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Die ärztliche Schweigepflicht schützt uns alle



Die ärztliche Schweigepflicht darf nur im Notfall aufgehoben werden.
Die ärztliche Schweigepflicht darf nur im Notfall aufgehoben werden.

Wer sich medizinische oder psychologische Hilfe holt, kann sich auf die gesetzliche Schweigepflicht verlassen. Nach dem Germanwings-Vorfall verlangen Politiker eine Lockerung der Vorschriften. Das ist jedoch gar nicht notwendig.

Die Schweigepflicht garantiert, dass alles, was im Rahmen der Behandlung gesagt oder getan wird, nicht in die Hände oder an die Ohren Dritter gerät. Sie ist Basis für ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Patienten und Behandelnden und gilt gegenüber jedem. Wer die Schweigepflicht verletzt, must mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe rechnen. 

Geschützt durch die Schweigepflicht

Selbst wenn Patient oder Patientin nicht mehr leben, dürfen folgende Informationen nicht an andere weitergegeben werden:

  • Die generelle Tatsache, dass eine Person in Behandlung war oder ist.
  • Welche Erkrankung oder Verletzung behandelt wurde.
  • Welche Diagnose erstellt wurde, welche Untersuchungsergebnisse sich ergaben.
  • Wie Patient oder Patientin behandelt wurden.
  • Informationen über die Lebensumstände von Patient oder Patientin während der Behandlung.

Schweigepflicht gegenüber dem Arbeitgeber

Im Falle einer Krankschreibung erfährt der Arbeitgeber nicht, warum ein Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin temporär ausfällt. Die Diagnose ist lediglich auf dem Zettel vermerkt, der bei den Patienten bleibt. Dies ist wichtig, um die Privatsphäre schützen. 


Vor allem bei psychischen Erkrankungen ist die Angst von Patienten und Patientinnen oft groß, Arbeitegeber oder Kollegen könnten davon erfahren. Sie befürchten Stigmatisierung, Mobbing, den Einbruch der Karriere oder gar die Kündigung. Immer noch kursieren falsche Vorstellungen von bestimmten psychischen Erkrankungen. Dabei sind weitaus mehr Menschen davon betroffen als die meisten annehmen. Ein Viertel der Deutschen hat zum Beispiel im Laufe des Lebens eine Depression.

Wenn die Schweigepflicht gelockert würde, hätte dies fatale Folgen. Aus Angst vor Ausgrenzung oder Jobverlust würden viele Patienten und Patientinnen von einer Behandlung absehen. Sie hätten so keine Chance auf Heilung und würden sowohl Arbeitgeber, Kollegen, Familie und Freunde belasten.

"Wenn mein Arzt von der Schweigepflicht entbunden ist, werde ich ihm gegenüber kein Problem ansprechen, weil immer die Angst vorm Fluglizenzentzug mitschwingt. Besteht die Schweigepflicht, kann der Arzt dagegen echte Hilfe anbieten." erklärt Ilja Schulz, Präsident der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit gegenüber der Rheinischen Post.

 

Wann darf die Schweigepflicht gebrochen werden?

Wenn sich Patient oder Patientin einverstanden erklären, darf die Schweigepflicht aufgehoben werden. Ebenso verhält es sich, wenn das Infektionsschutzgesetz greift und der Arzt der gesetzlichen Meldepflicht nachkommen muss. Beispielsweise bei hoch ansteckenden Krankheiten wie Masern oder Ebola.

Das Gleiche gilt bei einem Notfall: "Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden wenn eine Gefahr für Leib und Leben nicht anderes abwendbar ist, handelt nicht rechtwidrig." 

Die aktuell von einigen Politikern geforderte Lockerung der ärztlichen Schweigepflicht ist also gar nicht nötig. Es bedarf vielmehr einer Diskussion darüber, wie Gefahren im Vorfeld wahrgenommen und richtig eingeschätzt werden können.

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