• Überblick
    • HNO
    • Haut
    • Herz & Kreislauf
    • Muskulatur
    • Magen & Darm
    • Nervensystem
    • Diabetes
    • Rücken & Gelenke
    • Zähne
    • Atemwege
    • Allergien
    • Autoimmunerkrankungen
    • Schmerzen
    • Überblick
    • Schwangerschaft & Geburt
    • Frauengesundheit
    • Männergesundheit
    • Kindergesundheit
    • Sexualität
    • Überblick
    • Homöopathie
    • Heilpflanzen
    • Hausmittel
    • Therapien
    • Überblick
    • Pflege
    • Arzt & Medikamente
    • Erste Hilfe
    • Gesellschaftliches
    • Berufsbilder
    • Überblick
    • Psyche
    • Sport
    • Wellness
    • Ernährung
    • Sucht

Keine Bruchlandung durch Ohrenschmerzen



Keine Bruchlandung durch Ohrenschmerzen
Druck im Mittelohr

Bei vielen Familien steht in den nächsten Wochen der jährliche Sommerurlaub vor der Tür. Beliebteste Auslandsreiseziele für Jung und Alt sind Spanien, Türkei und Italien, was in den meisten Fällen mit einem Flug verbunden ist. Doch leider bereiten Ohrenschmerzen vielen Reisenden ziemliche Probleme. Kinder sind davon besonders betroffen.

Jeder zweite Flugreisende hat das unangenehme Druckgefühl oder sogar den Schmerz während des Landeanflugs schon einmal erlebt oder leidet regelmäßig darunter. Dieses sogenannte Barotrauma tritt bei 5 Prozent der Erwachsenen auf. Kinder sind sogar zu 25 Prozent davon betroffen. Beim Barotrauma handelt es sich um eine Verletzung des Trommelfells durch eine unzureichende Belüftung. Ausgelöst wird dies durch eine Änderung des Umgebungsdrucks im Mittelohr.

Während der Start- und Landephase ändert sich der Kabinendruck um circa 0,2 bar. Während der Startphase nimmt das Volumen im Mittelohr durch Druckminderung zu. Bei der Landung wiederum erhöht sich der Druck und das Volumen nimmt ab.

Ohr und Barotrauma 

Dieser Vorgang hat Auswirkungen auf die Eustachische Röhre. Diese 35 mm lange Zuleitung wird auch Tube genannt und verläuft vom Mittelohr zur Kopfmitte hin bis nach unten in Richtung Nasenrachen. Ihre Aufgabe besteht im Schutz vor Keimen und Schall, Abtransport von Sekret und Belüftung des Mittelohrs. Einige Menschen haben eine besonders enge Röhre. Während die Belüftung und damit der Druckausgleich während des Starts von der Tube reguliert werden kann, ist dieser Vorgang während der Landung nur durch den Passagier selbst möglich. Geschieht dies jedoch nicht, kommt es zum Barotrauma und damit zu einer schmerzhaften Wölbung des Trommelfells. Das bedeutet im geringsten Fall Druckgefühl bis hin zu leichten Schmerzen. Im schlimmsten Fall sind die Schmerzen sehr stark, das Trommelfell kann reißen und es droht der Verlust des Hörvermögens.

Druckausgleichsmanöver im Ohr

In den meisten Fällen kann der Druckausgleich vom Fluggast durch Gähnen, Schlucken, Kaugummikauen oder Bonbons lutschen herbeigeführt werden. Durch diese Aktivitäten wird der Zugang zur Eustachischen Röhre vergrößert und der Druckausgleich erleichtert. Liegt eine Erkältung oder Allergie mit geschwollenen Schleimhäuten im Nasen- oder Rachenbereich vor, sollte vor dem Flug ein abschwellendes Nasenspray benutzt werden und während des Fluges auf genügend Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Bei Langstreckenflügen circa 30 Minuten vor der Landung nochmals nachsprayen.

Funktioniert das nicht, kann auch das sogenannte Valsalva-Manöver Abhilfe schaffen. Ähnlich wie beim Tauchen werden Mund und Nase verschlossen und anschließend wird gegen den aufgebauten Widerstand im Nasenrachen ausgeatmet.

Sollte der Druck auch nach dem Flug noch bestehen bleiben oder treten Probleme bereits bei kleineren Höhenunterschieden auf, ist es sicherer einen Hals-Nasen-Ohrenarzt zu konsultieren.

Schmerzfrei durch Ohrstöpsel

Seit einigen Jahren ist ein Ohrstöpsel auf dem Markt, der speziell für Flugreisen entwickelt wurde. Er sorgt durch einen eingebauten Druckminderer für einen langsamen und kontinuierlichen Druckausgleich und schützt so vor schmerzhaften Folgen des Barotraumas. Nicht nur, dass die Beschwerden gelindert werden können, es kann auch eine komplette Beschwerdefreiheit erreicht werden. Die Stöpsel gibt es in Apotheken, direkt am Terminal oder im Bordshop einiger Fluglinien. Sie sind auch speziell für Kinder erhältlich.

Fliegen erst ab 3 

Tatsächlich dürfen Kinder bereits ab dem achten Lebenstag mit dem Flugzeug reisen. Dennoch sollte vor dem ersten halben Lebensjahr zuvor immer ein Arzt zu Rate gezogen werden. Auch danach ist besonders auf den Gesundheitszustand des Kindes zu achten, ehe es in den Flieger geht.

Bei Kindern ist die Eustachische Röhre etwas anders aufgebaut als bei Erwachsenen. Der Knorpel ist viel elastischer – eine Kontraktion der Tubenöffnermuskeln führt nicht zwangsläufig zu einer Öffnung der Röhre. Das erschwert die Belüftung und damit den Druckausgleich. Zudem ist die Röhre bei den Jüngsten etwas kürzer, wodurch häufiger infektiöses Sekret ins Mittelohr gelangen kann. Kinder leiden dementsprechend öfter an Erkrankungen der oberen Atemwege, was den Druckausgleich durch die geschwollenen Schleimhäute zusätzlich schwieriger macht. Kranke Kinder sollten daher keinesfalls in den Flieger steigen.

Eine weiterte Komplikation kann sich durch die geringe Anzahl der Tubenöffnungen ergeben. Bei Erwachsenen öffnet sich die Eustachische Röhre ein Mal pro Minute, was einen gesunden Druckausgleich garantiert. Beim Säugling findet der Vorgang nur ein Mal pro fünf Minuten statt. Im Schlaf sind es sogar deutlich weniger Öffnungen. Deshalb sollte das Kind vor der Landephase geweckt und gefüttert bzw. gestillt werden. Ein Schnuller kann für den Druckausgleich während des gesamten Fluges hilfreich sein.

Vor dem dritten Lebensjahr wird eine Reise mit dem Flugzeug nicht empfohlen. Gerade im Säuglingsalter können sich die Kleinen noch nicht entsprechend artikulieren und werden aufgrund der Schmerzen brüllen. Durch das Weinen wird zwar auch eine Öffnung der Tube und damit ein Druckausgleich geschaffen, aber besser wäre es zu warten, bis die Kinder alt genug für die erwähnten Flugzeug-Ohrstöpsel sind.

Übrigens können auch die Flugzeugtypen Schuld am Barotrauma sein. Bei der Boeing 737 baut sich während des Sinkfluges schneller ein höherer Druckunterschied auf als bei anderen Fliegern wie der Boeing 747 oder dem Airbus 310. 

Weitere themen

  • Körper
  • Mensch
  • Alternativmedizin
  • Versorgung
  • Leben
  • Mode
  • Schönheit
  • Genuss
  • Reisen
  • Technik
  • Bauen
  • Einrichten
  • Umzug
  • Garten
  • Mobilität
  • Recht
  • Geld
  • Behörden
  • Versicherungen
  • Steuern
  • Lebensweg
  • Freizeit
  • Arbeit
  • Bildung
  • Soziales
TOP SUCHBEGRIFFE