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Kindersegen im Doppelpack



Kindersegen im Doppelpack
Eineiige Zwillinge

Am 12.05.2014 ist in den USA ein Zwillingspaar auf die Welt gekommen, welches mehr denn je das Zusammengehörigkeitsgefühl von eineiigen Geschwister symbolisiert: Jenna und Jillian hielten sich während der Geburt an den Händen. Nordamerika ist für sein hohes Zwillingsvorkommen weltweit bekannt. Tatsächlich sind aber auch in Deutschland Mehrlingsgeburten keine Seltenheit mehr. Woran liegt das und welche Herausforderungen bedeutet das für Eltern?

Geburtsmediziner bestätigen, was uns schon oft im Bekanntenkreis oder in der eigenen Familie aufgefallen ist: Während es 1975 in Deutschland nur 7200 Mehrfachgeburten gab, wuchs sie Zahl bis 2012 auf 11.900. Jedes 29. Baby ist damit ein Mehrlingskind. In der deutlichen Mehrheit sind dabei Zwillinge.

Doch woher kommt der Zwillingsboom in den letzten Jahren?
Es wird davon ausgegangen, dass verschiedene Umstände eine Mehrlingsmutterschaft begünstigen:
Natürlich ist eine genetische Veranlagung ziemlich ausschlaggebend. Zweieiige Zwillinge kommen in ein und derselben Familie häufiger vor. Die Vererbung ist in diesem Fall jedoch ausschließlich Frauensache.

Reproduzierte doppelte Lottchen?

Der Hauptgrund für die steigende Mehrlingsgeburtenrate wird aber in den zunehmenden künstlichen Befruchtungen gesehen: also in der IVF (In-vitro-Fertilisation) oder ICSI (Intracytoplasmatische Spermiuminjektion). Doch genau betrachtet, sind nur 16 Prozent der Zwillingsgeburten auf diese Zeugung zurückzuführen. Dabei handelt es sich meist um zweieiige Zwillinge. Eineiige Zwillinge, die zu 100 Prozent das gleiche Erbgut haben, machen nur ein Viertel aller Zwillingsgeburten aus.

Bei der Hormontherapie kommt es sogar noch häufiger zu einer doppelten Schwangerschaft oder Drillingen. Leider gilt jedoch: je mehr Kinder gleichzeitig, desto höher das Risiko für Mutter und Kinder. Aber Ausnahmen bestätigen die Regel: 2009 kamen in den USA Achtlinge zur Welt, die sich bester Gesundheit erfreuen.

Das Alter der Mütter ist ein weiterer begünstigender Faktor: Gerade in Industrienationen wie Deutschland bekommen Frauen erst später Kinder. Zwar sinkt die Fruchtbarkeit mit steigenden Alter, doch die Wahrscheinlichkeit für Zwillinge steigt. Veränderungen im hormonellen Regelkreislauf führen bei älteren Frauen dazu, dass oftmals zwei Eisprünge gleichzeitig ablaufen. Das könnte an der biologischen Uhr liegen. Die Natur sorgt vor den Wechseljahren für doppelte Absicherung und erhöhte Chancen.

Mehr = Mehr?

Selbst Gewicht, Größe und Fitness des weiblichen Körpers spielen scheinbar eine Rolle. Je mehr eine Frau wiegt und je größer sie ist, desto höher ist ihre Chance auf Zwillinge. Neben der beliebten künstlichen Befruchtung ein weiterer Grund für die vielen Mehrfachgeburten in den USA. Aber auch in Deutschland sind darin begründete Zunahmen von Zwillingen nicht auszuschließen. 53 Prozent aller Frauen zwischen 19 und 79 Jahren in der Bundesrepublik haben einen zu hohen BMI oder sind sogar stark adipös. Allerdings sind Zwillingsmütter meist auch stärker und gesunder als andere Mütter und schaffen die Belastung einer Mehrlingselternschaft eher.

Nicht vergessen werden sollte auch der medizinische Fortschritt, der das Überleben der Winzlinge auch im Frühchenfall deutlich erhöht.

Stilldichein zu dritt

Ein Baby nach der Geburt zu versorgen, kostet Kraft und Energie. Zwei Babys fordern dies auf doppelte Weise. Trotz aller Schwierigkeiten, sollten Zwillingsmütter unbedingt auf Muttermilch setzen. Dafür gibt es viele Argumente. Nicht nur, dass Stillkinder seltener unter einer Kuhmilchallergie leiden, sie sind generell weniger krank und entwickeln sich schneller und kraftvoller. So stecken in Muttermilch jede Menge Eiweiß, Vitamin A, Vitamin C, Eisen etc. Das antibakterielle Enzym Lysozym wird in Muttermilch angereichert, aber auch Lymphozyten und Makrophagen sorgen für eine gesunde Immunabwehr.
Selbst für die Mutter ist Stillen nur vorteilhaft, so zum Beispiel als Schutz vor Osteoporose, Brustkrebs und Gebärmutterhalskrebs. Generell fühlt sich die Mutter glücklicher und entspannter durch die Ausschüttung des Hormons Prolaktin. Muttermilch ist zudem viel kostengünstiger bzw. gratis und stressfreier.

Es ist ratsam, sich bereits vor der Geburt gründlich mit dem Thema Stillen auseinanderzusetzen. Dafür ist die Hebamme da, zusätzlich können Stillratgeber hilfreich sein. Beim Anlegen nach der Geburt hilft die Hebamme oder Schwester. Das kann bei Zwillingen unterschiedlich geregelt sein, weil die Geschwister zuweilen verschiedene Bedürfnisse haben. Nach und nach sollte aber versucht werden, dass beide Babys gleichzeitig trinken. Zwillingsstillkissen erleichtern den Vorgang.

Namensfreude hoch zwei

Zwillingskinder sind nie allein!Sobald Eltern von ihrem Doppelglück erfahren, werden Sie sich an die Namensfindung machen. Gleiche Anfangsbuchstaben (z. B. Lena und Lisa), weibliche und männliche Formen (z. B. Paul und Paula) oder generelle Ähnlichkeiten (Tim und Tom) sollen die Zusammengehörigkeit der Geschwister untermalen. Doch dieser Fakt ist ohnehin schon gegeben, besonders bei eineiigen Geschwistern. Leider haben Zwillinge es meist schon schwer genug, individuell wahrgenommen zu werden. Es wird oft vergessen, dass sie trotz aller Gemeinsamkeiten auch in vielen Dingen sehr unterschiedlich sein können. Ein Zwilling erzählt: „Ich heiße Eva und meine Schwester Helena. Oft wurden wir als Evahelena von Lehrern und Freunden in einem Atemzug angesprochen und vorgestellt. Also fast wie eine Person. Als Kind habe ich das sehr mühsam gefunden und als Jugendliche es gehasst (…)“ (www.beliebte-vornamen.de)
Also lieber nochmal über die Vornamen nachdenken, auch wenn ähnliche Namen zu verlockend sind.

Hier wohne ich! Entthronungstrauma der Erstgeborenen

Wenn ein neues Geschwisterchen dazukommt, reagieren Kinder nicht selten trotzig und eifersüchtig. Noch problematischer gestaltet sich das Ganze, wenn es sich um doppelten Familienzuwachs handelt. In schlimmen Fällen kann es gar gefährlich werden für die Neuzugänge. Natürlich bedeuten gleich zwei Neugeborene eine Menge Arbeit und es bleibt weniger Zeit für das ältere Geschwisterchen. Für diese Not hat das Kind jedoch kein Verständnis. Es begreift lediglich, dass Mama und Papa nicht mehr für es da sind. Wütende Reaktionen sind Ausdruck der Angst, die geliebten Eltern zu verlieren. Daher sollten Eifersuchtsaktionen nicht bestraft werden. Das gilt jedoch nicht für ältere Geschwister: Eltern sollten keine Schikanen oder Prügeleien dulden oder als gesund abstempeln. Verharmlosung kann Gewalt zur Normalität für Kinder wachsen lassen. Auch gegenüber anderen Menschen oder Tieren.

Empfehlenswert kann es sein, das ältere Kind schon vor der Geburt der Geschwister an andere Bezugspersonen, wie Spielgruppe oder Tagesmutter, zu gewöhnen. Bei Kitakindern ist dies schon gegeben. Es sollte versucht werden, dem Kind die Vorteile der neuen Besuchsstätten vor Augen zu führen, so dass es sich nicht abgeschoben oder bestraft fühlt.

Weitere Tipps: Beim Fotografieren der Zwillinge immer auch das große Kind miteinbeziehen ebenso in die Pflege der Säuglinge oder in den Haushalt. Bei Besuch oder auf der Straße werden die Neugeborenen immer im Mittelpunkt stehen, daher das andere Kind stets in diesen Situationen loben und hervorheben. Wenn möglich sollten sich die Eltern auch feste Zeiten nur für das größere Kind nehmen und etwas ohne die Babys unternehmen. So kann verhindert werden, dass das Entthronungstrauma bis in das Erwachsenenalter nachwirkt und die Beziehung zu den Geschwistern und Eltern für immer belastet bleibt. Für die jüngeren Geschwister gilt übrigens genau der umgekehrte Fall. Sie verehren meist den großen Bruder oder die ältere Schwester und eifern ihnen nach. 

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