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Männliche Hebammen: Ausbildung zum Entbindungspfleger!



Einen Mann als Hebamme an ihrer Seite zu haben ist für viele Frauen ungewohnt.
Einen Mann als Hebamme an ihrer Seite zu haben ist für viele Frauen ungewohnt.

Alarm: Die Zahl freiberuflicher Hebammen sinkt immer weiter. Der typische Frauenjob stirbt langsam aus. Doch auch Männer können den ehrenwerten Ausbildungsberuf erlernen. Nur Mut!

Der Beruf der Hebamme ist einer der ältesten der Welt. Bereits im vorchristlichen Ägypten sollen sorgfältig ausgewählte Frauen für das Wohl von Mutter und Kind gesorgt haben. Dabei kümmern sich die Hebammen heute nicht nur während der Schwangerschaft um die Bedürfnisse der werdenden Mütter. Per Gesetz ist sogar festgelegt, dass bei jeder Geburt – ob in den eigenen 4 Wänden oder in der Klinik – eine Hebamme anwesend sein muss! Dies zeigt den enormen Stellenwert der Geburtshelferinnen.

Hebamme per Definition ein Frauenberuf

Aus keiner einzigen historischen Quelle geht hervor, dass jemals Männer den Beruf der Hebamme ausgeübt hätten. Schon das Wort Hebamme selbst verdeutlicht dies. Die Silbe heb bedeutet im althochdeutschen heben oder halten. Das Morphem amme meint so viel wie Ahnin, also die Großmutter des Neugeborenen.

In der Antike konnten gar nur solche Frauen den Beruf der Hebamme ausüben, die selbst bereits ein Kind empfangen haben. Diese wertvolle Erfahrung sollte sicherstellen, dass die Geburtshelferinnen auch über das nötige Knowhow verfügen, um unsicheren Müttern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Eine sinnvolle Regelung.

Zahl der Hebammen sinkt drastisch

Trotz der Jahrtausende alten Tradition stirbt der Beruf der Hebamme langsam aus. Immer weniger Frauen wählen den sensiblen Ausbildungsberuf, der gar nicht hoch genug honoriert werden kann. Weniger als 16.000 Geburtshelferinnen gibt es in Deutschland, davon allein 700 in Berlin. Die Hebammen haben in der Hauptstadt jedoch alle Hände voll zu tun: 130 Geburten kommen pro Jahr auf jede Pflegerin!

Dennoch knabbern viele Hebammen am Existenzminimum. Die wenigen, die festangestellt sind, arbeiten meist noch zusätzlich freiberuflich, um sich über Wasser halten zu können. Schuld daran tragen die mitunter horrenden Haftpflichtversicherungs-Kosten. 6.300 Euro müssen Hebammen im Jahr aufbringen, egal ob sie Voll- oder Teilzeit beschäftigt sind. Vor 6 Jahren lag die Versicherungssumme noch bei unter 2.500 Euro.

Hebammen entbinden nur noch selten zuhause

Der soziale Wandel macht auch vor dem Beruf der Hebamme nicht halt. In einer zunehmend technokratisierten Gesellschaft steigt das Bedürfnis der Eltern nach Überwachung und Kontrolle. Während zur Mitte des 20. Jahrhunderts Hausgeburten Gang und Gäbe waren, wagen heute nur noch 2% aller Frauen die Entbindung in vertrauter Umgebung. Hysterie oder begründete Bedenken?

Dabei spricht einiges für eine Geburt zuhause. Krankenhäuser gleichen – heute vielleicht mehr denn je – modernen Abfertigungsanlagen. Kaum eine Krankenschwester findet noch Zeit, sich zumindest 5 Minuten mit den Patienten zu unterhalten. Von den Ärzten ganz zu Schweigen. Die Devise lautet meist: Rein, raus, und ab nach Hause! Für Wohlfühlatmosphäre und persönlichen Kontakt ist im neuzeitlichen Klinikbetrieb kein Platz mehr.

Männliche Hebammen: Mut zum Entbindungspfleger

Zugegeben: Viele Männer arbeiten nicht als Hebamme. Bis vor wenigen Jahren war überdies noch nicht einmal klar, wie diese genannt werden sollen. 1985 einigte man sich dann auf die offizielle Berufsbezeichnung „Entbindungspfleger“. 2013 waren es in Deutschland gerade mal 3 Männer, die den Mut hatten, den Beruf der männlichen Hebamme auszuüben. In den Niederlanden sind es übrigens mehr als 50!

Wer sich von den Zahlen, der Geschichte und den Aufgaben selbst nicht abschrecken lässt, sollte sich vor Ausbildungsbeginn zur männlichen Hebamme über die Konsequenzen dieser Entscheidung bewusst sein. Entbindungspfleger sind immer noch eine absolute Rarität!

Nicht wenige Frauen begegnen männlichen Geburtshelfern mit großem Misstrauen und scheuen sich davor, sich mit ihnen über Intimitäten auszutauschen. Überdies kann es schon während der Ausbildung selbst zu Komplikationen mit argwöhnischen weiblichen Azubis kommen: Was will der hier? Das ist doch ein Frauenberuf! Männliche Hebammen kämpfen immer auch gegen Vorurteile und vorschnelle Verurteilungen.

Männliche Entbindungspfleger: Geduld und Sensibilität ist gefragt

Männliche Hebammen brauchen vor allem eins: ein dickes Fell! Ein männlicher Geburtshelfer sorgt an vielen Stammtischen der Republik für nichts weiter als Kopfschütteln, Wut und viel Gelächter. Das muss man abkönnen, wenn sich Mann zur Ausbildung zum Entbindungspfleger entscheidet.

Neben einer überdurchschnittlich großen Portion Toleranz benötigen männliche Hebammen auch sehr viel Einfühlungsvermögen. Wer sich gut in andere Personen und deren Probleme hineinversetzen kann, ist als Geburtshelfer überaus willkommen.

Geduldig sein und selbst in kritischen Situationen keine kalten Füße bekommen sind weitere Grundanforderungen, die man als männlicher Entbindungspfleger mitbringen sollte. Während vielen Männer bei der Geburt die Knie zittern, muss eine männliche Hebamme gerade jetzt Stärke zeigen und die werdenden Mütter begleiten.

Ausbildung zum männlichen Geburtshelfer

Es gibt zahlreiche Hebammenschulen in ganz Deutschland. Von Aachen bis nach Wuppertal bewerben sich jedes Jahr deutlich mehr Menschen auf einen Ausbildungsplatz als es freie Stellen gibt. Besorgniserregend: Die Zahl der Bewerber sinkt kontinuierlich.

Wer sich für eine Ausbildung zur männlichen Hebamme entscheidet, muss – wie die weiblichen Mitbewerber auch – um eine der begehrten Stellen buhlen.  Mit einer fürstlichen Entlohnung sollten männliche Entbindungspfleger jedoch nicht rechnen. Wie alle anderen anspruchsvollen Berufe im sozialen Sektor ist auch der Beruf der Hebamme in Deutschland relativ schlecht bezahlt. Der Job des Geburtshelfers ist und bleibt eine Herzensangelegenheit!

Wer über eine 3-jährige Ausbildung zum Entbindungspfleger nachdenkt, kann sich auf der Website des Deutschen Hebammen Verbands informieren. Auch das Portal zur Hebammenausbildung bietet eine anschauliche Übersicht.

Daneben gibt es die Möglichkeit, Hebammenkunde an Hochschulen zu studieren, wie zum Beispiel an der Evangelischen Hochschule Berlin.

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