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Ja zur Stammzellenspende aus Nabelschnurblut



Weltweit lagern bereits über 500.000 Nabelschnurblut-Präparate in öffentlichen Banken.
Die Zahl des eingelagerten Nabelschnurbluts wächst weltweit

Das Einfrieren von stammzellhaltigem Nabelschnurblut gilt als Lebensversicherung für das eigene Kind. Im Bedarfsfall werden jedoch meist fremde Stammzellen transplantiert. Eine Spende an öffentliche Blutbanken kann anderen Kindern das Leben schenken.

Inzwischen haben weltweit 2,5 Millionen Eltern das Nabelschnurblut ihres Nachwuchses einfrieren lassen. Doch macht dies überhaupt Sinn oder ziehen ihnen die Spenderbanken lediglich das Geld aus den Taschen? Experten sind sich einig: Nabelschnurblut einfrieren ja, aber nicht für den Eigenbedarf, sondern als Spende.

Wertvolle Stammzellen in Nabelschnurblut

Der menschliche Organismus besteht aus verschiedenen Zelltypen wie Nerven- oder Knochenzellen, die ihren Ursprung in Stammzellen haben. Stammzellen sind ausgesprochen teilungsfähig und können zu fast jedem Zelltyp heranreifen bzw. zu verschiedenen Geweben und Organen werden.

Diese multipotenten Stammzellen befinden sich im Nabelschnurblut. Zwar kann auch der erwachsene Mensch noch Stammzellen im Knochenmark produzieren, doch sind diese nicht für alle Therapien einsetzbar. Mediziner hoffen, dass es eines Tages möglich sein wird, mit den Zellen aus dem Nabelschnurblut Herzgewebe und Co. reparieren zu können.

Das sogenannte Plazentarestblut des Neugeborenen enthält die am besten geeignetsten Stammzellen bei Blutkrebs. Die Wirksamkeit auf zahlreiche andere Erkrankungen wie Kinder- und Jugenddiabetes oder frühkindliche Hirnstörungen (Zerebralparese) werden noch erforscht.

Entscheiden sich Eltern für die Einlagerung von Nabelschnurblut, stehen ihnen zwei Möglichkeiten offen: Sie können die Stammzellen entweder privat einlagern oder sich für eine öffentliche Spenderbank entscheiden. Ärzte raten zur Spende für die Öffentlichkeit.

(Fremde) Stammzellen können Leben retten

Nach der Entnahme wird das Blut aus der Nabelschnur bei minus 170 Grad in Stickstoff konserviert. Dort kann es 20 Jahre oder länger auf seine Verwendung warten. Es gibt viele Gründe, die gegen eine private Einlagerung von Nabelschnurblut sprechen:

Mittlerweile wurden weltweit etwa 30.000 lebensrettende Transplantationen durchgeführt – die meisten mit Blut von fremden Spendern. Das eigene Nabelschnurblut kommt fast gar nicht beim Spender zum Einsatz. Grund dafür ist, dass es sich im tatsächlichen Bedarfsfall meist um Erbkrankheiten handelt oder die defekten Zellen, wie etwa bei Blutkrebs, oft schon vor der Geburt entwickelt sind. Diese sind dann im Nabelschnurblut enthalten und erhöhen die Gefahr, dass die Krankheit erneut ausbricht.

Die Zahl des eingelagerten Nabelschnurbluts wächst weltweitDie Erfahrungen mit konserviertem Nabelschnurblut umfassen noch keine 20 Jahre. Es ist unklar, ob die eingefrorenen Präparate nach langer Zeit noch brauchbar sind.

Zudem ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering (0,06 bis 0,46%), dass ein Mensch im Laufe seines Lebens auf eine Stammzellentransplantation angewiesen ist. Die Forschung kann nicht garantieren, dass eigenes Nabelschnurblut tatsächlich einmal nützlich sein kann für Herz-, Hirn- oder Drüsengewebe und Co.

In den knapp 100 Millilitern Nabelschnurblut sind nur wenige Stammzellen enthalten. Zwar können Forscher die Stammzellen im Labor vermehren, doch ist die Methode noch nicht ausgereift. Bei erwachsenen Personen werden daher meist zwei Nabelschnurblut-Präparate pro Transplantation gebraucht. Dies erfolgt auch nur, wenn ansonsten kein erwachsener Spender gefunden wurde. Eine Knochenmarkspende ist nach wie vor die bessere Lösung für Erwachsene.

Gerade die ersten beiden Argumente stellen eine private Nabelschnurbluteinlagerung in Frage. Besonders in Anbetracht der hohen Kosten von 1500 bis 2500 Euro.

Allerdings besteht auch bei einer privaten Einlagerung die Möglichkeit, das Blut an einen fremden Empfänger zu spenden. Die Angaben zum eingelagerten Präparat sind in einer öffentlichen, weltweiten Datenbank hinterlegt. Werden die Stammzellen für ein anderes Kind benötigt und die Spendereltern stimmen zu, erhalten sie die Gebühren für die Einlagerung zurück.

Nabelschnurblutspenden für kranke Kinder

Aus den oben genannten Gründen sieht auch die Bundesärztekammer keine medizinische Indikation für eine private Einlagerung der Stammzellen.

Mit einer anonymen Spende des Nabelschnurblutes können Eltern jedoch das Leben eines anderen Kindes auf der ganzen Welt retten. Die Stammzellen sind noch so jung, dass sie kaum Schäden am Erbgut haben. Es muss keine langwierige Aufbereitung erfolgen und die Stammzellen sind sofort einsatzbereit. Gerade im Fall der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) ist schnelle Hilfe gefragt. Jährlich erkranken in Deutschland etwa 500 Kinder an dem Krebsleiden, das innerhalb von wenigen Wochen oder Monaten zum Tod führen kann.

Vorteil des Nabelschnurblutes ist, dass es im Gegensatz zum fremden „Normalblut“ immunologisch sehr gut vertragen wird und nicht den Körper des fremden Kindes attackiert. Die Merkmale müssen nicht komplett identisch sein zwischen Spender- und Empfängerblut. Die besten Spender sind enge Verwandte wie Geschwister. Falls Eltern über eine Eigenbluteinlagerung nachdenken, dann lohnt sich der finanzielle Aufwand am ehesten, wenn mehrere Kinder in der Familie sind.

Die Entnahme von Nabelschnurblut geschieht direkt nach der Entbindung durch die Hebamme. Das Baby hat dabei engsten Körperkontakt mit der Mutter. Für beide ist der Eingriff kurz und schmerzlos sowie ohne Risiko.

Eltern haben kein Anrecht mehr auf das gespendete Blut ihres Neugeborenen. Falls dies im Bedarfsfall doch nicht gebraucht wurde, fällt es selbstverständlich den Spendern zu.

Hier finden Sie eine Liste der Kliniken, die Nabelschnurblut entnehmen.

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