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Kieferzysten: Zeitnah handeln!



Kieferzysten: Zeitnah handeln!
Bei Diagnose schnell handeln!

Zahnschmerzen gehören zu den unangenehmsten Schmerzen überhaupt. Insbesondere wenn die Zahnwurzel bereits entzündet ist. Aber auch durch Druck ausgelöste Schmerzen – so zum Beispiel bei durchbrechenden Weisheitszähnen - sind kein Spaziergang. Neben Karies, Parodontitis und Co. gibt es noch eine spezielle Erkrankung, die eine ebenso ungewöhnliche Behandlung erforderlich macht: eine Kieferzyste.

Kieferzysten sind mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die verschiedene Ursachen haben können, jedoch immer operativ entfernt werden müssen. Die Zysten zählen neben den Weisheitszahnproblemen zu den häufigsten Kiefererkrankungen. Vorwiegend sind Männer im mittleren Erwachsenenalter betroffen.

Kieferzyste: Zufallsdiagnose

Oft rufen Kieferzysten (zunächst) keine Symptome oder Schmerzen hervor und bleiben lange unentdeckt. Meist bringt sie eine Röntgenaufnahme beim Zahnarzt ans Licht. Ab einer bestimmten Größe ist eine Wölbung tastbar und ein Geräusch, ähnlich einem Knistern, kann hörbar sein. Je größer die Zyste, desto mehr gesundes Gewebe wird verdrängt. Das macht sich durch dumpfe Schmerzen oder Druckgefühl bemerkbar. Auch können Zahnfehlstellungen verursacht werden und es droht sogar Zahnverlust. Unbehandelt vergrößern sich die Zysten soweit, dass der Kieferknochen immer mehr ausgehöhlt und aufgetrieben wird. Ein Kieferbruch ist möglich. In seltenen Fällen kommt es zu einer bakteriellen Infektion, verbunden mit einer starken Schwellung und heftigen Schmerzen.

Zyste ist nicht gleich Zyste im Kiefer

Die verschiedenen Zystenarten werden nach dem Ursprungsgewebe aus dem sie entstehen unterschieden. Bei einer odontogenen Zyste ist der Zahn Ausgangspunkt – wenn sie sich aus anderem Gewebe, wie dem Kieferknochen, gebildet hat, dann handelt es sich um eine nicht-odontogene Zyste.

Zu den ersteren gehört die sogenannte radikuläre- bzw. Zahnwurzel-Zyste. Sie ist die häufigste Kieferzyste. Ursache ist eine ursprüngliche Entzündung der Zahnwurzel, die einen toten Zahn nach sich gezogen hat. An der abgestorbenen Wurzel bildet sich schließlich eine Zyste. Der Zahnarzt kann dies mit einem Sensibilitätstest überprüfen, indem er Kälte oder Strom auf den verdächtigen Zahn wirken lässt. Spürt der Patient die Reize nicht, ist der Zahn nicht vital und eine Zahnwurzelzyste sehr wahrscheinlich.

Kieferzysten durch Entwicklungsstörungen

Während sich radikuläre Kieferzysten vorwiegend im Oberkiefer finden, bilden sich follikuläre Zysten – die zweithäufigste Zystenart – meist im Unterkiefer. Sie betreffen noch nicht durchgebrochene Zähne und entstehen während der Entwicklung des Zahns. Daher betreffen diese Kieferzysten sehr oft die unteren Weisheitszähne während der Durchbruchszeit.

Kieferzysten können im gesamten Mundraum vorkommenViel seltener ist die sogenannte Keratozyste. Diese nicht-odontogene Zysten entstehen aus dem Gewebe des Zahnsystems, welches bei der embryonalen Entwicklung eine Rolle spielt. Aufgrund einer Störung in der Entwicklung der Zahnanlage, entsteht statt einem Zahn ein Hohlraum, in dem sich eine Zyste bildet. Genau genommen handelt es sich dabei um einen gutartigen Tumor, der sehr schnell wächst und aktiv Knochen abbaut. Tochterzysten können gebildet werden, die möglicherweise immer wieder auftreten. Die Rückfallrate liegt bei 30 bis 60 Prozent. Der Unterkiefer ist häufiger betroffen. In seltenen Fällen handelt es sich um ein bösartiges Geschwulst oder um das erbliche Gorlin-Goltz-Syndrom.

Weitere Kieferzysten, die durch eine gestörte Kiefer- und Schädelentwicklung zustande kommen, sind Zysten in der Mitte des Gaumens (Ductus nasopalatinus Zyste) oder in der Nähe der Nase (Nasolabiale Zyste). Auch Pseudozysten, ohne eine sie umgebende Bindegewebskapsel, sind möglich sowie Paradontale Zysten.

Zystektomie und Zystosomie im Kiefer

In vielen Fällen werden vor der Entfernung der Zyste noch weitere Untersuchungen durchgeführt. Das können bildgebende Verfahren sein (Ultraschall, Computertomographie oder Szintigraphie) oder gar eine Gewebeprobe. Vor der Operation einer Zahnwurzelzyste muss der Zahn zunächst vom Zahnarzt mittels einer Wurzelbehandlung bakteriendicht verschlossen werden. Während der Operation wird anschließend die Wurzelspitze gekappt.

Die Zystektomie (Ausschälung) wird ambulant von einem Kieferchirurgen durchgeführt und dauert maximal 30 Minuten. Nach einer örtlichen Betäubung wird der Knochen geöffnet und die Zyste abgetragen. Zurück bleibt eine leere Knochenhöhle, die von selbst ausheilt und verknöchert. Nur bei größeren Hohlräumen muss der Chirurg diese mit Knochenersatzmaterial auffüllen. In Ausnahmefällen muss der betroffene Zahn gezogen werden. Im Fall von follikulären Zysten, wie bei den Weisheitszähnen, wird der Zahn meist entfernt.

Bei sehr großen Zysten wird eine Fensterung (Zystosomie) durchgeführt. Dabei wird nur die Flüssigkeit der Kieferzyste entleert, der Balg oder die Hülle bleiben jedoch erhalten. So kann sie nicht weiter wachsen und verkleinert sich nach und nach.

Nachsorge der Kieferzysten-Entfernung

Um einen bösartigen Tumor ausschließen zu können, muss das entnommene Kieferzystengewebe im Labor untersucht werden. Blutungen oder Infektionen sind wie bei jeder Operation mögliche Folgen. Der Chirurg klärt über alle Risiken und Verhaltensregeln, zum Beispiel absolutes Rauchverbot, auf. Patienten mit Zahnersatz benötigen eventuell nach dem Eingriff eine neue Prothese, da sich das Gebiss verändert haben könnte.

Verhindert werden können Kieferzysten nicht. Jedoch ist die Prognose bei frühzeitigem Eingriff noch besser. Umso wichtiger ist es, regelmäßig einen Check beim Zahnarzt machen zu lassen. 

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