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Gesunde Wildpflanzen



Sogar manche Blätter sind essbar.
Sogar manche Blätter sind essbar.

Elisabeth Westphal ist Ernährungsberaterin und Leiterin des Berliner Ökomarktes am Kollwitzplatz. Auf Kräuterwanderungen der Grünen Liga Berlin erklärt sie, welche Inhaltsstoffe und Heilkräfte in Wildflanzen stecken, denen wir meist gar keine Beachtung schenken.

Viele Menschen ernähren sich nicht gesund und ausgewogen, den meisten verarbeiteten Lebensmitteln fehlen wichtige Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente. Nahrungsergänzende Produkte sollen dieses Defizit wieder ausgleichen, sind jedoch teuer und bewirken meist nur wenig. Die Pflanzen in der Natur sind hingegen kostenlos und enthalten ausreichend Vitalstoffe - wir müssen nur lernen, die richtigen Gewächse zu finden, wenn wir zum Beispiel einen Spaziergang im Grünen machen. 

Vorbereitung

Chlorophyll stärkt unser Imunsystem.Seit fast zwei Jahrzehnten teilt Elisabeth Westphal ihr reichhaltiges Wissen über Wildpflanzen mit jenen, die sich für eine ihrer Kräuterwanderungen angemeldet haben. Ganz unterschiedliche Menschen sind dafür in den Botanischen Volkspark in Berlin Blankenfeld gekommen. Die meisten haben Stoffbeutel dabei oder tragen ein Körbchen in der Armbeuge.

Während alle am ersten Treffpunkt in der Nähe des Gewächshauses stehen, lobt Elisabeth Westphal das Blattgrün (Chlorophyll), weil es hilft, unser Immunsystem zu stärken. Und sie gibt Ratschläge, wo es überhaupt sinnvoll ist, wild wachsende Pflanzen zu sammeln: 200 Meter von der Autobahn, 50 Meter von der Landstraße und drei Meter vom Feld entfernt. Wenn letzteres gedüngt wurde, hält sie auch hier 50 Meter Abstand. Viele Schadstoffe können glücklicherweise abgewaschen werden, zum Beispiel bei den Brennesseln, die nur geringe Mengen davon aufnehmen. Anders verhält es sich beim Löwenzahn, der sie besonders gut speichert. 

Am besten bewahrt man die Pflanzen nach dem Sammeln im Kühlschrank in einer Porzellanschale auf, die man mit einem Teller verschlossen hält. Wichtig ist, dass sie nicht feucht werden.

Wenn man die Kräuter vor dem Verzehr püriert, werden auch die ansonsten unverdaulichen Bestandteile aufgespalten, was das Ganze noch gesünder macht. Alternativ dazu kann man die Pflanzen gut zerkleinern und sie beim Essen sehr lange kauen.

Unter Bäumen

Viele Bäume haben genießbare Blätter.

Die erste Etappe ist eine Linde. Elisabeth Westphal greift ins Geäst und pflückt sich ein Blatt, um es sofort vor den Augen aller zu essen. Schüchtern folgen einige ihrem Beispiel. Die Lindenblätter eignen sich am besten als Salat oder, um sie im Smoothie mit allerlei anderen Zutaten zu vermischen.

Auch unter einer Birke wird die Gruppe zum Essen der Blätter animiert. Hier kann man sogar den Saft trinken, welcher durch den Baum fließt, bevor die Blätter sprießen. Elisabeth Westphal umarmt kurz den Stamm und legt ihr Ohr an die Rinde. So könne man zu Beginn des Frühlings das Rauschen des Saftes hören.

Die Blätter der Birke lassen sich als Gewürz verwenden, haben aber auch eine Heilwirkung. Sie entwässern zum Beispiel, ohne die Nieren zu belasten. So kann man, wenn die Blätter noch hellgrün sind, eine zwei- bis dreiwöchige Kur machen, bei der man jeden Tag 2 Esslöffel zerkleinertes Blattwerk zu sich nimmt. Außerdem ist es möglich, jene Teile der Rinde, die sich problemlos abziehen lassen, in Streifen zu schneiden und wie Nudeln kochen. Dieses Wissen verändert auf jeden Fall den erneuten Blick hinauf in die volle Baumkrone. 

Auch die jungen Triebe von Lärche, Kiefer, Fichte und Tanne lassen sich verzehren - sie sind alle reich an Vitamin C, allen voran die Tanne. Die Teilnehmenden kauen auf zitronig schmeckenden Nadeln herum.

Blümchen

Löwenzahn, der an einer Straße steht, bitte nicht essen.

Während die Blüten und Blätter des Vergissmeinnichts zwar essbar sind, aber hautsächlich zur Dekoration dienen, regen Blüten und Blätter des Gänseblümchens den Stoffwechsel an. Früher war es verboten, sie zu essen, weil man davon ausging, dass auf diese Weise Abtreibungen durchgeführt werden. Jene werdenden Mütter, die an solch eine Wirkung glaubten, brachten jedoch trotzdem ihre Kinder zur Welt.

Ebenfalls genießbar sind viele Teile des Löwenzahns: zum Beispiel die Blätter sowie die gelbe Blüte, die mild und süßlich schmeckt, und sogar die Wurzel kann gegessen werden. Findet man ein Feld vor, dass ausschließlich mit sehr viel Löwenzahn gefüllt ist, sollte man dort allerdings nicht sammeln, da das Feld ganz sicher überdüngt ist. Auch wenn die Blätter ganz zackig sind und fast aussehen wie Rucola, sollten sie nicht gepflückt werden, da sie belastet sind.

Wissen

Drei Stunden dauert die Führung durch den Naturpark, der am Rand immer mehr ausfranst und in normalen Wald und Felder überzugehen scheint. Die Teilnehmenden pflücken, kauen und kosten die unterschiedlichsten Pflanzen, legen sie in ihre Beutel und Körbchen und machen sich Notizen zu all jenen Gewächsen, die Elisabeth Westphal in die Höhe hält und ausführlich beschreibt.

Sie preist deren Vorzüge, warnt vor ähnlichen, giftigen Pflanzen und erzählt allerlei Anekdoten. Zum Beispiel wurde die Schafsgarbe früher auch "Augenbraue der Venus" genannt und Westphal erklärt, was es mit dem Schirlingsbecher und der Hinrichtung des Sokrates auf sich hat.

Es ist gar nicht so einfach, sich das Aussehen all der unterschiedlichen Gewächse zu merken. Schnell ist klar, dass man sich auf jeden Fall ausführlicher mit den wilden Pflanzen beschäftigen muss, möchte man sie richtig nutzen und die Gesundheit nicht womöglich gefährden. Man sollte sich auch erst nach und nach an jene heranwagen, die giftige Doppelgänger haben. 

Hilfreich beim Lernen und Erkunden ist auf jeden Fall Elisabeth Westphals Buch Wildkräuter, das zusammengestellt wurde aus ihren Beiträgen in der Umweltzeitung Der Rabe Ralf und im Packpapierverlag erschienen ist.

Darin beschreibt sie ausführlich eine Vielzahl von Pflanzen und wie diese verwendet werden können. Darüber hinaus befinden sich in dem Buch hilfreiche Tipps, ein Sammelkalender, sowie eine Übersicht darüber, welche Kräuter bei welchen Beschwerden besonders hilfreich sind. 

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