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Migräne hatten schon die alten Ägypter – aber nutzten sie auch Sex als Heilmittel?



Frauen sind dreimal häufiger als Männer von Migräne betroffen.
Frauen sind dreimal häufiger als Männer von Migräne betroffen.

Bereits Julius Cäsar, Napoleon oder Ludwig van Beethoven sollen unter Migräne gelitten haben. Ungefähr 10% der Bevölkerung betrifft es heute. Eine Heilung ist nach wie vor nicht möglich, doch es gibt bessere Medikamente – und man weiß um die erstaunliche Wirkung von Sex.

Laut WHO gehört Migräne zu den 20 Leiden, die das tägliche Leben am meisten einschränken. Es ist davon auszugehen, dass in Deutschland Tag für Tag 320 000 Migräneanfälle auftreten. Doch Migräne gibt es schon seit langem. Bereits auf Papyrusrollen der Sumerer wurde über einseitigen Kopfschmerz berichtet. Die Ägypter erhofften Linderung durch die Stromschläge von lebendigen Zitterrochen, die man ihnen auf den Kopf legte. Der griechische Arzt Hippokrates dachte an giftige Dämpfe aus der Leber und empfahl Anwendungen mit Blutegeln oder die Öffnung des Kopfes. 

Migräne heute

Heute ist man ein kleines Stück weiter, doch was nun wirklich ganz genau hinter Migräne steckt, weiß man noch immer nicht. Wenigstens gibt es mittlerweile verschiedene, sich ergänzende Hypothesen, die versuchen, der Entstehung von Migräne auf die Spur zu kommen.

  • Die „vaskuläre Hypothese“ beruht auf der Beobachtung, dass während eines Migräneanfalls Blutgefäße des Kopfes erweitert sind. In den Wänden dieser Blutgefäße befinden sich Schmerz- und Dehnungsrezeptoren, die im Falle eines Migräneanfalles aktiviert werden, und vor allem den pulsierenden Charakter des Migränekopfschmerzes erklären.
     
  • Die „Übererregbarkeitshypothese“ basiert auf der Beobachtung, dass Migräne-Patienten regelmäßig eine erhöhte Erregbarkeit der Hirnrinde des Hinterhauptslappens zeigen.
     
  • Die Hypothese der „neurogenen Entzündung“ beruht auf der Erkenntnis, dass während eines Migräneanfalls die Freisetzung von entzündungsvermittelnden Botenstoffen nachgewiesen kann. Da einige Formen der Migräne familiär gehäuft auftreten, liegt darüber hinaus die Vermutung nahe, dass bei der Migräne genetische Faktoren eine Rolle spielen können. Bislang wurden drei verschiedene Gendefekte als mögliche Ursachen identifiziert.

Mehrere Kriterien führen zur Migräne-Diagnose

Mehrere Kriterien führen zu einer Migräne-Diagnose (Illustration: Lobulo)Die Diagnose erfolgt auf der Grundlage der Symptome, die Betroffene beschreiben. Zur Identifikation wurden vier Kriterien definiert: Einseitiger Kopfschmerz, pulsierender Kopfschmerz, mittelschwerer bis schwerer Kopfschmerz und eine Verschlimmerung durch Bewegung. Treffen zwei dieser Kriterien zu und werden dazu von Übelkeit und Erbrechen oder von Licht- und Geräuschempfindlichkeit begleitet, handelt es sich um Migräne.

Die typische Migräne-Attacke

Der Verlauf einer Migräneattacke kann mit Heißhunger, einer gesteigerten Wahrnehmung und Müdigkeit beginnen, auf die bei manchen Menschen die Aura mit weiteren Vorboten folgt: Dabei kommt es zu neurologischen Symptomen, wie Sehstörungen mit Gesichtsfeldausfällen, Lichtblitzen und die Wahrnehmung von bunten, schillernden, gezackten Linien oder Flimmern, aber auch zu Gefühlsstörungen mit Kribbeln oder Taubheitsgefühl und Sprachstörungen. Dann beginnt der heftige Kopfschmerz begleitet von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Empfindlichkeit gegenüber Licht, Geräuschen oder Gerüchen und einer zunehmenden Schläfrigkeit. In der Erholungsphase verschwindet der Kopfschmerz allmählich und es kann noch zu Unverträglichkeiten bei bestimmten Lebensmitteln kommen. Die Hochphase mit pochenden, hämmernden und pulsierenden Kopfschmerzen kann 4 bis 72 Stunden dauern. 

Migräne vorbeugen

Es hat sich gezeigt, dass man Migräne-Anfällen in begrenztem Maß vorbeugen kann: Bei manchen Patienten haben sich die Progressive Muskelentspannung, Biofeedback, Ernährungs­maßnahmen, Entspannungstechniken, Yoga, autogenes Training, leichter Ausdauersport und Akupunktur als wirksame Strategien zeigt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit einer medikamentösen Prophylaxe, die bei besonders schweren oder lang andauernden Anfällen mit dem Arzt besprochen werden sollte.

Therapeutische Maßnahmen bei Migräne

Migräne ist nicht heilbar. Bislang können nur die Intensität der Migräneanfälle und die Anfallshäufigkeit reduziert werden. Bei leichten Attacken können der Rückzug in ein dunkles Zimmer und leichte Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol ausreichen. Für schwerere Anfälle steht seit 1993 die noch wirksamere Substanz Triptan zur Verfügung, die nicht nur gegen den Kopfschmerz, sondern auch gegen die typischen Nebensymptome wirkt. Sofern keine Gegenanzeigen vorliegen, kann der Arzt in besonders schweren Fällen nach einer ausreichenden Voruntersuchung und einer individuellen Beratung den Einsatz von Triptanen empfehlen.

"Nein, Schatz, heut' nicht – ich hab' Migräne!"


Bei Migräne kein Sex? Wenn es sich nicht um die Verschleierung anderer Motive handelt, sondern tatsächlich Migräne der Grund für die Unlust ist, gibt eine Studie von Neurologen an der Uni Münster zu denken: Denn die fanden heraus, dass sexuelle Aktivität gegen Kopfschmerzen helfen kann – zumindest bei bestimmten Migränepatienten.

Anke Hambach, die für ihre Doktorarbeit Migräne-Patienten befragte, kam zu einem überraschenden Ergebnis: „Ein Drittel der Migränepatienten hat Erfahrung mit sexueller Aktivität während einer Kopfschmerzphase“, sagt Hambach: „Bei 60 Prozent von ihnen verringert sich der Schmerz durch Sex, bei 33 Prozent wird er schlimmer.“ Als mögliche Ursachen für den positiven Effekt nennt sie Ablenkung und die Ausschüttung von Endorphinen. Frauen (oder Männer), die diese Therapiemöglichkeit in Erwägung ziehen, sind dabei übrigens nicht auf einen Partner angewiesen: Laut Studie hat „die Art sexueller Aktivität“ – ob Geschlechtsverkehr oder Masturbation – keinen Einfluss auf den schmerztherapeutischen Effekt.

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