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Migräne: Hilfe aus der Naturheilkunde



Die Ursachen für Migräne sind individuell. Das erschwert die Suche nach der passenden Therapieform.
Die Ursachen für Migräne sind individuell. Das erschwert die Suche nach der passenden Therapieform.

Prof. Dr. Andreas Michalsen ist Chefarzt für Naturheilkunde am Berliner Immanuel-Krankenhaus und forscht in diesem Bereich an der Charité. Während seines Vortrags in der Berliner Urania zeigt er auf, welche ergänzenden Möglichkeiten die Naturheilkunde jenen Patientinnen und Patienten bietet, die regelmäßig von Migräneanfällen betroffen sind.

Etwa die Hälfte der Bevölkerung hat immer mal wieder Spannungskopfschmerzen. Diese werden vor allem von orthopädischen Faktoren bestimmt, was die Therapie auf jeden Fall erleichtert. Bei der Migräne handelt es sich hingegen um eine neurologische Erkrankung, die ebenfalls sehr starke Kopfschmerzen mit sich bringt. Weitere häufige Symptome sind unter anderem Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheuhheit und Lärmempfindlichkeit. 

Davon betroffen sind weniger Menschen - etwa 11% der Frauen und 7% der Männer. Es ist viel schwieriger, ihnen zu helfen, weil die Ursachen für Migräne meist unklar und vor allem individuell sind. Bekannte mögliche Auslöser sind Alkohol und hier vor allem Rotwein, Schokolade, Lebensmittel, die Glutamat enthalten, Fasten, Wetterwechsel, hormonelle Faktoren, Veränderungen des Schlafverhalten oder Stress.

Alternative Behandlungsmöglichkeiten von Migräne

Michalsen macht Hoffnung: Zwar könne man Migräne nicht vollständig eliminieren, sie aber gut behandeln. So könnten Menschen, die vorher mehrere Anfälle im Monat hatten, die Anzahl mit der für sie richtigen Therapie auf wenige im Jahr reduzieren.

Er warnt jedoch vor unseriösen Heilsversprechen. Zwar lohne es sich, unterschiedliche Behandlungen auszuprobieren, um mit viel Geduld herauszufinden, welche anschlägt. Doch wenn sie teuer sind und nach mehreren Anwendungen nicht wirken, solle man die Behandlungen auf keinen Fall fortsetzen und es lieber mit anderen Methode versuchen. Michalsen nennt unter anderem folgende Therapiemöglichkeiten:

Ernährungsumstellung

  • Möglichst vollwertige und am besten biologische Ernährung

  • Verzicht auf Glutamat

  • Keine nitrathaltigen Lebensmittel (z.B. Würstchen, Pökelfleisch)

  • Keine Substanzen, die die Muskulatur der Gefäße beeinflussen (z.B. Kaffee, Nikotin, Alkohol)

  • Verzicht auf biogene Amine (z.B. enthalten in Käse, Nüssen, Schokolade, Bananen, Zitrusfrüchten, Avocados, Tomaten, Meeresfrüchten, eingelegten Heringen, Rotwein)
     

Heilfasten

  • Keine feste Nahrung, stattdessen Brühe und Säfte

  • Nur unter Anleitung, 5 oder 7 Tage

  • Verbessert die Stimmung und bewirkt Schmerzlinderung bei Kopfschmerzen, die auch noch über das Fasten hinaus anhält

  • Kann zuerst die Migräne verstärken, sollte aber dennoch unbedingt fortgesetzt werden
     

Stressreduktion

  • Im Vergleich zum Herzinfarkt ist Migräne ein gnädiges Warnzeichen, die eigenen Grenzen zu überdenken und zu erkennen

  • Wir brauchen heutzutage regelmäßige Entspannungstechniken wie Meditation, Achtsamkeit, Yoga, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen, Visualisation, Body Scan, Tai Chi, Qi Gong, Biofeedback, Autogenes Training

  • Zusätzlich zur entspannenden Wirkung reduziert die regelmäßige Mediation das Schmerzempfinden. Migräneattacken können so weitaus weniger stark empfunden werden
     

Hydrotherapie, Kneipp, Fußbäder, Sauna

  • 5-minütiges Senfmehlfußbad zu Beginn der Migräneattacke (2 EL in lauwarmes Wasser geben, vorsichtig die Dosis ausprobieren), alternativ kann auch Ingwerpulver verwendet werden, das ist jedoch weniger intensiv

  • Kalte Wassergüsse, für die man am besten einen geeigneten Duschkopf verwendet, der das Wasser zu einem Strahl bündelt und der nur mit geringen Druck auf die Beine gerichtet wird

  • Beim ersten Sauna-Besuch können die Kopfschmerzen verstärkt werden, hier ist ein regelmäßiger Besuch wichtig
     

Bewegungstherapie

  • Unverzichtbar bei der Migräne-Therapie ist Bewegung, die die Stimmung hebt und Verspannungen löst

  • Die Wirkung wird verstärkt, wenn die Bewegung nicht im geschlossenen Raum oder in der Stadt, sondern in der Natur stattfindet - am besten im Wald
     

Naturheilkundliche Präparate gegen Migräne

Zusätzlich zu den bereits genannten Behandlungen rät Michalsen zu einigen Arzneien. So kann zum Beispiel bei einem Migräneanfall Minzöl auf Schläfe, Stirn und Nacken gegeben werden kann.

Bereits als Vorbeugemaßnahme empfiehlt er die zwei Mal tägliche Gabe von 75 mg Pestwurz - ein Produkt, das in Deutschland derzeit leider nicht mehr zugelassen ist, weil die Frist für das Nachzulassungsverfahren versäumt wurde. Aber auch Vitamin B1 kann täglich (2 x 200 mg) zur Prophylaxe eingenommen werden.

Sowohl vorbeugend wirken als auch im akuten Fall helfen soll die Einnahme von  2 x 300 mg Magnesium am Tag.

Jede Migräne ist anders

Bei allen erwähnten Mitteln und Methoden ist es wichtig, sie in Ruhe auszuprobieren und die richtigen für sich zu finden. Die Naturheilkunde kann die Einnahme herkömmlicher Migräne-Medikamente ergänzen, sie womöglich sogar ersetzen. Wichtig ist, im Hinterkopf zu behalten, dass jede Person anders auf einzelne Therapien, Arzneien und ihre Kombinationen reagiert und es keine allgemein gültigen Therapieformen gibt.

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