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Hoffnung für Wohnungslose - die Ambulanz der Caritas



Hoffnung für Wohnungslose - die Ambulanz der Caritas
Die Caritas bietet Hilfe für Obdachlose.

Verarmt und obdachlos: dieses Schicksal erscheint so weit weg und doch kann es jeden treffen. Wir kennen nicht die Schicksale jener Menschen, denen wir jeden Tag nur flüchtig begegnen. Anders die großartigen Personen, die sich jeden Tag der Herausforderung stellen, um medizinische Versorgung, Nahrung, Trost und Wärme spenden zu können. Ein Tag bei der Ambulanz für Wohnungslose der Caritas am Brennpunkt Bahnhof Zoo.

Wer krank ist, geht zum Arzt. Man zeigt seine Krankenkarte, liest eine Zeitschrift im Wartezimmer und gibt sich dann in die Hände eines Arztes. Es werden Fragen gestellt, diagnostiziert, informiert und am Ende oft Medikamente oder Therapien verordnet. Mit einer Krankschreibung stellt der Arzt sicher, dass wir uns im Bett oder auf dem Sofa vernünftig auskurieren.

Verlassen wir diese „Idylle“ und gehen zu einer völlig anderen Praxis. Direkt am Bahnhof Zoologischer Garten in Berlin befindet sich die Ambulanz für Wohnungslose der Caritas. Seit mehr als 20 Jahren gibt es das älteste Angebot zur medizinischen Versorgung  von wohnungslosen Menschen in Berlin. Am Empfang hört man die Fragen „Duschen oder Doktor?“, ehe der Patient zum jeweiligen Bereich geht. Jeden Tag arbeitet ein anderer Arzt in der Ambulanz - meist im Ruhestand - der ehrenamtlich sein Wissen anbietet. Ausserdem finden die Obdachlosen und Stadtarme hier eine Kleiderkammer, Kaffee und gespendete Lebensmittel. Notwendige Medikamente wie Antibiotika, Salben oder Mittel gegen Parasiten werden kostenlos mitgegeben. 

Gestrandet ohne Paradies

Es ist ein wenig stickig und aus dem Wartezimmer ertönen verschiedene Sprachen. Hierher kommen Menschen, für die ein Arztbesuch, Medikamente, ein Bett und Essen nicht selbstverständlich sind. Es sind Aussteiger, psychisch Kranke, Prostituierte, obdachlose Menschen, die ihr Glück suchen, ihre Heimat verlassen haben und nun eine Arbeit brauchen. Viele arbeiten illegal für Hungerlöhne und  selbst diesen haben sie nicht ausbezahlt bekommen. Sie alle haben keine Krankenversicherung und keine normale Praxis würde ihnen schnell und unkompliziert helfen können.

Da ist zum Beispiel eine jung aussehende Frau, übersät mit neuen und alten blauen Flecken. Sie sieht traurig aus, man könnte meinen, sie stünde kurz vorm Weinen. Die Frau humpelt zum Behandlungszimmer und zieht umständlich ihre Hose aus. Sie hat auch keine Unterhose an. Ihr linkes Knie wurde früher operiert und sauber zugenäht. Sie ist alkoholabhängig, fällt irgendwo hin und alles reißt wieder auf. Selbe OP nochmal, jedoch wieder mit selben Ergebnis und ohne Erfolg. Und dennoch behandelt man hier ihre Wunden, beachtet die blauen Flecken, das geschwollene Auge, und die Verletzungen von ihrem Freund, der sie verfolgt. Die Ambulanz hat sich schon oft um sie gekümmert aber noch lehnt sie Hilfe über das rein medizinische hinaus ab. Ein Frauenhaus, nein! Sie will zurück auf die Straße. Man kann sie nicht zwingen, aber sie kommt wieder, weil man sie dort noch nicht aufgegeben hat.

Ein Leben für die Straße

Ein Mann wird vom Arztmobil der Caritas, der mobilen Dependance der Ambulanz, herein gebracht. Er ist über 60 Jahre und wird seit Jahren medizinisch betreut. Immer wieder geht er aus Unterkünften und Pflegeheimen zurück auf die Straße - fast sein ganzes Leben hat er dort verbracht. Immer schneller ist er davon erschöpft, ausgelaugt, verdreckt, mit Wunden übersäht, aber er braucht diese Freiheit. Hier wird er akzeptiert, man hilft ihm, hört zu, verarztet ihn. Bei einer Tasse Kaffee tankt er Kraft für seinen weiteren Weg.

Ein anderer Mann, Mitte 30, ist gestürzt, hatte Wunden und Schnitte an den Händen und Beinen. Über sechs Wochen werden Fußbäder gemacht, Verbände gewechselt, Antibiotika und Gehstützen mitgegeben. Zu allen Terminen erscheint er zuverlässig, seine Gesundheit ist ihm wichtig geworden. Mittlerweile sind die Wunden verschlossen, er lächelt und fragt, ob er nochmal Duschen gehen kann: „Morgen ist Termin beim Sozialamt wegen einer Unterkunft“.

Keine Hilfe ohne Hilfe

In der Caritas-Ambulanz für Wohnungslose hilft man in vielen Bereichen: medizinisch, pflegerisch und menschlich. Leider gibt es aber auch Grenzen: immer wieder sind Medikamente nicht vorrätig und müssen erst teuer eingekauft werden. Verbandsmaterial, Diagnostikgeräte, Reparaturen und Hygieneartikel, Miete, Personal etc. Alles wird komplett über Spenden finanziert.

Bald soll umgebaut werden, die Räume sind zu eng geworden für die vielen Menschen, die sonst keinen Arzt finden. Um unsere Arbeit auf Dauer leisten zu können, braucht die Caritas jede Hilfe.

Text in Kooperation mit der Caritas. Mehr Infos und Spendenauskunft finden Sie unter www.caritas-ambulanz.de

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