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Die Deutsche Bahn auf Gesundheitskurs



Gesund Arbeiten und Altern
Erfolgsprogramm der Deutschen Bahn (Foto: Deutsche Bahn)

Ziel der Deutschen Bahn: Ein Berufsleben lang in demselben Unternehmen. Was noch vor wenigen Jahren als Albtraum für den dynamischen Lebenslauf galt, ist mittlerweile wieder zu einem stark wachsenden Trend geworden, den größere Arbeitgeber – allen voran die Deutsche Bahn -  zur neuen Personalstrategie machen. Eine gesunde Entwicklung, wie sich herausstellt, sowohl für das Wirtschaftswachstum des Unternehmens, als auch für den Arbeitnehmer.

Ein häufiger Jobwechsel, der Verlust des Arbeitsplatzes oder der Austritt aus dem Arbeitsleben – das alles kann sehr großen Stress verursachen und negative Folgen für die Gesundheit haben. Befristete Anstellungen, Zeitarbeit oder Dauerpraktikum können keine Erfolgsrezepte für eine gesunde Unternehmenskultur sein: „Arbeitsplatzunsicherheit belastet und macht krank“, so der leitende Arzt der Deutschen Bahn, Dr. Gravert. Die Deutsche Bahn ist einer der größten Arbeitgeber in Deutschland und beschäftigt allein am Standort Berlin ca. 18.500 Mitarbeiter. In der Hauptstadt ist die DB sogar auf Platz eins der Top Arbeitgeber Berlins. Langfristiges Ziel des Unternehmens ist es, Mitarbeiter und ihre wertvollen Erfahrungen ein Leben lang an sich zu binden. Dies ist nur möglich, wenn es dem Arbeitnehmer gut geht. Dazu gehört nicht nur das körperliche Wohlbefinden, sondern auch die psychische Gesundheit. Zumal sich beide Aspekte meist gegenseitig bedingen.

Im Fokus: Zufriedene Mitarbeiter

In den vergangenen zwei Jahren startete die Deutsche Bahn ein ganzheitliches Projekt, um ein rundum gesundes Arbeiten zu ermöglichen. Ein wichtiger Aspekt ist dabei nicht nur die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze, um körperlichen Beeinträchtigungen vorzubeugen. Gesundheitsförderung in Form von gesunder Ernährung, Suchtberatung und Sportangebote runden das Konzept ab.

Ein großes Anliegen der DB ist die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die Bahn unterstützt ihre Mitarbeiter aktiv bei der erfolgreichen Bewältigung von Job und Privatleben. Schließlich seien laut Dr. Gravert, der auch als Leiter des Gesundheitsmanagements fungiert, Rollenkonflikte privater Natur am belastendsten für die psychische Gesundheit. Zur Entlastung gehört unter anderem die Flexibilisierung der Arbeitszeit, was gerade für Arbeitnehmer mit Kindern besonders wichtig ist. In diesem Zusammenhang werden seit 2012 Mentoring-Programme angeboten, die nach der Elternzeit eine Rückkehr ins Berufsleben erleichtern sollen. Bei der sogenannten Familienpflegezeit kann der Mitarbeiter eine Auszeit von mehreren Monaten bis Jahren nehmen, um sich der Pflege bedürftiger Familienangehöriger anzunehmen. 

Auch gegen oft bestehende Tabus bei psychischen Erkrankungen wird offensiv vorgegangen. Die Deutsche Bahn hat erkannt, dass zur Prävention von psychischen Erkrankungen eine Unternehmenskultur notwendig ist, die sich mit diesen Themen offen auseinandersetzt. So unterstützt das bekannteste Bahnunternehmen Deutschlands den Verein „Deutsches Bündnis gegen Depression“ und fördert aktiv die Depressionsforschung. Eine eigene Sorgen-Hotline steht den Mitarbeitern rund um die Uhr zur Verfügung, weiterhin können auch vor Ort Beratungsangebote und Empfehlungen für Therapeuten in Anspruch genommen werden.

Gestaltung des Alters

"Alle wollen alt werden, aber keiner will es sein." (Gustav Knuth)

Der Altersdurchschnitt der Bahn-Belegschaft liegt gegenwärtig bei 46 Jahren. Ein Fakt, auf den der Konzern mit einem Projekt namens CLARA (Clever und aktiv in Richtung Alter) reagiert. „Die Menschen müssen verstehen, dass sie mitverantwortlich für ihre Gesundheit sind und auf sich achten müssen. Das bedeutet, dass sie ihr Leben so gestalten müssen, dass sie körperlich und geistig fit bleiben“, erklärt Dr. Gravert den Einsatz von CLARA. So können gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung und Denksport vielen typischen Alterserkrankungen vorbeugen. Dazu gehören in erster Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems, Diabetes mellitus Typ 2, Bluthochdruck und Demenz. Selbstbestimmung ist dabei ein wichtiges Thema für ältere Menschen und die Angst, diese zu verlieren – ein geistiger oder körperlicher Pflegefall zu werden.

US-Wissenschaftler haben herausgefunden, dass eine aktive Freizeitgestaltung, wie Zeitunglesen, Walking und Spieleabende mit Freunden, Alzheimer und Co. deutlich entgegenwirkt. Zudem sind das soziale Netzwerk und der Austausch mit Gleichgesinnten wichtig, um drohender Einsamkeit und Depression keine Chance zu geben. Das ist gerade im Zusammenhang mit dem plötzlichen Ruhestand oder dem Verlust des Partners von großer Bedeutung. Ähnlich wird es auch mit CLARA praktiziert und der bedrohlichen Seite des Alterns entgegengewirkt: In kleinen Gruppen werden die Themen Bewegung, z. B. Walking, Ernährung und geistige Fitness in Form von Bildungsangeboten behandelt. So bietet CLARA eine ideale Vorbereitung auf den Lebensabend. Die sogenannte fluide Intelligenz, also die Fähigkeit, mit Veränderungen in der Umwelt umzugehen und die Motivation sich darauf einzulassen, sei ein wichtiger Aspekt bei den veränderten Bedingungen und der Lernfähigkeit im Alter, so Gravert. Die Neurowissenschaften haben erkannt, dass kognitive Fähigkeiten auch im hohen Alter noch ausbaufähig sind. Entgegen früherer Annahmen ist unser Gehirn ist lebenslänglich aktiv und lernfähig.

CLARA Kurswechsel

Der Pilot des CLARA-Projekts erfolgte in Kooperation mit dem Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg über vier Monate bei 250 Mitarbeitern. Die Teilnahme war dabei natürlich freiwillig und traf auf hohe Resonanz bei der Belegschaft. Die Ergebnisse überzeugen: In allen Bereichen konnten deutliche Erfolge verzeichnet werden. Ein gesteigertes Bewusstsein für den eigenen Einfluss auf die Gesundheit – sowohl bei der Ernährung als auch bei der Bewegung – wurde ebenso deutlich, wie eine tatsächliche Verbesserung in den Parametern Beweglichkeit, Körperkraft und Ausdauer. Im Bereich der Kognition, der Konzentrationsfähigkeit und des Gedächtnisses treten die Veränderungen noch eindeutiger hervor. Die positiven Erfolge haben eine überzeugende Wirkung auf die Probanden: Die Erfahrung, dass der Alterungsprozess entgegen der ursprünglichen Annahme eigens gestaltbar ist.

Die Deutsche Bahn bietet mit Ihrem Programm ein vorbildliches Personalmanagement. Es wurde erkannt, dass nicht nur körperliche Fitness durch Ernährung und Sport von essentieller Bedeutung für die Gesundheit der Mitarbeiter ist. Auch die Work-Life-Balance und ein Gefühl der Stabilität sowie Arbeitsplatzsicherheit tragen im Wesentlichen zum Wohlbefinden und somit auch zur Motivation der Mitarbeiter bei. Dass der Erfolg eines Unternehmens maßgeblich von der Zufriedenheit der Mitarbeiter abhängt, wird hier beispielhaft umgesetzt.

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