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Kontrolliertes Trinken



Alkohol in Maßen
Trinken mit Genuss und Kontrolle (Foto: clipdealer)

Wie wichtig ist Ihnen persönlich das vollmundige Gläschen Wein zum Essen? Können Sie sich auf einer Party ohne Longdrink amüsieren? Läuft Public Viewing der WM 2014 ohne ein anständiges Bier?

Keine Angst, diese Fragen sind nicht dazu da, um Sie zu verurteilen. Ohne Frage, Alkohol gehört zur deutschen Kultur: Ungefähr 10 Liter reinen Alkohol trinkt jeder Bundesbürger jährlich. Das entspricht einer Menge von 11,5 Kästen Bier, 27 Flaschen Wein, 5 Flaschen Sekt und zusätzlich 8 Flaschen Schnaps. Damit zählt Deutschland zu den Hochkonsumländern. Innerhalb der EU belegen wir Platz 13 von 34.

Wen wundert’s, wird doch Alkohol überwiegend als positiver Gesellschaftston gewertet: Neben Geselligkeit und Genuss bietet ein guter Drink zudem vermeintlich unterstützende Eigenschaften bei der Bewältigung verschiedenster Lebenslagen. Er kann den Kreislauf anregen oder auch entspannen. Kann es da verübelt werden, dass er so eine große Rolle in unserem Leben spielt?

Ja natürlich, weil Alkohol eben kein Heilmittel, sondern immer noch ein Zellgift ist. Es ist kein Geheimnis, dass Alkohol, in hohen Mengen konsumiert, stark gesundheitsschädigend ist. Um dies zu vermeiden, wäre es ratsam, sich an die Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu halten, nach der Frauen täglich nicht mehr als 10-12 Gramm und Männer nicht mehr als 20-24 Gramm reinen Alkohol zu sich nehmen sollten. Das entspricht in etwa einem Glas Sekt bei Frauen und einem großen Bier bei Männern. Zusätzlich sollten zwei alkoholfreie Tage pro Woche eingelegt werden.

Sicher wäre es am gesündesten, gänzlich ohne Alkohol auszukommen, eine dauerhafte Abstinenz ist jedoch für viele nicht vorstellbar. „Es schmeckt halt auch gut!“, denken Sie jetzt sicher und das soll Ihnen auch nicht ausgeredet werden. Dem ein oder anderen wird jedoch vielleicht aufgefallen sein, dass er in letzter Zeit vermehrt zur Flasche gegriffen hat. Dass das Schnäpschen nicht mehr nur am Wochenende eine Rolle spielt, vielleicht auch, dass der Wein auch ohne den geselligen Freundeskreis geleert wird.

Trinken und Selbstreflexion 

Sie möchten Ihr Trinkverhalten besser in den Griff bekommen und wieder auf ein überschaubares Maß bringen? Der Ratgeber Kontrolliertes Trinken aus dem TRIAS-Verlag bietet eine leicht verständliche und gut umsetzbare Anleitung, um den Alkoholkonsum nach selbst festgelegten Regeln zu bestimmen. Das Buch des Psychologen Prof. Dr. Joachim Körkel ist Anleitung und Motivation. Es regt zur Selbstreflexion und Offenheit an, ohne den tadelnden Zeigefinger zu heben. Gleichzeitig wird nichts beschönigt und verschwiegen. Der Ratgeber geht zwar davon aus, dass er es mit aufgeklärten Menschen zu tun hat, jedoch werden die Aspekte Gesundheit und rechtliche Folgen im Straßenverkehr aus der Perspektive des Konsumenten auf den Punkt erläutert.

Den Einstieg bietet der Fragebogen AUDIT (Alcohol Use Identification Test nach der WHO), mit dem der eigene Alkoholkonsum bestimmt werden kann. Eine anschließende Checkliste gibt Klarheit über die möglichen Diagnosen „Alkoholmissbrauch oder Alkoholabhängigkeit“. Auch ein Fragebogen für Angehörige ist eingefügt, bei dem eine Co-Abhängigkeit im Mittelpunkt steht. Generell ermutigt der Ratgeber dazu, die Familie und Freunde miteinzubeziehen. Auch kann es ratsam sein, sich an eine Suchtberatung zu wenden oder einen Therapeuten hinzuzuziehen – aber das ist eine individuelle Entscheidung.

10-Schritte-Programm zum selbstkontrollierten Trinken

Klar ist, dass die Absicht, weniger trinken zu wollen, nicht ohne wirklichen Plan in schwarz auf weiß funktionieren kann. Zu schnell ist man wieder abgelenkt und all die guten Vorsätze geraten in Vergessenheit. Ein wöchentlicher Konsumplan ist am sinnvollsten, wenn er drei Grundsatzziele beinhaltet: zwei Tage an denen Sie gar nichts trinken, die maximale Alkoholmenge an den „erlaubten Tagen“ und die wöchentliche Gesamtalkoholmenge. Dabei sollten realistische Ziele und Grenzen gesetzt werden, die nicht automatisch zum Misserfolg führen. Auch Rahmenbedingungen, wie Trinkzeit, -Ort und –Geschwindigkeit sollen das Risiko zu Konsumübermaß minimieren. Um all dies verwirklichen zu können, muss zunächst die persönliche Einstellung zum Alkohol erforscht werden: Warum wollen Sie Ihren Alkoholkonsum mindern?

Ein Pro-/Kontra-Liste, die alle Lebensbereiche und mögliche Emotionen (Partnerschaft, Familie, Freunde, Beruf, Finanzielle Situation) berücksichtigt, kann nach Bedarf immer wieder als Motivationsstütze herangezogen werden. Beispielweise ist ein Vorteil der Konsumeindämmung, dass Sie Ihren Job oder Ihre Partnerschaft nicht riskieren. So werden Sie Ihre Gründe nie aus den Augen verlieren.

Status quo: Trinktagebuch

Ein Trinktagebuch ist das zentrale Mittel, um den eigenen Konsum realistisch einzuschätzen und daraus Schlüsse für Veränderungen und neue Ziele zu ziehen. Das Tagebuch beinhaltet nicht nur eine genaue Angabe von Tag, Uhrzeit und Alkoholmenge, auch werden Ort, anwesende Personen und der vermutliche Grund bzw. Auslöser des jeweiligen alkoholischen Stelldicheins erfragt. Der Ratgeber bietet eine Kopiervorlage für solch eine Bestandsaufnahme sowie Downloadadressen. Nun können die bereits erwähnten Trinkziele gesetzt werden. Diese werden sich erfahrungsgemäß anfangs noch ändern, da die Ziele nicht immer auf Anhieb erreicht werden und auch nicht jede Woche gleich verläuft. Auch wenn die einzelnen Tage nicht so laufen wie geplant, sollte am Ende der Woche jedoch das Gesamtalkoholmengenziel erreicht werden.

Schach Matt der Versuchung

Auch wenn mit dem Thema Alkoholmissbrauch keineswegs zu spaßen ist, sollten Sie den Weg zum kontrollierten Trinken als eine Challenge sehen. Überlisten Sie sich selbst indem Sie Strategien und Motivationen entwickeln, die vermeiden, dass es zu einem Abweichen von Ihren Zielen kommen könnte. So kann die Zeit, die sonst zum Trinken genutzt wurde, mit einem neuen Hobby oder einer anderen Freizeitgestaltung genutzt werden. Überlegen Sie gemeinsam mit Bezugspersonen: Was wollten Sie schon immer mal tun, was schieben Sie schon ewig auf?

Wie Sie aus Ihrem Trinktagebuch erkennen können, gibt es ganz bestimmte Situationen, Gefühle oder die Gesellschaft bestimmter Menschen, die Ihren erhöhten Alkoholkonsum begünstigen. Versuchen Sie in Bezug auf diese Risikofaktoren nicht nur eine Vermeidungsstrategie, sondern auch daran zu arbeiten, über belastende Gefühle zu reden oder den verleitenden Personen Ihre neuen Ziele nahezubringen.

Ausrutscher sind im Übrigen eingeplant. Davon sollten Sie sich nicht entmutigen lassen und stattdessen genau aus diesen Patzern heraus neuen und noch beschwingteren Anlauf nehmen. Das soll natürlich kein Freischein für Ausnahmen sein! Ausrutscher können passieren, bergen jedoch immer auch die Gefahr für Rückfälle in alte Gewohnheiten.

Am Ball bleiben

Laut Ratgeber durchlaufen Sie das 10-Schritte Programm in ca. 10 Wochen. Womöglich können Sie nun eine deutliche Reduktion Ihres Trinkverhaltens feststellen? Glückwunsch! Für einen dauerhaften Erfolg ist jedoch Ihr Einsatz an dieser Stelle nicht zu Ende:

  • Behalten Sie Ihre Pro-/Kontra-Liste stets im Hinterkopf bzw. bewahren Sie diese Motivation noch immer in Ihrer Nähe auf, um in „Gefahrensituationen“ einen Blick darauf zu werfen
     

  • Hören Sie nicht auf, jede feuchtfröhliche Situation nüchtern zu analysieren: Trinken Sie aus Geselligkeitsgründen in der netten Runde oder doch aus Stress- und Belastungsgründen?
     

  • Auch wenn es Ihnen müßig und langweilig erscheint: das Trinktagebuch ist solange ein Muss, bis sich Ihr Konsum auf ein zufriedenstellendes Maß eingependelt hat, Sie nicht mehr darüber nachdenken müssen und im Alltag andere Dinge die erste Geige spielen
     

Der abschließende Serviceteil des Ratgeber Kontrollietes Trinken bietet Adressen, Kopierpläne, Downloadverweise und weiterführende Literaturtipps. Auf der Seite www.kontrolliertes-trinken.de finden Sie ausführliche Informationen und Anregungen zum Thema.

Kontrolliertes Trinken, Georg Thieme Verlag, ISBN 978-3-8304-6923-0, 17,99 €

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