE: Ganz ehrlich: Wie schlimm waren die Schmerzen?

M. B.: Die erste Woche ist man schonungslos ausgeknockt. Im Prinzip kann man sagen, dass es sich wie ein unvorstellbar böser Muskelkater in der oberen Bauchregion anfühlt. Insofern man nicht gerade ein spezielles Krankenbett hat, ist man definitiv auf Hilfe beim Hinlegen und Aufstehen angewiesen. Ich hatte Glück, dass mein Freund für mich da sein konnte, sonst hätte ich im Sitzen schlafen müssen. Schmerzmittel habe ich aber nur in den ersten drei Tagen genommen: Ibuprofen und Paracetamol alle vier Stunden im Wechsel. So ist man länger konstant dosiert, ohne vom jeweiligen Wirkstoff überdosiert zu sein.

TB GUIDE: Das Schlimmste haben sie also längst hinter sich gelassen. Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

M. B.: Schmerzen habe ich zwar keine mehr und auch die Berührungsempfindlichkeit ist zu 100 Prozent da, doch die Schwellung wird erst nach einem weiteren dreiviertel Jahr komplett abgeklungen sein. Aufgrund der modernen Operationstechnik werden kaum sichtbare Narben zurückbleiben. Rein optisch bin ich wirklich sehr glücklich mit dem Ergebnis und fühle mich deutlich selbstbewusster - auch gegenüber meinem Partner. Ich bereue es auf keinen Fall und könnte sie stundenlang im Spiegel betrachten.

Dennoch bräuchte ich einen weitaus triftigeren Grund, um diese Schmerzen erneut aushalten zu können und würde es vermutlich nicht wieder machen lassen. 

Weitere themen

  • Körper
  • Mensch
  • Alternativmedizin
  • Versorgung
  • Leben
  • Mode
  • Schönheit
  • Genuss
  • Reisen
  • Technik
  • Bauen
  • Einrichten
  • Umzug
  • Garten
  • Mobilität
  • Recht
  • Geld
  • Behörden
  • Versicherungen
  • Steuern
  • Lebensweg
  • Freizeit
  • Arbeit
  • Bildung
  • Soziales
TOP SUCHBEGRIFFE