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Diäten sind Quatsch



Essen mit Genuss und die Liebe zum eigenen Körper sind wichtiger. (Illu: Yulia Brodskaya)
Essen mit Genuss und die Liebe zum eigenen Körper sind wichtiger. (Illu: Yulia Brodskaya)

Alle, die sich schon einmal mit dem Thema „Abnehmen“ beschäftigt haben, kennen den Begriff „Jo-Jo-Effekt“. Er steht für das Auf und Ab, das mit Diäten meist einhergeht – und Menschen unglücklich macht.

Es schien fast wie Ironie, als ausgerechnet am 6. Mai 2015, dem internationalen Anti-Diät-Tag, die Weltgesundheitsorganisation WHO mit einer erschreckenden Alarmmeldung an die Öffentlichkeit trat: Europa steuert auf eine „Übergewichtskrise mit enormen Ausmaßen“ zu. Die einzige Ausnahme bilden die Niederlande. In Irland sei dagegen damit zu rechnen, dass im Jahr 2030 alle Erwachsenen übergewichtig sind. Die Ursachen: Zu viel Fastfood, zu wenig Bewegung. Wie passt das zu einem Anti-Diät-Tag? Der wurde ja nicht etwa von einem Verband der Fastfoodketten ins Leben gerufen, sondern von der britischen Feministin Mary Evans Young initiiert und wird seit 1992 in vielen Ländern am 6. Mai begangen.

Diäten sind nicht hilfreich

Genau besehen ist der Widerspruch nicht so groß, wie er zunächst scheint. Der Hintergrund des Engagements von Mary Evans Young war eine überstandene Magersucht – ebenso eine krankhafte Ess-Störung wie Adipositas (Fettsucht) – nur mit dem gegenteiligen Effekt. Weil der Anti-Diät-Tag in besonderem Maß unsere Ernährung in den Blickpunkt rückt, bietet er einen guten Anlass, vom Diätenwahn bis zum Übergewicht ganz grundsätzlich auf das Phänomen „Ess-Störung“ aufmerksam zu machen. So zitiert die Frankfurter Rundschau eine zunächst beruhigende Botschaft des Ernährungs­wissenschaftlers Harald Seitz: „Für den Otto Normalverbraucher sind Diäten totaler Quatsch. Nach der Diät legt man mehr Gewicht zu, als man vorher verloren hat.“ Weil Diäten oftmals die Lebensqualität viel zu sehr einschränken, sind die langfristigen Erfolgsaussichten gering und zudem besteht die Gefahr, in eine Ess-Störung abzudriften.

Die Seele ist wichtig

Sehr starkes Übergewicht ist nicht gut. Diäten auch nicht. Aber was nun? Es lohnt ein kurzer Blick auf die Faktoren, die unser Essverhalten steuern. Neben bislang noch wenig erforschten genetischen Ursachen liegen Ess-Störungen psychische und kulturelle Einflüsse zugrunde. Die Kompensation von seelischem Kummer, der Ersatz für liebevolle Beziehungen und fragwürdige Schönheitsideale beeinträchtigen ein gesundes Verhältnis zur Ernährung.

In den meisten Fällen ist es die Seele, die zu einem problematischen Verhalten verleitet. Dagegen anzutreten ist in der Regel aussichtslos. Um am Übergewicht etwas zu ändern, bedarf es eines liebevollen, fürsorglichen Umgang mit sich selbst. Das wirklich echte Glücksgefühl über eine Veränderung des Lebenswandels und damit einhergehenden Gewichtsverlust muss größer sein als das Leid, das ein neuer Speiseplan - zumindest am Anfang - meist verursacht. 

Schlechte Diät-Motive

Eine radikale Diät, um anderen zu gefallen, ist keine Strategie. (Illu: Yulia Brodskaya)Anderen gefallen zu wollen oder, schlimmer noch, Topmodel-Maße anzustreben, sind äußerst fragwürdige Motive, zumal sie immer eine Bestätigung von außen verlangen. Für einen kurzen Augenblick mögen sie stark genug sein, eine Radikaldiät zu beginnen. Langfristig verlieren sie jedoch an Kraft. Dann ist die Doppel-Pommes-Mayo auf einmal doch wieder sehr verlockend. Als Trost für die schlechte Welt und die entbehrungsreichen letzten Wochen. Jo-Jo lässt grüßen. Noch schlimmer: Während einer radikalen Diät schaltet der Köper auf „Notstand“: Alles, was danach reinkommt, wird begierig aufgesogen und sofort in neue Fettpolster umgewandelt – um besser vorbereitet zu sein für die nächste Hungerperiode.

Eine Strategie mit Perspektive

Der Stolz auf Veränderung und die tief empfundene Freude über das eigene Körpergefühl, sind dagegen Motive mit ungleich besseren Erfolgsaussichten. Wenn keine akute Erkrankung eine schnelle Lösung erfordert, sollte die Herangehensweise an eine Bewegungs- und Ernährungsumstellung sehr maßvoll sein. Das hält die Glücksbilanz ausgeglichen. Wenn Abnehmen keinen Spaß macht und hauptsächlich als Leid empfunden wird, ist das Scheitern nur eine Frage der Zeit.

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