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Fragestunde für Mädchen



Ungewollte Schwangerschaft bei Mädchen
Ungewollte Schwangerschaft bei Mädchen

Aus Angst, Scham oder Unsicherheit meiden junge Mädchen oft den ersten Termin bei der Frauenärztin oder dem Frauenarzt. In vielen Fällen sind sie dennoch vorher sexuell aktiv, was weitreichende Folgen haben kann. Eine gezielte Aufklärung soll mehr Verantwortung schaffen.

Im Jahre 2004 wurde die Initiative Mädchen-Sprechstunde von der Firma Grünenthal ins Leben gerufen, welche sich auf eine Online-Umfrage zum Thema „erster Frauenarztbesuch“ bezieht. Über 2.000 Mädchen im Alter von 11 bis 19 Jahren wurden befragt – mit alarmierenden Zahlen: Bei den unter 14-Jährigen gaben fast 60 Prozent an, bei ihrem ersten Mal gar nicht verhütet zu haben. Dieses Ergebnis deckt sich mit den hohen Zahlen zu ungewollter Schwangerschaft und Schwangerschaftsabbruch, sowie sexuell übertragbaren Krankheiten.

Ein Kind fürs Kind

Die jungen Mädchen erleben in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Möglichkeiten und Freiheiten in der Selbstentfaltung und Gestaltung ihres Lebens. Doch der damit einhergehende liberale Umgang mit Sexualität bei gleichzeitiger Unwissenheit kann gravierende Folgen für den gesamten Lebenslauf haben. Die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF) macht auf die hohen Zahlen der Abtreibungen aufmerksam. Im Jahre 2004 gab es 7854 Abbrüche bei den unter 15-Jährigen. Ein Anstieg von mehr al 113 Prozent zum Jahre 1996. Auch die Zahlen der Geschlechtskrankheiten nehmen stetig zu: 2013 waren 3-7 Prozent der sexuell aktiven Mädchen im Alter von 15 bis 17 Jahren mit einer Krankheit wie Chlamydien und Co. infiziert. Da diese Zahlen und auch die der Abtreibungen in vielen Fällen anonym bleiben, ist die Dunkelziffer vermutlich noch höher.

Internetaufklärung: Fluch und Segen

Informationen zum weiblichen Körper und zu Geschlechtsverkehr holen sich die jungen Menschen hauptsächlich aus Gesprächen mit Gleichaltrigen, aus Printmedien oder aus dem Internet. Nicht immer sind diese Informationsquellen zuverlässig. Eltern oder Lehrer werden nur selten bis gar nicht in diese neue Welt hineingelassen. Doch auch wenn das Internet bereits einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung leistet, gerade in Foren und ähnlichem widersprechen sich die Aussagen vielmals und das Bedürfnis nach endgültiger Klärung der speziellen Frage bleibt. Zudem erhalten die Jugendlichen über das Internet Zugang zu pornografischen Seiten, deren Aufklärungscharakter für Kinder eher fragwürdig ist.

Pubertätswehen

Der erste Besuch beim Frauenarzt löst bei den meisten Mädchen Angst und Unsicherheit aus. Sich vor fremden Menschen zu entblößen, ist eine große Überwindung nach der langen Zeit zwischen Kind und Pubertät, in der das Gefühl der Scham über die eigene Nacktheit immer stärker wurde. Die repräsentative Grünenthal-Umfrage ergab, dass sich besonders junge Mädchen spezielle auf sie zugeschnittene Infoangebote in einer gynäkologischen Praxis wünschen. Die Wenigsten möchten beim ersten Besuch auch gynäkologisch untersucht werden.

Wissen ist Macht

Kondome schützen!Um den Mädchen die Scheu vor dem Frauenarztbesuch zu nehmen und ihnen die Möglichkeit zum ausgiebigen Fragen-Stellen zu geben - ohne die Angst vor einer körperlichen Untersuchung – wurde die Initiative Mädchen-Sprechstunde in Zusammenarbeit mit der ÄGGF ins Leben gerufen.

Ziel ist es, den jungen Mädchen spezielle Gesprächsangebote zu bieten, die eine präventive Aufklärung zur Folge haben. 

 

Je mehr die jungen Mädchen über ihren Körper, Verhütung und Krankheiten wissen, desto autonomer und verantwortungsvoller werden sie mit diesem Wissen umgehen, so die Argumentation. Aufklärung und Beratung muss somit vor dem ersten sexuellen Kontakt ansetzen.

Reden ist Gold

Mitte der 90er Jahre standen in der Sexualpädagogik eher emanzipatorische Themen wie sexueller Missbrauch, Mut zu Homosexualität oder Transsexualität  im Vordergrund. Dabei wurden die Bereiche Schwangerschaft und Verhütung von sexuell übertragbaren Krankheiten sehr vernachlässigt. Zeitgleich geht der Trend seit ein paar Jahren auch wieder mehr in Richtung Familiengründung statt kinderlose Karriere. Frauenärzte (sowie Eltern und Lehrer) sind dazu aufgerufen, auf diese Entwicklung zu reagieren und mittels Aufklärung den Mädchen zu helfen, ihren Lebenslauf entsprechend bewusst zu planen. Diese Meinung vertritt auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Dort können zahlreiche Informations- und Unterrichtsmaterialien kostenlos bestellt werden.

Praxiswissen

Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist es, von Seiten der Eltern oder Lehrer die jungen Frauen zum Besuch einer Mädchen-Sprechstunde zu ermutigen. Auch wenn einige Eltern sich gegen einen Termin sträuben, da sie diesen sofort mit dem Wunsch der Tochter nach Sex und einer drohenden Schwangerschaft in Verbindung sehen. Fakt ist aber: eine Beratung in einer gynäkologischen Praxis könnte letzteres oder eine gefährliche Krankheit verhindern. Denn wenn das Mädchen Sex haben will, wird es den haben: die Frage ist nur wie. Eine Mädchen-Sprechstunde befasst sich nicht nur mit Verhütung – auch wenn dies laut der erwähnten Umfrage, der häufigste Grund zum Besuch bei der Frauenärztin ist. Ebenso werden wichtige Impfungen wie die gegen HPV oder allgemeine Fragen zum Monatszyklus, zu Hygiene oder Schmerzen beantwortet. Körperliche Beschwerden sind nämlich der zweithäufigste Grund, um der Frauenarztpraxis einen Besuch abzustatten.

Egal wie alt das Mädchen ist, ein Besuch bei einer Frauenärztin oder einem Arzt ist spätestens dann angebracht, wenn Beschwerden vorliegen oder eine Beziehung mit einem Jungen begonnen wurde bzw. schon sexuelle Aktivität vorliegt. Spätestens ab dem 16. Geburtstag ohne bisher eingesetzte Regelblutung, sollte ein Termin erfolgen. Im Falle einer Schwangerschaft ist der Gang zum Gynäkologen unabdingbar. Egal, worum es sich handelt. Wichtig für die Mädchen zu wissen ist, dass die Ärztin oder der Arzt der Schweigepflicht unterliegen. Nur so kann eine Vertrauensbasis geschaffen werden und wirkliche Unterstützung erfolgen.

Auf der Homepage der Initiative können schon einige Frage zum ersten Frauenarztbesuch geklärt werden.

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