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Das steckt hinter den Pflegestufen



Wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig wird, betrifft das alle. (Illustration: Lobulo)
Wenn ein Familienmitglied pflegebedürftig wird, betrifft das alle. (Illustration: Lobulo)

Die meisten sind nicht auf einen Pflegefall vorbereitet und stehen plötzlich vor einem Berg aus Fragen. Was hat es mit den Pflegestufen auf sich? Und welche gesetzlichen Leistungen stehen den Betroffenen eigentlich zu?

Offiziell gibt es drei Pflegestufen, die Pflegebedürftige zu dem Bezug von Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung berechtigen. Seit der Pflegereform im Jahr 2008 existiert jedoch auch die zusätzliche Kategorie „Pflegebedürftige ohne Pflegestufe“, die sich unter Patienten, Angehörigen und Pflegedienstleistern als „Pflegestufe 0“ eingebürgert hat.

Die Grundpflege

Ein wichtiger Begriff bei der Feststellung der Pflegebedürftigkeit ist die so genannte Grundpflege, mit dem pflegerische Hilfen aus folgenden Bereichen gemeint sind:

Körperpflege: Hilfe beim Waschen, Duschen, Baden, bei der Zahnpflege, beim Kämmen, Rasieren sowie bei der Darm- und Blasenentleerung.

Ernährung: Hilfe bei der mundgerechten Zubereitung und Nahrungsaufnahme.

Mobilität: Hilfe beim Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, Umlagern, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen sowie Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung/Pflegeeinrichtung.

Die hauswirtschaftliche Versorgung und Hilfe bei der Durchführung ärztlicher Verordnungen (zum Beispiel: Versorgung mit Medikamenten) zählen nicht zur Grundpflege.

Pflegestufe 0

Korrekt bezeichnet diese Stufe „Personen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI“, die vor allem eingeführt wurde, um auch den Betreuungsbedarf von demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen abzudecken.

Voraussetzung für die Anerkennung ist entweder die Einstufung in eine der Pflegestufen 1 bis 3 oder ein Hilfebedarf, der zwar nicht das Ausmaß der Pflegestufe 1 erreicht, aber in erheblichem Maße allgemeine Beaufsichtigung und Betreuung erfordert. Es muss einen Bedarf an Grundpflege geben, der Umfang ist nicht entscheidend.

Was ist eine dauerhafte erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz?

Zur Konkretisierung der Bedingungen für die Pflegestufe 0 hat der Gesetzgeber folgende Kriterien definiert:

  1. Unkontrolliertes Verlassen des Wohnbereiches (Weglauftendenz)
  2. Erkennen oder Verursachen gefährdender Situationen
  3. Unsachgemäßer Umgang mit gefährlichen Gegenständen oder potenziell gefährden den Substanzen
  4. Tätlich oder verbal aggressives Verhalten in Verkennung der Situation
  5. Im situativen Kontext inadäquates Verhalten
  6. Unfähigkeit, die eigenen körperlichen und seelischen Gefühle oder Bedürfnisse wahrzunehmen
  7. Unfähigkeit zu einer erforderlichen Kooperation bei therapeutischen oder schützenden Maßnahmen als Folge einer therapieresistenten Depression oder Angststörung
  8. Störungen der höheren Hirnfunktionen (Beeinträchtigungen des Gedächtnisses, herabgesetztes Urteilsvermögen), die zu Problemen bei der Bewältigung von sozialen Alltagsleistungen geführt haben
  9. Störung des Tag-/Nacht-Rhythmus
  10. Unfähigkeit, eigenständig den Tagesablauf zu planen und zu strukturieren
  11. Verkennen von Alltagssituationen und inadäquates Reagieren in Alltagssituationen
  12. Ausgeprägtes labiles oder unkontrolliert emotionales Verhalten
  13. Zeitlich überwiegend Niedergeschlagenheit, Verzagtheit, Hilflosigkeit oder Hoffnungslosigkeit aufgrund einer therapieresistenten Depression

Bei den Diagnosen „Demenz“, „Alzheimer“, „Altersverwirrtheit“, „Schwere Intelligenzminderung“, „Oligophrenie“, „Imbezillität“ und „Down-Syndrom“ sind die Voraussetzungen in der Regel erfüllt.

Die Alltagskompetenz gilt als „erheblich eingeschränkt“, wenn der Gutachter mindestens einen der Punkte 1 bis 9 und einen weiteren Punkt dauerhaft als erfüllt ansieht. Wenn zusätzlich auch dauerhafte Fähigkeitsstörungen gemäß der Punkte 1, 2, 3, 4, 5, 9 oder 11 vorliegen, spricht man von einer „erhöht eingeschränkten Alltagskompetenz.

Pflegestufe 1 – Erhebliche Pflegebedürftigkeit

Der Betreuungsbedarf wird mit Hilfe von Pflegestufen geregelt. (Illustration: Lobulo)

Erhebliche Pflegebedürftigkeit liegt vor, wenn mindestens einmal täglich ein Hilfebedarf bei mindestens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) erforderlich ist.

Zusätzlich muss mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden.

Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen, wobei auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen müssen.

Pflegestufe II – Schwerpflegebedürftigkeit

Schwerpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten ein Hilfebedarf bei der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) erforderlich ist. Zusätzlich muss mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens drei Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen.

Pflegestufe III – Schwerstpflegebedürftigkeit

Schwerstpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn der Hilfebedarf bei der Grundpflege so groß ist, dass er jederzeit gegeben ist und rund um die Uhr anfällt. Zusätzlich muss die pflegebedürftige Person mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) mindestens vier Stunden entfallen müssen.

Pflegebedürftigkeit“ soll neu definiert werden

Die Bundesregierung plant, im Laufe der aktuellen Wahlperiode einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff einzuführen. Damit soll das bisherige System der drei Pflegestufen durch fünf Pflegegrade ersetzt werden. Ziel ist, dem individuellen Unterstützungsbedarf aller Pflegebedürftiger besser gerecht zu werden. Neben körperlichen Einschränkungen werden dann auch Einschränkungen einbezogen, die etwa bei Demenzkranken häufig vorkommen.

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