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Homosexualität ist nicht heilbar



Ein Zeichen für Hoffnung und Veränderung.
Ein Zeichen für Hoffnung und Veränderung.

Der Journalist Christian Deker machte sich für das ARD-Magazin Panorama auf die Suche nach Ärzten, die homosexuelle Menschen auf Kosten der Krankenkassen therapieren. Die Sendung wurde gestern Abend ausgestrahlt.

Mitte des letzten Jahrhunderts wurden schwule Männer verhaftet, wenn sie bei homosexuellen Handlungen gesehen wurden. Mittlerweile gibt es den §175 des StGB nicht mehr, der dies rechtfertigte. Die Gesellschaft ist offener, wir haben Politiker und Politikerinnen, die klar kommunzieren, dass sie homosexuell sind, und immer mehr Menschen setzen sich gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben ein.

In Baden-Württemberg gibt es seit November 2013 einen Vorschlag zur Bildungsplanreform, nach der bei allen Leitlinien auch der Aspekt der “sexuellen Vielfalt” zu berücksichtigen sei. Dagegen gab es eine Online-Petition, die als Platform für Hass und Gewaltandrohnung gegenüber Homosexuellen diente, und zahlreiche Demonstrationen, auf denen es ähnlich düster zuging. Fast immer war den Gegnern ihr christlicher Glaube und Gottes Wille eine Argumentationshilfe.

Homosexualität: Natur und Gott

Christian Deker ist schwul. Er will nicht nur herausfinden, ob es tatsächlich Ärzte gibt, die Homosexuelle therapieren, er möchte auch verstehen, warum Menschen denken, er sei krank. Deshalb spricht auf einer Demonstration gegen die Bildungsplanreform mit zahlreichen Personen. Was sie ihm sagen ist irrational und menschenverachtend. Deker wird eine Therapie nahegelegt und er hört Mitleidsbekundungen. Eine Frau scheut sich nicht, aufgebracht ihren Ekel vor Schwulen zum Ausdruck zu bringen. Sie behauptet sogar, dass 90 Prozent aller Frauen so empfänden, weil das in ihrer Natur läge. Ohnehin muss die Natur immer wieder als Argument gegen Homosexualität herhalten. 

Darüber hinaus wird Gott herangezogen. Strenggläube Christen glauben, Homosexualität sei eine Sünde, Schwule und Lesben von Dämonen besessen. So ist es nicht verwunderlich, dass Deker bei einem Arzt landet, der eigentlich Diabetes behandelt, sich aber eben auch im Namen Gottes auf die "Heilung von Schwulen" spezialisiert hat. Er behandelt Deker mit allerlei Hokuspokus und schickt ihn anschließend zu einer Betgruppe, die sich praktischerweise im gleichen Gebäude befindet. Später wird er Deker für seine Behandlung eine Rechnung zur Einreichung bei der Krankenkasse schicken. Die Leistung hat er als "Erörterung einer lebensverändernden Erkrankung" deklariert. 

Homsexualität: Ärzte auf Irrwegen

Ähnlich religiös motiviert ist Gero Winkelmann. Er spricht im Namen des Bunds Katholischer Ärzte, der Homosexualiät für eine psychische Störung hält. Winkelmann schlägt außerdem vor, Deker mit Hilfe von homöopathischen MItteln zu therapieren. Der Journalist solle seinen Körper entgiften, denn er trage immer noch Spuren von Krankheiten wie Syphillis und Tuberkolose in sich, die Generationen vor ihm hatten. Da kann man fast schon mal vergessen, dass es sich bei Winkelmann um einen approbierten Arzt handelt - der zugibt, dass man bei der Abrechnung gegenüber der Krankenkasse eben "ein wenig tricksen" müsse.

Auch ein weiterer Arzt versucht, Christian Deker zu therapieren, um aus ihm einen heterosexuellen Mann zu machen. Er wird ihm später eine Rechnung zur Einreichung bei der Krankenkasse erstellen, in der vermerkt ist, dass eine psychische Störung behandelt wurde.

Gefährliche Therapie bei Homosexualität

Homosexualität ist nicht therapierbar und die gescheiterten Versuche sind gefährlich, Depressionen und Suizidgedanken können die Folge sein. Trotzdem reagieren die Krankenkassen zurückhaltend auf die Anfragen Dekers, ob sie solche Therapien kennen und ob die Abrechnung zulässig sei. Da den Kassen die Inhalte der Therapiegespräche jedoch nicht bekannt sind und sie sich auf die Zuverlässigkeit und Expertise der Ärzte verlassen, kommt es hier zu keinen klaren Aussagen. Das bedeutet, dass alle Versicherten diese Therapien mitbezahlen. Die Gesellschaft ist hier also vielleicht doch noch gar nicht so weit von 1950 entfernt, wie es oft den Eindruck macht. Die Gegnerinnen und Gegner von Homosexualität sollten sich deshalb einmal die Frage stellen, wann sie eigentlich bemerkt haben, dass sie heterosexuell sind. 

Der TV-Bericht kann in der Mediathek der ARD angesehen werden. Außerdem gibt es dazu einen ausführlichen Artikel bei der Zeit.

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