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Cybertherapie gegen Schizophrenie



Belastend: Stimmen im Kopf bei Schizophrenie
Belastend: Stimmen im Kopf bei Schizophrenie

Schizophrenie ist eine der weltweit am häufigsten vorkommenden Psychosen. Eines der belastendsten Symptome ist dabei das Stimmenhören. Eine neue Therapiemethode aus England soll den Patienten mittels Avatar helfen, ihre Ängste zu besiegen.

In Deutschland leiden etwa 800.000 Menschen unter einer schizophrenen Störung. Das Risiko, daran mindestens einmal im Leben zu erkranken, ist sogar höher als bei Alzheimer und Diabetes. Männer und Frauen aus allen Bevölkerungsschichten und Kulturkreisen sind dabei zu gleichen Anteilen betroffen. Das durchschnittliche Alter liegt jedoch bei 20 bis 35 Jahren. Hier können Sie einen ersten Test beim Verdacht auf Schizophrenie machen.

Die gespaltene Seele Shizophrener

Schizophrenie ist ein Leiden des Gehirns, das durch strukturelle und biochemische Veränderungen im Hirnstoffwechsel hervorgerufen wird. Meist handelt es sich um eine genetische Veranlagung, aber auch psychische Traumata können dafür verantwortlich sein. Grundlegendes Merkmal der Krankheit ist eine Bewusstseinsspaltung, was bedeutet, dass das Erleben des Patienten geteilt ist in die Wahrnehmung der wirklichen Realität und einer eingebildeten Realität. Zu den häufigen Symptomen gehören somit Wahnvorstellungen und das Hören von Stimmen. Diese Stimmen sind oft aggressiv und bösartig oder bedrohen den Betroffenen. Etwa die Hälfte aller Schizophrenen leidet unter diese akustischen Halluzinationen. Viele treibt dieser Zustand bis hin zum Selbstmord.

Bewährt hat sich eine Mischung aus medikamentöser Behandlung mit Neuroleptika sowie psycho- und soziotherapeutischer Maßnahmen. Leider erweisen sich viele Betroffene als therapieresistent, insbesondere bezogen auf das Phänomen des Stimmenhörens. Bei circa 25 % verschwindet dieses Symptom trotz Antipsychotika nicht.

Stimmlose Gedanken

Wissenschaftler am University College in London entwickelten vor einiger Zeit eine Methode, mit deren Hilfe es nun möglich ist, dass zahlreiche Geplagte ihre inneren Stimmen zum Verstummen bringen können. Ähnlich einer polizeilichen Phantombilderstellung fertigen die Patienten am Computer eine virtuelle Figur an – einen sogenannten Avatar. Dieser erhält sowohl das Aussehen als auch die Stimme, von denen der Patienten meint, sie würden seinen Halluzinationen am ehesten entsprechen. Der Therapeut legt nun einerseits dem Avatar die "bösen" Worte in den Mund, behält jedoch anderseits seine Rolle als unterstützender Therapeut. Der Patient wird ermutigt, dem Avatar Paroli zu bieten. Nach und nach verändert sich dabei das bedrohliche Verhalten des Avatars, bis er schließlich freundliche Züge gewinnt und verspricht, zu verschwinden.

Hoffnung bei Therapieresistenz shizophrener Menschen

Die Patienten sollen lernen, sich gegen die furchteinflößenden Stimmen in ihrem Kopf zu wehren und nach und nach die Kontrolle über ihre Halluzinationen zu gelangen. Möglich ist dies, weil der Patient keine Angst vor dem offensichtlich ungefährlichen Avatar hat, den er zudem selbst geschaffen hat.

Bereits nach der ersten Studienphase von sieben Sitzungen à 30 Minuten zeigten sich sehr gute Ergebnisse. Bei einigen Patienten verschwanden die Stimmen ganz. Die meisten konnten zumindest eine Besserung ihres Zustandes melden, so wurden die Stimmen weniger oder leiser. Dies gibt auch jenen scheinbar therapieresistenten Betroffenen Hoffnung, von ihren quälenden Symptomen befreit zu werden.

Großer Vorteil an der Therapie ist nicht nur die relativ kurze Dauer, auch ist sie weitaus kostengünstiger als eine medikamentöse Behandlung. Ähnliche Erfolge wurden mit Cybertherapien schon bei Phobien, posttraumatischen Belastungsstörungen oder Fehlwahrnehmungen des Körpers, wie Essstörungen, erreicht.

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