• Überblick
    • HNO
    • Haut
    • Herz & Kreislauf
    • Muskulatur
    • Magen & Darm
    • Nervensystem
    • Diabetes
    • Rücken & Gelenke
    • Zähne
    • Atemwege
    • Allergien
    • Autoimmunerkrankungen
    • Schmerzen
    • Überblick
    • Schwangerschaft & Geburt
    • Frauengesundheit
    • Männergesundheit
    • Kindergesundheit
    • Sexualität
    • Überblick
    • Homöopathie
    • Heilpflanzen
    • Hausmittel
    • Therapien
    • Überblick
    • Pflege
    • Arzt & Medikamente
    • Erste Hilfe
    • Gesellschaftliches
    • Berufsbilder
    • Überblick
    • Psyche
    • Sport
    • Wellness
    • Ernährung
    • Sucht

Keine Angst vor Tagträumen



Den eigenen Gedanken nachzuhängen, fällt besonders Männern schwer.
Den eigenen Gedanken nachzuhängen, fällt besonders Männern schwer.

Viele Menschen fühlen sich unwohl ohne Ablenkung und können sich Tagträumen nur schwer hingeben. Dabei helfen diese, Stress zu reduzieren und fördern das Denken.

Heutzutage sind wir ständig unterhaltsamen Reizen ausgesetzt: wir lesen Bücher, sehen Filme, spielen Games auf unseren Mobiltelefonen und Computern oder vertreiben uns die Zeit im Internet. Wir müssen nie mehr alleine mit uns selbst sein, so ganz ohne etwas zu tun oder ohne Kommunikation mit anderen. 

Vor kurzem wurde im Wissenschaftsmagazin Science das Ergebnis einer Studienreihe zu Tagträumen veröffentlicht. Der Psychologe Timothy Wilson und seine Kollegen an der Harvard Universität fanden heraus, dass es für viele Menschen eine unschöne Erfahrung ist, alleine mit den eigenen Gedanken zu sein. Einige Teilnehmende der Studie - vor allem Männer - zogen es sogar vor, sich selbst Elektroschocks zu verabreichen, als die Zeit gänzlich ohne äußere sinnliche Stimuli zu verbringen.

Nur wenige Minuten tagträumen

Zu Beginn nahmen hautpsächlich Studierende an der Untersuchung teil. Es fiel ihnen schwer, sich aufs Nachdenken zu konzentrieren und der Zustand bereitete ihnen nur wenig Freude. Dabei war die Zeit, die sie alleine verbringen sollten, nicht sehr lang: sie variierte lediglich zwischen sechs und 15 Minuten. Für weitere Studien wurden Teilnehmende mit unterschiedlichen gesellschaftlichen und intellektuellen Hintergründen und im Alter von 18 bis 77 Jahren ausgewählt, doch das Ergebnis blieb das gleiche.

Es ist also wider Erwarten kein Zusammenhang herzustellen zwischen der angestiegenen Geschwindigkeit unserer modernen Gesellschaft und der permanenten Kommunikationsmöglichkeit, die Mobiltelefone mit sich bringen. Wilson geht eher davon aus, dass letztere eine weitere Antwort auf das Verlangen der Menschen sein könnten, etwas zu tun zu haben.

Und selbst das Verlegen der Versuchsumgebung vom kahlen Raum hinein ins Wohnzimmer der Teilnehmenden machte keinen Unterschied. Sie konnten sich auch zu Hause nicht konzentrieren, ließen sich nur all zu leicht ablenken und hatten zum Teil noch weniger Freude an der so verbrachten Zeit als im eigentlichen Versuchsraum. Das Tagträumen fiel auch nicht leichter, wenn die Teilnehmenden eine Aufgabe gestellt bekamen - zum Beispiel sich einen Urlaub auszumalen.

Strom statt Tagtraum

Weil die meisten Menschen also lieber etwas zu tun haben, als Tagträumen nachzuhängen, wollten die Forscher herausfinden, ob dies auch dann noch der Fall wäre, wenn die ablenkende Tätigkeit unangenehm ist. So konnten sich die Teilnehmenden in der nächsten Versuchsanordnung selbst leichte Stromschläge zufügen, indem sie einen Knopf drückten. Sie wussten bereits, wie stark die Elektrisierung ausfallen würde, hatten sogar geäußert, dass sie ein bis zwei Dollar für die Vermeidung jedes weiteren Stromschlags bezahlen würden.

In jenen 15 Minuten, in denen sie danach die Aufgabe hatten, ausschließlich ihren Gedanken nachzuhängen, verabreichten sich zwölf von 18 Männern mindestens einen Elektroschock. Lediglich sechs von 24 Frauen verhielten sich ebenso.

Männer brauchen also mehr Stimulation von außen, sie halten es nicht gut aus, vorsätzlich mit ihren Gedanken alleine zu sein. Dabei sorgen Tagträume für ein besseres Gedächtnis, erhöhen die Kreativität und tragen zu seelischer Ausgeglichenheit bei. 

Tagträumen ist eine Frage der Übung. So geht's:

Tagträumen ist nur eine Frage der Übung!Selbst jenen, denen das vorsätzliche Nachdenken und Tagträumen schwerfällt, ist der Zustand dennoch bekannt: Bei Tätigkeiten, die nur wenig Aufmerksamkeit verlangen, verlieren sich die meisten Menschen in ihren Gedanken.

Dann schmieden sie Pläne, reflektieren Vergangenes, ersinnen Gespräche, freuen sich auf bevorstehende Ereignisse oder träumen von utopischen Dingen. Währenddessen sind manche Hirnregionen sogar aktiver als beim zielgerichteten Denken.

Ähnlich wie bei Meditation, Autogenem Training, Progressiver Muskelentspannung und anderen Entspannungstechniken fällt auch das vorsätzliche Tagträumen zu Beginn oft schwer, kann aber trainiert werden. 

  • Nehmen Sie sich Zeit

  • Sorgen Sie für eine ruhige Umgebung und achten Sie darauf, dass sie während der Übung nicht gestört werden

  • Setzen oder legen Sie sich bequem hin, vielleicht auf einen Sessel oder ein gemütliches Sofa

  • Schließen Sie am besten die Augen

  • Konzentrieren Sie sich beim langsamen, ruhigen Atmen auf den Luftzug an Ihrer Nase und spüren Sie die Luft in Ihren Lungenflügeln

  • Lassen Sie Bilder und Situationen vor Ihrem geistigen Auge entstehen. Wenn Ihnen das schwerfällt, können Sie sich auch vorher ein Thema für Ihren Tagtraum aussuchen, beispielsweise eine Reise an einen schönen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen oder ein Ereignis, das noch vor Ihnen liegt, und auf das Sie sich freuen

  • Sehen Sie sich in Ihrem Tagtraum um und versuchen Sie, so viele Details wie möglich zu entdecken

  • Stellen Sie sich auch vor, wie sich Dinge anfühlen, wie sie riechen oder schmecken

  • Bleiben Sie so lange in Ihren Tagtraum versunken, bis die Sinneseindrücke langsam nachlassen

Wenn Sie bereits etwas Übung haben, können Sie zum Beispiel auch auf der Arbeit kurze Tagträume von wenigen Minuten nutzen, um sich zu entspannen, neue Energie zu sammeln und Ihre Kreativität zu fördern.

Weitere themen

  • Körper
  • Mensch
  • Alternativmedizin
  • Versorgung
  • Leben
  • Mode
  • Schönheit
  • Genuss
  • Reisen
  • Technik
  • Bauen
  • Einrichten
  • Umzug
  • Garten
  • Mobilität
  • Recht
  • Geld
  • Behörden
  • Versicherungen
  • Steuern
  • Lebensweg
  • Freizeit
  • Arbeit
  • Bildung
  • Soziales
TOP SUCHBEGRIFFE