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Hebammen-Zeitzeugin: „Wir konnten uns Zeit nehmen für die Frauen“



Hebammen-Zeitzeugin: „Wir konnten uns Zeit nehmen für die Frauen“
Toller Job: Kinder holen (Foto: clipdealer)

Der Beruf der Hebamme ist einer der ältesten überhaupt. Somit unterlag er auch vielen Veränderungen. Die Hebammen heute haben ein Berufsleben, welches sich in vielen Punkten von dem früherer Hebammen unterscheidet. In medizinischer Hinsicht sind die Möglichkeiten der Hebammenkunst moderner denn je. Leider gilt das ganz und gar nicht für die restlichen Berufsbedingungen. Eine Hebamme im Ruhestand plaudert über die "schönsten Jahre ihres Lebens":

Ingeborg Timm machte nach 1950 eine Ausbildung zur Hebamme im Brandenburgischen Freyenstein. Nach einer Voreignungsprüfung absolvierte sie die Berufsausbildung in anderthalb Jahren. Zuvor hatte Sie mehrere Jahre als Kinderkrankenschwester in Polen gearbeitet, von wo aus sie und Ihre Familie 1947 vertrieben worden waren. In einer Zeitung las sie von einem Gesuch nach Hebammenschülerinnen und bewarb sich prompt. Als beste des Jahrgangs arbeitete sie zunächst als praktizierende Hebamme, später als Oberhebamme des Kreises Kyritz. Stolz erzählt sie:  „Zunächst mit dem Fahrrad, später mit dem Moped hatte ich zahlreiche Ortschaften und Dörfer zu versorgen. Zu wenige Hebammen gab es eigentlich nie.“ Die Situation der Hebammen heute mit der unbezahlbaren Haftpflichtversicherung ist ihr unbegreiflich: "Jede Geburt birgt auch immer ein Risiko." Wenn es danach ginge, dürfte sich eigentlich keine Frau dieser Gefahr aussetzen. Trotz bester Vorsorge und gründlicher Untersuchungen, kann es immer zu unvorhersehbaren Geburtsvorgängen kommen.

Der schönste Beruf

Hebamme Ingeborg Timm mit ihrem Sohn35 Jahre arbeitete sie als leitende Hebamme im Kyritzer Krankenhaus. Dabei erlebte sie zahlreiche glückliche Momente: „Ich hatte das große Glück sowohl meine zwei Enkel als auch meine Urenkelin zu holen.“ Ganz zu schweigen wie viele andere Mütter sie begleitete. An die genaue Anzahl erinnert sich die heute über 90-jährige nicht. Aber es waren glückliche und sorglose Jahre. Als Angestellte des Gesundheitswesens der DDR gab es keine privaten und selbstständigen Hebammen. Auch der Krankenkassen-Dschungel blieb aus. Der Verdienst war für die damalige Zeit angemessen, berichtet Frau Timm. Sie konnte sich ein Moped, später ein Auto leisten. Zudem versorgte sie alleinerziehend ihren Sohn und brachte auch Ihre kranken Eltern durch. „Die Dinge wurden früher auch nicht immer ausschließlich mit Geld geregelt. Da hat man auch mal Eier, Milch und Obst mitbekommen.“ 

Man merkt schnell, dass Ingeborg Timm gar nicht vorrangig über finanzielle Aspekte ihres früheren Berufslebens reden mag. Sie war nicht nur eine der besten Hebammen, sie war auch die beliebteste. Ihre Enkelin, die bei dem Gespräch anwesend ist, lacht: „Alle wollten zu ihr. Mutti-Timm war ihr Spitzname“. Noch heute wird sie in der Kleinstadt auf der Straße von ehemaligen Müttern angesprochen. Es herrschte kaum Stress und Druck. Es blieb viel Zeit um auf die Bedürfnisse jeder einzelnen Mutter einzugehen. Im Laufe der Zeit entstand meist ganz selbstverständlich ein freundschaftliches Verhältnis zwischen Hebamme und Patientin. Da wurde der ein oder andere Scherz bei der Entbindung gerne verziehen: „Na na, da war wohl der Schornsteinfeger dabei!“

 

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