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Hilfe bei chronischen Schmerzen



Schmerzmittel: starke Nebenwirkungen und oft nicht effektiver als ein Placebo
Schmerzmittel: starke Nebenwirkungen und oft nicht effektiver als ein Placebo (Foto: clipdealer)

In Deutschland sind beinahe 25% der Menschen von chronischen Schmerzen betroffen. Eine wissenschaftliche Meta-Analyse ergab jetzt: Starke Schmerzmittel, die über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, haben den gleichen Effekt wie eine Behandlung ohne Medikamente

Menschen mit chronischen Schmerzen haben meist eine Erkrankung des Nervensystems, Probleme mit der Muskulatur des Rückens, Beschwerden an der Wirbelsäule oder leiden unter rheumatischen Erkrankungen. Behandelt werden diese Schmerzen auf unterschiedliche Weise: Die Betroffenen gehen zur Physioptherapie, werden psychologisch betreut und nehmen meist Schmerzmittel, um ihren Alltag zu bewältigen. Hier kann es sich je nach Intensität des Schmerzes um leichte Medikamente handeln, aber auch um verschreibungspflichtige, die Opioide enthalten und deshalb abhängig machen.

Risiken und Nebenwirkungen von Mitteln gegen chronische Schmerzen

Aber nicht nur letztere sind gefährlich. Die Nebenwirkungen von frei verkäuflichen Schmerzmitteln werden häufig unterschätzt: sie erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erankungen. Wenn die Wirkstoffe Ibuprofen oder Diclofenac regelmäßig in höheren Dosen eingenommen werden, kann dies zusätzlich das Risiko für Magenblutungen vergrößern. Als Nebenwirkungen können auch Kopfschmerzen auftreten - was besonders problematisch ist, wenn das Schmerzmittel wegen chronischer Kopfschmerzen genommen wurde. Prof. Dr. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel rät deshalb: "Schmerzmittel und spezifische Migränemittel (die sog. Triptane) sollten maximal an 10 Tagen pro Monat verwendet werden. 20 von 30 Tagen sollten also frei von deren Einnahme sein." Um den Verlauf chronischer Kopfschmerzen besser beobachten und so gezielt behandeln zu können, hat er gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen die kostenlose Kopfschmerz-Kalender-App Migraine (für iOS) entwickelt. 

Bei chronischen Schmerzen so effektiv wie ein Placebo

Ein weiteres Argument gegen die Therapie mit Schmerzmitteln liefert eine Anfang April im British Journal of Pharmacology veröffentlichten Meta-Analyse durch Wissenschaftler der Berliner Charité und der Technischen Universität Darmstadt. Die Forscher wollten einen meta-analytischen Überblick zu den Langzeitwirkungen der unterschiedlichen Behandlungsarten von chronischen Schmerzen erstellen und bewerteten Ergebnisse aus Publikationen in internationalen Fachzeitschriften. Sie untersuchten so die Daten von insgesamt 10742 Patienten mit chronischen Schmerzen.

"Es zeigte sich, dass langfristig gesehen die schmerzlindernden Wirkungen von medikamentösen Therapieverfahren klinisch unbedeutend sind im Vergleich zu einem Placebo" berichtet Prof. Dr. med. Christoph Stein, Leiter der Klinik für Anästhesiologie mit Schwerpunkt operative Intensivmedizin am Campus Benjamin Franklin. Behandelt man Schmerzpatienten und -patientinnen über einen langen Zeitraum anstelle von starken Medikamenten mit physiotherapeutischen und psychologischen Maßnahmen, hat dies die gleiche Wirkungen. "Bei der Behandlung chronischer Schmerzen, die nicht durch einen Tumor hervorgerufen werden, sollte ein multidisziplinärer Ansatz, also einer, der nicht nur die medizinischen, sondern auch die psycho-sozialen und physiotherapeutischen Aspekte berücksichtigt, im Vordergrund stehen." sagt Stein.

Alternativen, um chronische Schmerzen zu behandeln

Es ist besser, sich rechtzeitig Hilfe zu suchen, anstatt sich immer wieder selbst mit Schmerzmitteln zu behandeln. Wenn es möglich ist, die Schmerzen nicht mit Medikamenten, sondern mit physiotherapeutischen Maßnahmen zu bekämpfen, lohnt es sich, gegenüber dem Arzt oder der Ärztin darauf zu bestehen. Zusätzlich können auch Therapien wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen oder gar eine Psychotherapie in Betracht gezogen werden.

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