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Immunschutz: Milz trotz Riss bei Kindern erhalten



Für Neugeborene und Kleinkinder ist die Schutzfunktion der Milz besonders wichtig.
Für Neugeborene und Kleinkinder ist die Schutzfunktion der Milz besonders wichtig.

Bei Verletzungen sollte die Milz besonders bei Kindern möglichst erhalten bleiben, um die körpereigene Abwehr aufrecht zu erhalten. Schonende Verfahren machen dies möglich, werden jedoch nicht von den Krankenkassen finanziert.

2013 verloren rund 8.000 Menschen ihre Milz, darunter auch 300 Kinder. Meist musste das Immunorgan aufgrund einer Verletzung, zum Beispiel durch einen Milzriss, entfernt werden, um ein Verbluten zu verhindern. Jedoch ist die Milz besonders im Kindesalter von großer Bedeutung für die Abwehr von Bakterien. In der Kinderchirurgie wird daher verstärkt darum gekämpft, eine beschädigte Milz zu erhalten.

Wichtige Abwehrfunktionen der Milz

Die Milz ist ein etwa 11 cm großes, bohnenförmiges Organ im linken Oberbauch und erfüllt als Teil des Immun- und Lymphsystems drei wichtige Aufgaben in unserem Körper:

  1. Sie filtert alte und ungewöhnlich geformte rote Blutkörperchen aus dem Blutkreislauf und baut diese ab.

  2. Die weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) spielen in der Milz die größte Rolle für die Abwehr und sammeln sich in dort. So können sie zum Beispiel im Falle einer Blutvergiftung schnell auf die Bakterien reagieren.

  3. Zusätzlich werden diese Lymphozyten (quasi die Polizisten unseres Körpers) in der Milz gebildet.

Die Milz ist für Kinder essentiell

Eine Verletzung der Milz kann in jedem Alter auftreten und entsteht meist durch Unfälle mit dem Auto oder Fahrrad, beim Reiten oder auch durch einen Sturz vom Wickeltisch.

Die Milz sondert ungesunde Blutkörperchen und Bakterien aus.Für Erwachsene ist die Milz kein lebenswichtiges Organ. Wenn sie im Falle einer Verletzung entfernt werden muss, geschieht das aus lebensrettenden Maßnahmen. Die Milz ist sehr gut durchblutet und kann durch einen Riss zum Verbluten der Person führen.

Die Aufgaben der Immunabwehr werden weitestgehend von der Leber, dem Knochenmark und weiteren Organen des lymphatischen Systems übernommen. Eine höhere Anfälligkeit gegenüber Infekten besteht dennoch.

Bei Kindern unter 6 Jahren hingegen ist das körpereigene Abwehrsystem noch nicht vollständig entwickelt. Im Falle einer unvermeidlichen Milzentnahme müssen Kinder gegen bestimmte Erreger wie Pneumokokken, Menigokokken und Haemophilus influenzae eine Impfung bekommen, um Erkrankungen wie eine Hirnhautentzündung, Lungenentzündung oder eine Blutvergiftung zu vermeiden. Besonders gefürchtet ist das sogenannte OPSI – eine bakterielle Erkrankung, die zu Fieber, Multiorganversagen bis hin zu Koma und Tod führen kann.

Moderne Methoden zum Erhalt der Milz

In 98 Prozent der Fälle ist es heute möglich, eine Verletzung der Milz ohne Operation zu behandeln. Durch Ultraschall (Sonografie) oder Computertomografie kann bei Verdacht auf einen Milzriss die Verletzung im Bauch geortet und beurteilt werden.

Eine gründliche Untersuchung kann die Milz retten.Besonders bei Kindern und Jugendlichen wird eine schonende Behandlung angestrebt: „Voraussetzung ist jedoch, dass die Blutung beherrschbar und nicht primär lebensbedrohlich ist. Zudem müssen die Kliniken die entsprechende kinderchirurgische Expertise, spezialisierte Ärzte und die erforderliche technische Ausstattung besitzen“, erläutert Professor Dr. med. Bernd Tillig, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) sowie Chefarzt der Kinderchirurgie am Vivantes Klinikum in Berlin.

Krankenkassen müssen in der Kinderchirurgie umdenken

Nicht-operative Verfahren sind meist aufwändiger als die schnelle Entfernung der Milz. Eine mehrstündige bis mehrtägige strenge Überwachung auf der Intensivstation ist hierbei Pflicht. Der Aufwand kann für ein Kind jedoch über sein weiteres Leben entscheiden. Dennoch bezahlen die Krankenkassen mehr Geld für eine Milzentfernung als für einen Klinikaufenthalt. Hier müsse noch nachjustiert werden, fordert Tillig.

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