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Leben mit einer Borderline-Störung



Ein Leben mit Borderline ist möglich mit der richtigen Hilfe.
Ein Leben mit Borderline ist möglich mit der richtigen Hilfe.

„Sie lieben diejenigen ohne Maß, die sie ohne Grund hassen werden.“ (Thomas Sydenham)

Borderline ist die am häufigsten diagnostizierte Persönlichkeitsstörung. Das Leben an der „Grenze“ ist nicht nur für die Betroffenen selbst schwierig – auch für Angehörige, Freunde oder Partner ist die Krankheit eine große Belastung. Keiner von ihnen muss damit leben! Der Ratgeber Leben mit einer Borderline-Störung aus dem Hause TRIAS gibt einen Überblick zu Krankheitsbild, Ursachen und erfolgversprechenden Therapiemöglichkeiten. Abschließend werden besonders die Themen Beziehung und Elternschaft fokussiert. Das Buch ist gut geeignet für Interessierte und Angehörige, um die Problematik und damit den Betroffenen besser verstehen zu können. Aber auch den Menschen, die unter den geschilderten Symptomen leiden und noch nicht in Behandlung waren, macht der Ratgeber Mut und klärt sie leicht verständlich auf.

Die Kurzform der psychischen Krankheit lautet BPS (Borderline-Persönlichkeitsstörung). Die genaue Anzahl der Betroffenen lässt sich schwer angeben. Schätzungen zufolge sind ca. ein bis zwei Prozent der Bevölkerung betroffen, davon etwa 75 Prozent Frauen. Da BPS vor allem in Jugend- und im frühen Erwachsenenalter auftritt, sind in Deutschland circa sechs Prozent aller Jugendlichen betroffen. Zu Unrecht wurde deshalb oft das Urteil der Modekrankheit gefällt. Auch wenn die Störung scheinbar die Krankheit unseres Zeitalters der grenzenlosen Orientierungslosigkeit und innerer Konflikte widerzuspiegeln scheint. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts gab es Berichte über plötzliche Ausbrüche von Wut oder Angst bei Patienten. Als Hysteriker wurden diese meist bezeichnet. Der Begriff „Borderline“ wurde 1938 vom amerikanischen Psychoanalytiker  Adolph Stern eingeführt. Er meinte damit „Grenzgänger“, die weder rein neurotisch oder rein psychotisch zu sein schienen.

Krankes Bild?

Die Tatsache der schwierigen Definierbarkeit rührt vor allem aus der variablen Symptomatik:
„Die eine unverwechselbare Borderline-Störung mit den immer gleichen typischen Symptomen gibt es nicht." (Niklewski, Günter, Riecke-Niklewski, Rose (2011): Leben mit einer Borderline-Störung. Stuttgart: TRIAS Verlag)


Auf den ersten Blick leiden Borderliner vor allem an starken Stimmungsschwankungen, Depressionen, Unausgeglichenheit, einer starken Impulsivität und deren Auslebung ohne Berücksichtigung der möglichen Konsequenzen.
Bei genauerer Betrachtung des Verhaltens fällt ebenso auf, dass verzweifelte Versuche, nicht allein sein zu müssen, intensive aber instabile Beziehungen, ein gestörtes Selbstbild und ein selbstzerstörerischer Lebenswandel in mehr oder weniger starker Ausprägung den Alltag erschweren. Borderliner können nicht lange allein bleiben und verspüren häufig ein Gefühl der Leere oder Langeweile. BPS ist vor allem eine Beziehungsstörung. Betroffene haben ständig Angst verlassen zu werden und reagieren selbst bei kleinen Vorkommnissen, z. B. eine abgesagte Verabredung, extrem. Das kann sich in Wutausbrüchen und Aggressionen gegen Andere äußern, aber auch gegen sich selbst gerichtet sein: Alkohol- und Drogenmissbrauch, Essstörungen, maßlose Sexualität, Selbstverletzungen bis hin zu Suizidversuchen sind mögliche Folgen.

Borderline: Leben in Extremen

„Komm Du mir nicht zu nah, aber lass mich  ganz nah ran!“

Für Angehörige und Partner ist es schwierig mit Borderlinern umzugehen, zu arbeiten oder gar mit Ihnen eine Partnerschaft zu haben, denn Betroffenen fehlt die Fähigkeit, trotz der Gefühlsschwankungen im Grunde noch immer der gleiche Mensch zu bleiben. Etwas, was sie gerade noch in den Himmel gehoben haben, ist plötzlich verhasst. Das Gleiche gilt auch für Menschen um sie herum. Eben noch beste Freundin oder Traummann, plötzlich der Teufel höchstpersönlich. BPS macht zwar Beziehungen schwierig, dennoch sind Sie möglich. Mit Hilfe bereits erfolgreich angewandter Therapien und gegebenenfalls Medikamenten ist nahezu fast alles möglich. Selbst Kinder haben. Natürlich ist dies eine große Herausforderung, da junge Borderline-Mütter meist wenige bis keine stabilen Familien- und Freundesbeziehungen haben. Leben mit einer Borderline-Störung zeigt hier Strategien und mögliche Anlaufstellen für Borderliner mit Beziehungs- und Elternproblemen auf.

Neurologische Veränderungen und Kindheitstrauma als Ursache für die Borderline-Störung

Der Ratgeber erklärt, wie es zu der Störung kommen kann – die Wurzeln liegen meist in einer Kindheit, in der Vernachlässigung, Missbrauch oder andere Traumatisierungen vorherrschten. Bei 70 Prozent liegt die Ursache im sexuellen Missbrauch, etwa 50 Prozent wurden misshandelt. Die Personen, bei denen die Kinder eigentlich Schutz finden sollten, waren es gerade, von denen Gefahr ausging. „Anstatt durch seine Eltern etwas über sich selbst als geistiges Wesen zu erfahren, muss das vernachlässigte, missbrauchte und misshandelte Kind ständig in Hab-Acht-Stellung sein.“  Daraus erklärt sich auch das häufige Fehlen des Einfühlungsvermögens in sich selbst und in andere. Missverständnisse bleiben da nicht aus. Auch dies ist eine Sache, die im Rahmen einer Therapie gelernt werden kann.

Im Rahmen neurobiologischer Forschungen, wurde bei Borderlinern eine Störung des Serotonin-Haushaltes im Hirn festgestellt. Serotonin, oft als Glückshormon bezeichnet, hemmt Verstimmungen und Aggressivität. Das Stresshormon Kortisol hingegen wird massiv ausgeschüttet. Die Ursache für BPS kann nicht allein in körperlichen Abweichungen liegen. Aber es hat sich gezeigt, dass bei missbrauchten oder misshandelten Erwachsenen tatsächlich biologische „Narben“ im Gehirn verblieben sind, die zu einer Verminderung des Erinnerungsvermögens oder einem Überschießen der Affekte führen.

Was tun gegen eine schwarz-weiße Borderline-Welt?

„Jede Psychotherapie ist besser als keine Psychotherapie.“

Tatsache ist, dass es keine einheitliche Borderline-Störung gibt. Demnach sind auch die Behandlungsmethoden sehr unterschiedlich und individuell kombinierbar. Zudem sind kaum Langzeitstudien vorhanden. Je nach Schweregrad und Ausprägung sind eine ambulante Therapie, ein stationärer Klinikaufenthalt, Einzel- oder Gruppetherapie sinnvoll. Es wird unterschieden zwischen den herkömmlichen psychodynamischen oder tiefenpsychologischen Verfahren sowie verhaltenstherapeutischen Methoden. Beide werden von der Krankenkasse übernommen. Darüber hinaus erläutert der Ratgeber neue Ansätze: Die dialektisch behaviorale Verhaltenstherapie (DBT), die Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) und die Schematherapie (SFT). Wichtig für Betroffene ist, dass sie sich eine Klinik oder einen Therapeuten suchen, der Erfahrung mit Borderline-Patienten und deren Behandlung hat. Gerade im ländlichen Bereich sind lange Wartelisten für einen Therapieplatz leider an der Tagesordnung.

Insbesondere bei Begleiterscheinungen wie Depressionen, Angststörungen, Suizidgefährdung, Essstörungen und Drogensucht können Psychopharmaka über einen gewissen Zeitraum hilfreich oder notwendig sein. Die Medikamente erhöhen den Serotoninspiegel. Doch Borderline ist eine langjährige Krankheit und die chemischen Mittel allein können die Störung nicht heilen.

Nachzulesen in: Leben mit einer Borderline-Störung, TRIAS Verlag, 19,99 Euro

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