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Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten: Ursachen und Symptome



Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit muss man darauf achten, richtig einzukaufen.
Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit muss man darauf achten, richtig einzukaufen.

Essen ist eines unserer Grundbedürfnisse, und leckere Sachen zu verspeisen macht im besten Fall glücklich. Viele Menschen können jedoch nicht unbeschwert einfach zu sich nehmen, worauf sie Lust haben: sie vertragen manche Nahrungsmittel nicht. Herauszufinden, welche das überhaupt sind, fällt nicht immer leicht.

Internist und Ernährungsmedziner Dr. Matthias Robert hat eine Praxis in Wilmersdorf und möchte mit seinem Vortrag in der Urania einen Einblick in das komplexe Feld der Nahrungsmittelunverträglichkeiten geben. Robert behält dafür die Position des Arztes bei und teilt die Unverträglichkeiten nach der Schwere ihrer Diagnostizierbarkeit ein. Denn die Symptome sind sich oft sehr ähnlich, haben jedoch verschiedene Ursachen. Leicht zu diagnostieren sind Laktoseintoleranz, Fruktoseintoleranz und Glutenintoleranz. Schon etwas schwerer zu diagnostizieren sind Nahrungsmittelallergien. Ziemlich schwierig wird die Diagnose bei Histaminunverträglichkeit, Pseudoallergien, Salicylatintoleranz, Galactoseintoleranz, Saccharoseintoleranz und Glutamatunverträglichkeit. Einige davon, stellt er anschließend vor.

Nahrungsmittelunverträglichkeit Laktoseintoleranz

Wenn der Körper das Verdauungsenzym Laktase nicht ausreichend oder gar nicht produziert, kann Milchzucker nicht aufgespalten werden. Die Folgen davon sind meist Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfall. In Deutschland haben etwa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung eine Laktoseintoleranz. In anderen Teilen der Welt, zum Beispiel in Asien und Afrika, ist das ganz normal: dort vertragen die meisten Erwachsenen den Milchzucker nicht, was deshalb auch nicht als Nahrungsmittelunverträglichkeit benannt wird.

Diagnostik: Bei einer Laktoseintoleranz steigt etwa eine halbe Stunde nach der Einnahme von Milch die H2-Konzentration im Atem an, die dann gemessen werden kann.
Therapie: Verzicht auf Milchprodukte und Produkte, in denen Milchzucker enthalten ist. Nach dem Verzehr von Milchprodukten kann Laktase in Tablettenform zugeführt werden. Diese ist in unterschiedlichen Dosierungen in Drogerien erhältlich.

Nahrungsmittelunverträglichkeit Fruktoseintoleranz

Eigentlich handelt es sichvielmehr um Malabsorption - eine fehlerhafte oder fehlende Aufnahme -, als um eine Intoleranz gegenüber dem Fruchtzucker. Fruktose wird normalerweise im Dünndarm von einem Protein, dem Fruktosetransporter (GLUT5) aufgenommen. Wenn dieser fehlt oder nur in geringer Anzahl vorhanden ist, kann der Fruchtzucker nicht ausreichend oder gar nicht verarbeitet werden und gelangt so in den Dickdarm. Dies führt zu Blähungen, Durchfall, Bauchkrämpfen oder Übelkeit. Dabei ist die Aufnahme von Fruchtzucker direkt aus Früchten gar nicht so gravierend, viel schlimmer ist jene Fruktose, die in vielen Fertigprodukten enthalten ist. 

Diagnostik: Auch bei einer Fruktoseintoleranz bzw. -malsabsorption steigt nach dem Verzehr von Fruchtzucker die H2-Konzentration im Atem an, die dann gemessen werden kann.
Therapie: Verzicht auf Fruchzucker. Es sollte jedoch immer mal wieder Obst zu sich genommen werden, damit sich die letzten Fruktosetransporter nicht auch noch abbauen. Es dürfen auch keine Produkte zu sich genommen werden, die Sorbit enthalten. Gabe von Folsäure. 

Glutenunverträglichkeit

Gluten ist in vielen Getreidesorten enthalten. Bei einer Unverträglichkeit entzündet sich die Dunndarmschleimhaut, was oft sogar zu einer Zerstörung der Darmepithelzellen führt. Nährstoffe können so nicht verdaut werden. Die Folgen sind chronischer Durchfall, Appetitlosigkeit, Erbrechen und Gewichtsverlust. 

Diagnostik: Unterm Mikroskop können im Labor Gliadin-/ Transglutaminase-Antikörper im Dünndarm nachgewiesen werden. Dies gelingt jedoch nicht immer. Sind Menschen "nur" glutensensitiv, dann ist dies nicht durch eine mikroskopische Untersuchung nachzuweisen.
Therapie: Verzicht auf Produkte, die Gluten enthalten. Mittlerweile werden immer mehr Getreideprodukte - zum Beispiel im Reformhaus oder im Biosupermarkt - auch glutenfrei angeboten. Darüber hinaus gibt es gerade einen Trend, auch ohne Unverträglichkeit auf glutenhaltige Produkte zu verzichten. 

Nahrungsmittelallergie

Praktisch alle Nahrungsmittel-Allergene - darunter versteht man Substanzen, die eine Überempfindlichkeit hevorrrufen - sind Eiweiße. Oft gibt es Allergieverwandtschaften - sogenannten Kreuzallergien -, weil manche Nahrungsmittel die gleichen Eiweiße in sich tragen. Wenn Menschen zum Beispiel gegen Naturlatex allergisch sind, dann meist auch gegen Avocados und Bananen. Ebenso verhält es sich bei einer Allergie gegen Beifuß, die häufig Allergien gegen Karotten und Knoblauch mit sich bringt.

Diagnostik: Es muss eine ausführliche Anamnese durch den Arzt stattfinden. Das heißt, dieser hört sich in Ruhe die Leidensgeschichte des Patienten oder der Patientin an. Hilfreich ist es, wenn Betroffene ein Symptom-Nahrungsmittel-Tagebuch führen. Im Labor können außerdem spezielle Antikörper festgestellt werden. Eine weitere Möglichkeit ist der sogannte Pricktest, bei dem unterschiedliche Allergien hervorrufende Substanzen auf die Haut aufgetragen werden. Oder es findet eine orale Provokation statt, indem mögliche allergieauslösende Stoffe gegessen werden.
Therapie: Verzicht auf die allergieauslösenden Nahrungsmittel.

Histaminunverträglichkeit

Weil die Histaminrezeptoren im ganzen Körper verteilt sind, ist es sehr schwierig, die vielen möglichen Symptome einer Unverträglichkeit eindeutig zuzuordnen. Vor allem, weil Histamin auf unterschiedliche Weise in jene Zellen gelangen kann, die dann allergisch reagieren. Histamin wird zum Beispiel selbst im Gehirn gebildet, zum Beispiel bei Stress, und es kann über Lebensmittel oder Medikamente eingenommen werden. 

Diagnostik: Es muss auch hier eine ausführliche Anamnese durch den Arzt stattfinden. Eine Symptom-Nahrungsmittel-Tagebuch ist in diesem Fall besonders sinnvoll. Der Arzt kann das Histamin abbauende Enzyms Diaminoxidase (DAO) im Blut nachweisen - allerdings ist dies keine sehr zuverlässige Aussage, da die Werte Schwankungen unterliegen können, die nichts mit einer Histaminunverträglichkeit zu tun haben. Es kann ein Histaminprovokationstest durchgeführt werden. Dieser darf nicht ohne ärztliche Aufsicht stattfinden, da im schlimmsten Fall ein allergischer Schock eintreten kann. Wenn eine länger anhaltenden Eliminationsdiät durchgeführt wird und Besserung eintritt, kann so eine Histaminunverträglichkeit nachgewiesen werden.
Therapie: Eine entsprechende Diät ist die einzige Therapiemöglichkeit.

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