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Depression: Das Gefühl der Gefühllosigkeit



Die Depression ist nach wie vor eine Volkskrankheit ohne Lobby (Illustration: Yulia Brodskaya)
Die Depression ist nach wie vor eine Volkskrankheit ohne Lobby (Illustration: Yulia Brodskaya)

Die Lust zu gar nichts. Das graue Gefühl. Vier Millionen Menschen in Deutschland leiden unter einer behandlungsbedürftigen Depression. Wenn ich ab und zu mal „schlecht drauf“ bin – gehöre ich dann dazu?

Depression oder vorübergehende Verstimmung – es geht um „den Unterschied zwischen total depri sein, wenn der neue SUV mit den falschen Fußmatten ausgeliefert wird, und einer ernst zu nehmenden Volkskrankheit“, bemerkt Harald Schmidt, Schirmherr der Stiftung Deutsche Depressionshilfe. Der Entertainer engagiert sich für die Stiftung, weil „diese Krankheit keine Lobby hat“ und er dazu beitragen möchte, Erkennung und Behandlungsmöglichkeiten Symptome einer großen Öffentlichkeit zu vermitteln.

Woran lässt sich eine Depression erkennen?

Depression (Illustration: Yulia Brodskaya)Prof. Dr. Ulrich Hegerl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie am Universitätsklinikum Leipzig, definiert den Unterschied so: „Während schlecht drauf sein zum Auf und Ab des täglichen und nicht immer leichten Lebens gehört, ist eine Depression eine ernsthafte, oft auch lebensbedrohliche Erkrankung, die in jedem Fall konsequent behandelt werden muss.“

Im Gegensatz zu Menschen mit schlechter Laune können von einer Depression Betroffene auf erfreuliche Dinge nicht mehr positiv reagieren. Klassische Symptome sind nach Hegerl „fast immer Schlafstörungen und Appetitstörungen sowie ein übertriebener Hang zu Schuldgefühlen und Grübelneigung.“ Patienten berichten von einem „Gefühl der Gefühllosigkeit“, die Unfähigkeit, selbst Trauer und andere Gefühle zu empfinden“. Unter anderen zeigen diese Symptome in der Regel den Unterschied zu einer völlig normalen vorübergehenden Verstimmung.

Depression ist nicht gleich Depression

Auch wenn eine trennscharfe Unterscheidung zwischen den Formen der Depression nicht durchgängig möglich ist, werden Depressionen in der Diagnostik nach drei Schweregraden unterschieden: Eine häufige Form sind „leichte depressiven Episoden“, bei denen nur ein Teil der klassischen Symptome zu erkennen sind. Anforderungen im Alltag und im Beruf können noch bewältigt werden.

Sind mehr Symptome erkennbar und treten diese stärker in Erscheinung, spricht man von einer mittelgradigen depressiven Episode. Dabei erhöhen sich Schwankungen im Tagesablauf bis hin zu einer temporären Unfähigkeit, den Lebensalltag zu gestalten.

Bei einer schweren depressiven Episode können Patienten alltägliche Lebensabläufe nicht mehr bewältigen und lassen eine erhöhte Selbstmordgefahr erkennen. Daneben können auch Wahnvorstellungen, schwere Panikattacken und unbegründete Selbstbeschuldigung auftreten.  In diesen Fällen müssen betroffene Patienten stationär in einer Klinik behandelt werden.

Himmelhoch jauchzend zu Tode betrübt – manisch-depressive Episoden

Depression (Illustration: Yulia Brodskaya)Noch schwieriger zu erkennen sind die so genannten „bipolaren Störungen“, die auch als manisch-depressive Erkrankungen bezeichnet werden. Menschen, die von dieser Form der Depression betroffen sind, fallen scheinbar grundlos von einem Extrem ins andere: Aus einer Hochstimmung der Euphorie, gesteigerter Aktivität bis hin zu Exzessen und einer überhöhten Selbsteinschätzung folgt ein Sturz in tiefe Niedergeschlagenheit, Traurigkeit, Antriebslosigkeit und in das Gefühl der Wertlosigkeit. Dieses Spannungsfeld kann so groß werden, dass ein geregeltes Leben kaum mehr möglich ist.

Wann sollten Sie handeln?

„Viele Menschen, die unter einer Depression leiden, merken über lange Zeit nicht, dass sie tatsächlich krank sind und professionelle Hilfe nötig und auch möglich ist.“ sagt Prof. Dr. Wolfgang Gaebel, Psychiater, Hochschullehrer und Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Düsseldorf. „Dies liegt daran, dass viele Symptome der Depression einzeln und für sich genommen normale Reaktionen des Menschen sind.“  Zugleich werden Symptome wie Schlafstörungen oder bestimmte Schmerzen oft gar nicht erst mit einer Depression in Verbindung gebracht. „Auch unterliegt die Krankheit Depression dem Stigma, eigentlich keine „echte“ Krankheit zu sein. Dies wird den vielen Menschen, die zum Teil sehr stark unter ihren Depressionen leiden, zusätzlich zur Last.“, erläutert Gaebel.

Sein Rat: Wenn mehrere Symptome nach einem längeren Zeitraum nicht wieder verschwunden sind, besteht die Möglichkeit einer Erkrankung. Wenn wiederholt Selbstmordgedanken aufkommen, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Auch Angehörigen ermutigt er zur Offenheit: „Falls die Sorge besteht, jemand Nahestehendes könnte ernsthaft depressiv sein und trägt sich möglicherweise mit Selbstmordgedanken, sollte man nicht zögern, die Person direkt daraufhin auch anzusprechen. Meist wird dies von den Betroffenen als Entlastung empfunden.“

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