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Im Hamam durch Schaum und Zeit



Eine Hamam-Besucherin reinigt sich mit Wasser aus einer verzierten Metallschale.
Eine Hamam-Besucherin reinigt sich mit Wasser aus einer verzierten Metallschale (Foto: clipdealer)

Deutschlands ältestes Hamam befindet sich in Kreuzberg. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Entspannung, sondern auch die Kommunikation. Deshalb besucht man das Dampfbad am besten nicht alleine.

Am Empfang des Hamams in der Mariannenstraße kann man sich Handtücher ausleihen, sowie ein kariertes Hüfttuch, das Pestemal. Viele Frauen haben auch ihre eigenen Utensilien dabei: wasserfeste Schläppchen, kleine und große Handtücher, leichte Bademäntel und bunte Batiktücher. Besonders schön ist es, dass man sich seine Pflegeutensilien mitbringen darf: Seifen, Peelings für Körper und Gesicht, Feuchtigkeitsmasken, Haarkuren, Massage- und Peelinghandschuhe, Hornhautfeilen, Schwämme, Bürstchen.

Rituale im Dampfbad

Nach dem Umziehen geht es die Treppe hinab, um ins eigentliche Hamam zu gelangen. Vorbei an Bücherregalen, an hinter Vorhängen verborgenen Pflege- und Ruhebereichen. Vorbei an Frauen, die sich auf Matratzen entspannen, lesen oder miteinander plaudern. Das Dampfbad selbst ist ein runder Raum, in dessen Mitte sich eine heiße Liegefläche befindet, der Nabelstein. Er ist umrandet von in die Wand eingelassenen Nischen mit kleinen Wasserbecken. Dort sitzt man gemeinsam und gießt sich mit Hilfe einer verzierten Metallschale – der Tas – immer wieder heißes Wasser über den Körper. So gerät man ins Schwitzen, kann entschlacken und sich dabei reinigen. Der Nabelstein in der Mitte des Raumes lädt zum Liegen ein. Hier bleibt der Körper weiterhin warm und Verspannungen lösen sich, während man die Augen geschlossen hat oder die mit Mosaiken verzierte Kuppeldecke betrachtet.

Zum traditionellen Hamambesuch gehören zwei Anwendungen, die gesondert gebucht werden: Kese ist ein recht kräftiges Ganzkörperpeeling, das mit einem Handschuh aus Rohseide vorgenommen wird. Danach wird man mit Wasser überschüttet, damit die entfernten Hautschuppen – es sind erschreckend viele – abgespült werden. Nun ist der Körper gut durchblutet, die Haut wunderbar glatt und bereit für Sabunlama, die Seifenmassage. Mit Hilfe von großen Schwämmen wird der ganze Körper eingeseift, bis er fast unter einer feinporigen Schaumdecke verschwindet. Anschließend erhält man eine Massage und wird mit Wasser übergossen. Viel zu schnell sind die beiden Anwendungen vorbei, führt der Weg zurück ins Dampfbad.

Glatt, weich, schön

Nun ist die Haut dankbar über all die mitgebrachten Pflegeprodukte und eine Fortsetzung des Reinigungsrituals mit den verzierten Schalen. Erst nach einer Weile fällt auf, wie sehr das stetige Wasserschütten entspannt und so auch Stress und Sorgen hinfort gespült werden. Es ist schön, uneingeschränkt das heiße Wasser zu nutzen, ganz ohne die Sorge, die Umgebung versehentlich nass zu machen. Nirgendwo sonst bereitet es so viel Freude, sich selbst zu pflegen. Der eigene Körper fühlt sich glatt, weich und schön an, und auch die anderen Frauen im Hamam wirken so entspannt und gelassen wie man selbst. Die meisten unterhalten sich ebenfalls angeregt und lächelnd mit ihren Freundinnen.

Zusätzlich zum traditionellen Dampfbad gibt es im Hamam in der Schokofabrik eine Sauna und eine Infrarot-Wärmekabine, die man als Besucherin ebenfalls nutzen kann. Zum Ausruhen kann man es sich auf einer der vielen Liegen bequem machen. Im Eingangsbereich wird dazu sogar Tee gereicht und köstliches Essen wie Apfel- oder Käsetaschen. Drei Stunden später tritt man mit einem anderen Blick auf die Welt wieder hinaus auf die Straße.

Für Männer und Frauen

Die Hamams in Berlin sind sehr unterschiedlich. Manche sind traditioneller, andere haben sich den europäischen Wellness-Trends angepasst. Alle bieten zusätzlich Kosmetik-Behandlungen wie Haarentfernung, Massagen, Maniküre und Pediküre an, die genau wie Kese und Sabunlama immer im Voraus gebucht werden müssen. Das Hamam in der Schokofabrik darf nur von Frauen betreten werden. In den meisten anderen Dampfbädern gibt es aber ganz traditionell spezielle Tage für Männer oder Frauen, und manchmal sogar Familientage, an denen alle zusammen entspannen können.

Checkliste: Was brauche ich im Hamam?

  • Tuch zum Umwickeln

  • Großes Handtuch

  • Kleines Handtuch

  • Duschgel

  • Shampoo, Haarkur

  • Gesichtspeeling, Gesichtsmaske

  • Körperpeeling, Fußpeeling

  • Peelinghandschuh

  • Hornhautfeile oder Bimsstein

  • Bodylotion oder Körperöl

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