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Die Zukunft der Pflege



Einmal Rentnerin
Desirée Nick: Ein mal Rentnerin und wieder zurück - dank Schminke und Bildbearbeitung (Foto: berlin.de)

Viele, die in Pflegeberufen tätig sind, kämpfen derzeit für bessere Arbeitsbedingungen, damit sie sich angemessen um Alte und Kranke kümmern können. Die Stadt versucht nun, mit einer Image-Kampagne das Ansehen dieser Berufe zu verbessern. Gleichzeitig soll so die Berliner Bevölkerung für das Thema Altern sensibilisiert werden.

Bis 2030 werden 170.000 Berlinerinnen und Berliner pflegebedürftig sein. Im Vergleich zu heute ist das ein Zuwachs von über 50 Prozent. Wer soll sich um all diese Menschen kümmern? Die Zahl der pflegenden Angehörigen wird bis dahin kaum entsprechend angestiegen sein. So formuliert der Senat vorsichtig im Konjunktiv, dass bis dahin rund 20.000 Pflegekräfte in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen fehlen könnten.

Pflegeberufe werden also immer wichtiger. Das schlägt sich jedoch noch nicht so recht in der gesellschaftlichen Wahrnehmung nieder. "Super, wenn sich jemand um Alte und Kranke kümmert, aber das muss ja nicht gerade ich sein." scheint das Motto Jugendlicher zu sein. Den Pflegeberufen fehlt nach wie vor das soziale Ansehen. "Dabei ist gerade die Altenpflege ein anspruchsvoller Beruf, denn die Pfleger/innen arbeiten in einem vielseitigen und abwechslungsreichen Arbeitsfeld, in dem umfassende fachliche und soziale Kompetenzen Voraussetzung ist", hält die Senatsverwaltung für Gesundheit und  Soziales dagegen. 

Die Kampagne

Für die Kampagne Gepflegt in die Zukunft konnte die Stadt vier prominente Persönlichkeiten gewinnen. Desirée Nick, Ingo Appelt, Ross Anthony und Stefan Krezchmar wurden mit Hilfe von Schminke zu alten Menschen und simulieren in einzelnen Spots eine Zukunft als pflegebedürftige Berliner. Glücklicherweise haben sie dort liebevolle Personen an ihrer Seite, die sich professionell um sie kümmern. Die Spots vermitteln, dass wir alle einmal alt und womöglich pflegebedürftig werden.

Damit wir uns auch selbst ein Bild davon machen können, gibt es auf der Kampagnen-Webseite einen sogenannten Age-O-Mat. Man lädt ein Foto von sich hoch, über das anschließend ein Altersfilter gelegt wird. Solche Applikationen gibt es auch für Mobiltelefone. Die meisten Menschen gucken sich die so verfremdeten Bilder kurz an, lachen, um ihr Unwohlsein zu überspielen, und löschen die Fotos schnell wieder von den Geräten. Es ist nicht einfach, für dieses Thema ein länger anhaltendes Bewusstsein zu schaffen. Die Kampagne hat sich also viel vorgenommen.

Sie soll außerdem den Altenpflegeberuf ins Gespräch bringen, so Mario Czaja, Senator für Gesundheit und Soziales. Berlin ist das erste Bundesland, das der Verpflichtung nachkommt, die gesellschaftliche Bedeutung dieses Berufsfeldes durch intensive Öffentlichkeitsarbeit zu fördern. Bereits im Dezember 2012 haben sich Bund, Länder und Verbände dazu verpflichtet. So stellt die Kampagnen-Seite den Beruf Altenpfleger/in vor und welche Ausbildungs-Voraussetzungen dafür erforderlich sind. Es werden Einrichtungen und Schulen aufgelistet, und in Kürze sollen auch Filme zu sehen sein, die Geschichten aus dem Berufsalltag erzählen. Die Kampagne lässt außerdem Expertinnen zu Wort kommen, die bereits viele Jahre in der Pflege tätig sind.

Recht versteckt werden auch einige Fragen zu Berufen in der Altenpflege beantwortet. Zum Beispiel, ob Altenpflegerinnen und Altenpfleger Beruf und Familie schwer miteinander vereinbaren können. Oder ob es zutrifft, dass die Altenpflege keine beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten bietet. 

Erster Schritt

Es ist ein guter Anfang, das Thema in die große Öffentlichkeit zu rücken. Aber eine Image-Kampagne alleine genügt nicht, um die Pflegeberufe angesehener und attraktiver zu machen. Sie müssen auch attraktiver werden. Das bedeutet: eine bessere Bezahlung und vor allem weniger Menschen, die zur gleichen Zeit von nur einem Pfleger oder einer Pflegerin betreut werden. Die Quote liegt hier im Idealfall bei 1 zu 5. In der Realität ist eine Person jedoch manchmal für bis zu fünfzehn Pflegebedürftige zuständig.

Das ist den Menschen hinter der Kampagne durchaus bewusst: "Natürlich muss es das Ziel sein, eine faire Entlohnung zu erreichen und für die Zukunft sicherzustellen. Die aktuelle Situation ist unbedingt verbesserungswürdig. Warum dann eine Kampagne? Eine Kampagne kann zwar die finanziellen Rahmenbedingungen des Pflegeberufes nicht direkt verbessern – auch das Budget, das für die Kampagne aufgewendet wird, wäre nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Ziel der Berliner Kampagne ist es aber, das Thema Altenpflege auf die öffentliche Agenda setzen – und das kann eine Kampagne durchaus erreichen. Eine Erhöhung der gesellschaftlichen Anerkennung des Altenpflegeberufes wird langfristig auch zu einer erhöhten Wertschätzung führen. Das Thema bessere Bezahlung ist damit indirekt bereits Thema der Kampagne."

 

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