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Gefährliches Hirndoping: Schuld ist steigender Leistungsdruck



Fast eine Million Berufstätiger greift zu leistungssteigernden Mitteln.
Fast eine Million Berufstätiger greift zu leistungssteigernden Mitteln.

Die medikamentöse Leistungssteigerung am Arbeitsplatz steigt immer mehr an. Ein Umdenken der Firmen und die gesunde Förderung der Mitarbeiter/innen sind dringend notwendig.

Zwei kürzlich erschienene Studien geben großen Anlass zur Sorge: Die Befragung zum psychosozialen Stress am Arbeitsplatz von der Bertelsmann Stiftung und der Barmer GEK und quasi zeitgleich die Untersuchung der DAK zum Arzneimittelkonsum.

Die DAK konnte dabei eindeutig herausstellen, dass fast zwei Prozent der deutschen Erwerbstätigen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren regelmäßig zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln greifen, die leistungssteigernde Eigenschaften haben. Die Dunkelziffer für diese Art des Hirndoping liegt dabei vermutlich weitaus höher.

Die Parallelstudie (Bertelsmann und Barmer) kam zu ähnlichen Ergebnissen: Immer mehr Arbeitnehmer gefährden sich selbst, indem sie auf ausreichende Erholung verzichten und stattdessen zu leistungssteigernden Substanzen wie Alkohol, Nikotin oder Medikamenten greifen.

Hirndoping für ein besseres (Arbeits-)Leben

Schon seit längerem ist bekannt, dass besonders Studierende zu sogenanntem Neuro-Enhancement greifen. Diese Steigerung der kognitiven und psychischen Fähigkeiten durch Stimulanzien kommt besonders bei Prüfungsstress zum Einsatz.

Doping gehört für viele zum BerufsalltagDie Studie der DAK belegt nun, dass auch eine große Gruppe Berufstätiger regelmäßig zu Schmerz- und Beruhigungsmitteln sowie Schlaf- oder Aufputschmedikamenten greift, um Angst, Nervosität und Unruhe zu vertreiben. Männer greifen dabei vermehrt auf Medikamente zur Leistungssteigerung zurück – etwa vor einem wichtigen Termin. Jedoch scheint auch der private Druck eine Rolle zu spielen. Viele möchten auch in ihrer Freizeit noch Kraft für Freunde, Familie und Sport haben.

Frauen greifen indes eher zu Stimmungsaufhellern oder Beruhigungs- und Schlafmitteln.

Gefährliche Langzeitfolgen des Hirndopings

Die gesundheitlichen Folgen eines regelmäßigen Dopings sind dabei gravierend: Herzrhythmusstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Schlafstörungen – um nur einige Nebenwirkungen zu nennen. Und wie bei allen Drogen sind auch Veränderungen der Persönlichkeit auf lange Sicht hin sehr wahrscheinlich.

Der Nutzen der Wirkung steht dabei im klaren Widerspruch zu den negativen Folgen: meistens ist der Effekt der Medikation nur von kurzer Dauer und zudem kaum merklich. Auch steigert die Häufigkeit der Einnahme die Gefahr, sich selbst immer mehr zu überfordern, was Depressionen und Burn-out zur Folge haben kann.

Psychosozialer Stress am Arbeitsplatz fördert Hirndoping

Die Untersuchung der Bertelsmann-Stiftung und der Barmer GEK zeigt den Zusammenhang zwischen Hirndoping und Belastungen im Berufsleben auf. Dabei konnte herausgestellt werden, was in erster Linie zu selbstgefährdendem Verhalten wie Hirndoping führt: Stetig steigende Zielvorgaben durch den Betrieb, die sich allein am Marktwachstum orientieren und nicht an dem persönlichen Leistungspotential der Beschäftigten.

Zeitdruck und unrealistische Zielvorgaben machen krank.So verzichtet fast ein Viertel der Befragten häufig auf Pausen, elf Prozent arbeiten zusätzlich in ihrer Freizeit und jeder Achte erscheint trotz Krankheit am Arbeitsplatz.

Warum? Aus Angst, die erwartete Leistung nicht zu erbringen.

Fakt ist: wenn es schwere Konsequenzen wie den Arbeitsplatzverlust zur Folge hat, dann sind Arbeitnehmer eher bereit, ihre Leistung mit Medikamenten zu steigern.

Hirndoping durch Umdenken in der Unternehmen verhindern

Um die Folgen von psychosozialem Stress am Arbeitsplatz zu verhindern und damit auch den Medikamentenmissbrauch, ist einerseits eine Änderung der Unternehmenskultur wichtig, die sich an den realistischen Ressourcen der Arbeitnehmer orientiert. Nur so können Prioritäten gesetzt werden, die eine gesunde Work-Life-Balance ermöglichen und Hirndoping überflüssig machen.

Andererseits müssen auch die Beschäftigten ihre eigenen Grenzen kennen(-lernen) und rechtzeitig auf sie reagieren können, statt aus Angst die Leistung mit Stimulanzien zu steigern. Andernfalls steuert Deutschland direkt auf eine Arbeitswelt zu, in der ähnlich wie in den USA (35 Prozent), Doping zum Arbeitsalltag gehört. 

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